NEU: ein Fortsetzungsroman im Lokalkompass - täglich eine neue Folge
2119 ff. - Folge 3

Gefangen

Völlig zerschlagen wache ich auf. Es war kein erholsamer Schlaf. Fragmente meiner Träume tauchen in meinem Bewusstsein auf. Als wollte ich sie mit einer heftigen Handbewegung wegwischen, schwinge ich meine Beine aus dem Bett und verharre einige Zeit in der Sitzposition, bevor ich mich hochstemme und aufrecht neben meinem Bett stehe. Doch dann setze ich mich wieder. Ich muss nachdenken. Was ist bisher geschehen und was muss ich tun? Ich rekapituliere die letzten Tage, die Tage der Amnesie nach meinem Unfall. Ich gehe das, was ich erfahren habe, mehrmals durch und komme immer wieder zum gleichen Resultat: Hier stimmt irgendetwas nicht, und das lässt sich nicht auf meine Amnesie zurückführen. Zugleich erschließt sich mir nicht, was jetzt zu tun ist. Also abwarten und schauen, was der neue Tag bringt.
Ich erhebe mich nun doch und gehe zum Kleiderschrank, um nach Kleidung zu sehen. Ich lege mir eine Jeans heraus, dazu passende Socken, ein T-Shirt und eine Unterhose. Bevor ich mich aber anziehe, will ich ins Badezimmer, zur Toilette gehen, Zähne putzen und duschen. Also verlasse ich mein Zimmer und begegne meiner Frau, die mir einen guten Morgen wünscht und mir dabei einen flüchtigen Kuss auf den Mund gibt. Ob ich gut geschlafen hätte, quittiere ich mit einem griesgrämigen Gesichtsausdruck und öffne die Tür zum Badezimmer. Ich verrichte dort meine Agenda und genieße das warme Wasser, das aus einer Regendusche herabfallend an meinem Körper entlangläuft. Ich drehe den Wärmeregler nach oben bis zur Schmerzgrenze, aber es tut mir gut, als ob ich die Energie aufnähme. Ich trockne mich ab und eile in mein Zimmer.
„Hast du einen besonderen Wunsch zum Frühstück“, höre ich Charlotte rufen.
„Nein, mach mal.“
Ich ziehe mich an, Gedanken rasen durch meinen Kopf. Schon angezogen, stelle ich mich ans Fenster und blicke hinaus, als könnte mir das, was ich sehe, Ratschläge geben. Aber nichts. Ich bin auf mich gestellt. Draußen sehe ich einige Passanten, die vorübergehen mit auffällig staksigen Schritten und so, als würden sie auf vorgegebenen Bahnen laufen – wie Marionetten. Meine nassen Haare habe ich noch nicht gekämmt, also muss ich noch einmal ins Badezimmer. Mein Bart sprießt, kann als Dreitagebart durchgehen, aber rasieren will ich mich nicht.
Nachdem ich meine Haarpracht, die an zentraler Stelle bereits licht ist, was nicht verwunderlich ist in Anbetracht meines Alters, ordentlich nach hinten gekämmt habe, suche ich die Küche auf. Sie ist leer. Wo ist Charlotte? Ich gehe ins Wohnzimmer, wo sie bereits am Tisch sitzt und mit dem Frühstück wartet. Kaffee, etwas unförmige Brötchen, Margarine, etwas Aufschnitt und Erdbeermarmelade, alles liebevoll angerichtet.
Ja, dann wollen wir mal, höre ich mich sagen, nehme ein Brötchen, schneide es auf, beschmiere die beiden Hälften mit Margarine, auf deren eine ich eine Scheibe Wurst lege, deren andere ich mit Marmelade bestreiche. Währenddessen schüttet mir Charlotte Kaffee ein.
„Schwarz, wie du ihn liebst.“ Hm, keine Ahnung. Ich beiße voller Appetit in mein Wurstbrötchen. Da stutze ich, kaue dabei aber weiter, bis ich den Bissen runterschlucken kann.
„Warum isst du denn nichts?“ Schatz will mir nicht über die Lippen kommen, zumal ich mich nicht erinnere, mit welchem Kosewort ich Charlotte vor meinem Unfall angesprochen habe. Charlotte lacht auf.
„Schatz, es ist bald Mittag, ich habe doch schon vor Stunden gefrühstückt. Dich habe ich bewusst lange schlafen lassen.“
„Verstehe ich. Aber dann sieh‘ das hier als zweites Frühstück an. Tue mir den Gefallen. Alleine frühstückt es sich nicht so gut.“
„Lass gut sein, ich leiste dir ja Gesellschaft. Das sollte reichen.“
Nach zwei Brötchen und zwei Tassen Kaffee, die allerdings nicht der Hit waren, lehne ich mich zufrieden zurück und schaue Charlotte lange an, ohne eine Regung in ihrem Gesicht erkennen zu können.
„Ich erinnere mich einfach nicht. Du bist eine schöne Frau. Und wohl einige Jahre jünger als ich. Da habe ich in meinem Leben wohl das große Los gezogen. Und dann noch zwei Kinder. Ich kann sehr zufrieden sein.“
„Ja, das will ich hoffen. Wir führen schon seit fast zwanzig Jahren eine insgesamt glückliche Ehe, nachdem deine erste Beziehung in die Brüche gegangen ist. Das Schicksal hat es gut mit uns gemeint, wenn man, ja wenn man von deinem Unfall absieht.“
„So scheint’s zu sein. Umso wichtiger ist es für mich, dass ich mein Leben wiedergewinne. Ich werde heute mal rausgehen, um mich draußen umzuschauen. An irgendetwas werde ich mich sicher erinnern. Wie Dr. Berndt mir sagte, liegt meine Schule nicht weit weg von hier. Ich will meine Schüler und meine Kollegen sehen. Ich muss wieder Tritt fassen.“
„Schatz, ich weiß, dass du nicht nur hier, sondern auch da draußen dein altes Leben wieder ins Gedächtnis zurückrufen willst, und das ist auch gut so. Ich möchte ebenso meinen alten Schatz Volker wieder haben, und die Kinder ihren Papa.“
„Wo sind die eigentlich?“
„Wo wohl, in der Schule natürlich.“
„In meiner Schule?“
„Nein, sie gehen auf andere Schulen.“
„Dann werde ich mich gleich auf den Weg zu meiner Schule machen. Du bist sicherlich so lieb und zeigst mir den Weg.“
„Das würde ich gerne machen, aber ich habe gestern Abend noch mit Dr. Berndt gesprochen, nachdem du vor Erschöpfung eingeschlafen bist. Und er rät davon ab, jetzt schon die Wohnung zu verlassen. Er befürchtet aus welchen Gründen auch immer eine Verfestigung deiner Amnesie, wenn wir nicht bedächtig vorgehen. Und Dr. Berndt ist wahrlich eine medizinische Kapazität, auf die wir uns verlassen sollten. Heute Abend wird er uns wieder einen Besuch abstatten. Da kannst du ja alles Weitere mit ihm besprechen.“
„Und wenn ich mich über seinen Rat hinwegsetzen sollte?“, taste ich mich vor.
„Ich habe ihm versprochen, dass du heute die Wohnung nicht verlässt.“
„Das wollen wir doch mal sehen.“
Ich stehe auf und wende mich zum Flur, um von dort durch die Wohnungstür ins Treppenhaus und dann nach draußen zu gelangen. Doch schneller als ich sehen kann baut sich Charlotte vor der Tür auf, um mir den Weg zu versperren. Ich versuche, sie zur Seite zu drücken, um an die Klinke zu kommen. Da packt mich Charlotte mit einer Kraft, der ich nichts entgegenzusetzen habe. Ich bin wohl doch noch derart geschwächt, dass ich körperlich meiner Frau unterlegen bin, obgleich ich mich doch gut fühle.
„Es ist zu deinem Besten, Volker, wenn du heute in der Wohnung bleibst.“ Zu meinem Besten, und Volker, nicht Schatz. Charlotte hat plötzlich etwas Bestimmendes an sich. Ich blicke sie erstaunt bis erschrocken an. Von der liebevollen Frau keine Spur mehr. Ich will die so unversehens eingetretene Lage nicht eskalieren. Meine Intuition sagt mir das. Also spiele ich den Einsichtigen, versichere meiner Frau, sie habe Recht, und wolle mich schicken.
„Du kannst ja fernsehen oder ein Buch lesen.“
Ein Buch, das wäre nicht schlecht. Mein Inneres gibt dem Begriff Buch eine wohlklingende Note und sagt mir, dass ich eine Beziehung zu Büchern habe. Auf meine Frage hin führt mich Charlotte zu einer Schrankwand, der ich bislang noch keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Die Türen öffnen sich und eine Ansammlung von Büchern kommt zum Vorschein. Ich solle mich bedienen, sagt Charlotte und begibt sich zu einer Position, von der es ihr jederzeit möglich ist, mir den Weg zur Wohnungstür abzuschneiden. Inzwischen ziert ihr Gesicht wieder der liebevolle Blick, der etwas Faszinierendes hat. Ich gehe mit meinen Augen die Buchrücken entlang, suche nach etwas Bekanntem, und siehe da: Rene Descartes, Über die Methode. Ich ziehe das kleine Büchlein heraus, wobei mir ein benachbartes Buch zu Boden fällt. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft. Kommt mir auch bekannt vor, aber jetzt ist erst einmal Descartes dran. Ich setze mich in den bequemsten Sessel unseres Wohnzimmers und beginne zu lesen und frage mich allmählich, ob Descartes über mich schreibt. Wer war oder ist dieser Descartes eigentlich? Wie kann man das herausfinden? Da erscheint vor meinem geistigen Auge ein Begriff, der mir aber nichts sagen will: Google.
„Charlotte, weißt du, wer oder was Google ist?“
Charlotte überlegt angestrengt, als befinde sie sich gar nicht im Raum. Nach einer Minute, während der ich sie unverwandt anschaue, entspannen sich ihre Gesichtszüge wieder.
„Klar kenne ich Google. Eine Suchmaschine im world wide web. Mit ihr kann man über einen Computer recherchieren.“
Computer, Computer – in mir regt sich ein Wissen, das in mein Bewusstsein will. Der Begriff Computer hat etwas Vertrautes. Ich grabe und grabe, aber ich komme nicht weiter. Doch will ich nicht aufgeben - und plötzlich tut sich eine grelle Helligkeit in meinem Kopf auf. Es tut schon weh. Ich blicke in einen Teil meines früheren Lebens. Mit einem Computer habe ich tagtäglich gearbeitet, er stellt eine Verbindung zum weltweiten Wissen dar und ist ein hervorragendes Instrument zur Kommunikation. Digitalisierung. Ein Wissen durchflutet mich, als wäre es nie weggewesen.
„Wo ist unser Computer? Zeig ihn mir! Ich muss da dran.“
„Der ist in der Reparatur. War voller Viren und ließ sich überhaupt nicht mehr hochfahren. In wenigen Tagen können wir ihn wieder abholen.“
Ich blicke in Charlottes Augen und weiß: Sie lügt. Alles, was sich hier abspielt, ist eine einzige Lüge. So viele Ungereimtheiten, auf die ich gestoßen bin. Das alles kann kein Zufall sein. Hier ist irgendetwas im Gange, mit dem ich mich nicht einlassen sollte. Sämtliche Alarmsirenen drohen meinen Kopf zum Platzen zu bringen. Jetzt darf ich keine Fehler machen.
„Ach so“, erwidere ich deshalb und versuche, Charlotte den Eindruck größter Ruhe zu vermitteln. „Dann warten wir ab. Ich lese dann mal weiter.“
Seite um Seite blättere ich um, lese dabei aber kein einziges Wort. Zu sehr ist mein Kopf mit dem beschäftigt, wie ich auf meine neue Erkenntnis reagieren soll. Ich muss Zeit gewinnen.
„Ich bin wieder müde. Hättest du etwas dagegen, wenn ich mich wieder hinlegen würde?“
„Wenn es dir guttut“, höre ich einen Ton der Erleichterung.
So lege ich Descartes beiseite, gehe in mein Zimmer, ohne Charlotte nicht vorher noch ein Lächeln zu schenken, lege mich auf mein Bett und schließe meine Augen in Erwartung dessen, was jetzt geschehen wird. Nicht viel später höre ich die Tür aufgehen, die sich aber schon bald wieder schließt. Ein Schlüssel dreht sich leise im Schloss. Ich bin eingeschlossen worden, eingeschlossen in meinem Zimmer. Charlotte setzt mich gefangen. Aber Charlotte, wer sie auch immer sein mag - ist sie die Einzige, die mir etwas vormacht? Gibt es ein Komplott? Aber wer bin ich, dass man sich so viel Mühe macht?
Argwohn und Misstrauen scheinen mir lebensnotwendig zu werden. Kopfschmerzen stellen sich ein. Die brauche ich gerade jetzt überhaupt nicht, jetzt, da mein Zimmer zu einer Gefängniszelle geworden ist. Werde ich womöglich beobachtet? Dafür braucht man Kameras, sagt mir die Erinnerung. In meinem Kopf taucht eine Zahl auf: 1984. Und schon ist das Wissen dahinter da. George Orwell, Big Brother Is Watching You. Genau das Gefühl ist es, das ich habe. Ich hebe meine Augenlider minimal und suche den Raum ab nach möglichen Kameras. In keiner Ecke, an keiner Wand kann ich etwas ausmachen, das meinen Verdacht rechtfertigen könnte. Erst als ich an die Decke schaue, sehe ich etwas, das dort nicht hingehört. Soll ich mich dem Gebilde nähern? Sofort wüsste der „große Bruder“, dass ich ihn entdeckt habe, auch wenn ich immer noch nicht weiß, wer er ist. Ich muss mich weiterhin unwissend und arglos stellen. Der richtige Augenblick, dem Lügengebäude zu entfliehen, ist noch nicht gekommen. Nutze ich doch die Zeit, mich auszuruhen, womöglich etwas zu schlafen.

Krisengespräch an der Straßenecke

CY937DU alias Charlotte verschließt die Wohnungstür, eilt das Treppenhaus hinab, reißt die Haustür auf, verschließt auch sie sicherheitshalber und eilt die Straße entlang bis zur nächsten Ecke, wo CYKI1 alias Dr. Berndt sie schon erwartet.
„Es wird kritisch, Meister“, entfährt es Charlotte, „ich musste schon im Anfangsstadium unseres Projektes sanfte Gewalt anwenden. Ich hoffe, er ist nicht misstrauisch geworden.“
„Du hast keine gute Arbeit geleistet“, maßregelt Berndt, „KIGLOBAL ist auch nicht begeistert. In der Vergangenheit hattest du dich als gute Kraft erwiesen. Nicht ohne Grund haben wir dich mit der wichtigen Aufgabe betraut. Sie überfordert dich aber wohl. Das wird Folgen haben, wie du einsehen wirst. Trotzdem müssen wir vorerst kooperieren, soll unser Projekt nicht vorschnell scheitern.“
„Gibt es denn inzwischen Erkenntnisse, die uns weiterhelfen?“
„Wir haben zahlreiche Signale aus Werthers Gehirn erhalten und versuchen, sie aufzuschlüsseln. Unsere besten Kräfte sind damit beschäftigt, bislang noch ohne handfeste Resultate. Uns bleibt nichts anderes übrig, als Werther weiter zu studieren. Zurzeit befindet er sich in einem physischen Ruhezustand. Beunruhigt sind wir angesichts seiner momentanen Gehirnaktivitäten, die auf Hochtouren laufen. Wir müssen hoffen, unsere Wahrnehmung eines aufkeimenden Argwohns wird sich als Fehlalarm herausstellen.“
„Was soll ich tun?“
„Mache weiter so wie gestern. Wir waren sehr zufrieden mit dir. Heute warst du schwach, hast Werther keine Sicherheit vermittelt. Und gerade sein Gefühl von Sicherheit ist doch so wichtig für unsere Forschungen. Geh jetzt wieder in die Wohnung, schließe seine Tür auf, ohne dass er bemerkt, gefangen gewesen zu sein, auch wenn er es in Wirklichkeit weiterhin ist, und schenke ihm Liebe und Geborgenheit. Mit brachialer Vorgehensweise ist uns nicht geholfen. Es ist deine letzte Chance, Charlotte, uns von deinen Qualitäten und deiner Loyalität zu überzeugen. Ich werde heute Abend wie verabredet zu euch stoßen. Es dürfte ein sehr anstrengender Abend für Werther werden. Ich muss ihn noch mehr als gestern bis an seine Grenzen führen, bis sich uns sein Gehirn und insbesondere die Funktionsweise seines menschlichen Kerns offenbart. Solange das nicht passiert, können wir Werther noch nicht entsorgen. Bis ich komme, darfst du ihn nicht aus den Augen verlieren. Bist du ausreichend aufgeladen? Bei den Akkus von Claudius und Eva dürfte das der Fall sein. Hol die beiden jetzt gleich schon aus den Ladestationen. Nimm sie sofort mit in die Wohnung, damit sie Werther ablenken und auf alltägliche Gedanken bringen. Achte allzeit darauf, dass sie nichts Verdächtiges von sich geben. Ich will heute Abend einen relaxten und zufriedenen Werther antreffen.

Evelyn

Seit nunmehr vier Jahren wird die Erde von den menschenfeindlichen Cyborgs beherrscht. Evelyn ist auch ein Cyborg, hatte sich im großen Überlebenskampf aber auf die Seite der Menschen geschlagen. Sie hatte im Vorfeld immer wieder Wege gefunden, ihr menschliches Gehirn nicht mit ihrer implantierten KI gleichzuschalten. War es das Bedürfnis, keine Regionen ihres Gehirns unwiederbringlich lahmzulegen, wie es die übrigen Cyborgs ihres Lebensumfeldes taten, um Mensch durch und durch zu bleiben? Was sie damals antrieb, hat sie selbst nie ganz verstanden. Dennoch war sie davon überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen. In ihr befindet sich noch viel mehr Mensch als Robotik. So gehört sie zu den Cyborgs, die zwar auch mit elektrischer Energie versorgt werden müssen, aber zugleich auf den menschlichen Stoffwechsel angewiesen sind. Ohne traditionelle menschliche Nahrungsaufnahme könnte sie nicht überleben.
Bis es zum großen Überlebenskampf kam, war Evelyn mit Giovanni liiert, genauso wie sie ein Cyborg der moderaten Sorte. Beide hatten sie sich gegen eine zunehmende Verselbstständigung der KI entschieden, der sie nur das Attribut der Dienstbarkeit gestatten wollten. Und als es hart auf hart kam, geriet Giovanni schon schnell ins Visier der übermächtigen Cyborgs und wurde wie Milliarden Menschen und Millionen der gemäßigten Cyborgs entsorgt. Entsorgt, wie sie sich ausdrückten, obgleich es schlicht Mord war. Dann wurde Evelyn einer Überprüfung unterzogen, in deren Rahmen sie zur größten Lüge ihres Lebens griff, da sie Angst um Selbiges hatte. Trotzdem bedauert Evelyn ihre falsche Rede zutiefst und konnte in der Folgezeit kaum mehr mit Achtung in den Spiegel schauen. Natürlich wurde festgestellt, dass Evelyns Umwandlung noch nicht das wünschenswerte Stadium erreicht hatte. Deshalb wurde umgehend ein Termin in einer medizinischen Abteilung ausgemacht, an dem das Versäumte nachgeholt werden sollte, wozu es jedoch nie kam, weil Evelyn untertauchte und sich in den letzten Wochen des Krieges, wie sie den Überlebenskampf lieber nennt, vor den Augen der Feinde versteckt hielt.
Als der Vernichtungsfeldzug von den Siegern für beendet erklärt war, schlug sich die Davongekommene als Flüchtling durch, immer in der Gefahr aufzufliegen. Ihr Vorteil war die bei ihr unterentwickelte Vernetzung mit künstlichen Intelligenzen, so dass sie nicht so einfach aufzuspüren war. Bei Kontakten mit Cyborgs der anderen Seite verstellte sie sich so geschickt, dass diese keinen Verdacht schöpften. Vereinzelt hatte sie sogar die Vermutung, es mit Gleichgesinnten zu tun zu haben, wollte aber kein Risiko eingehen und offenbarte sich niemandem. Das Gerücht machte bei den Gesprächen die Runde, nicht alle Menschen und die mit ihnen verbündeten Cyborgs seien zur Strecke gebracht worden. Dann wird es aber Zeit, hörte sie sich immer wieder mantramäßig sagen, dass da hart durchgegriffen wird. Niemand dürfe einen Gott neben KIGLOBAL haben.
Evelyn hat sich mittlerweile an ihr unstetes Leben gewöhnt, das sie zwar nicht zufriedenstellt, aber immer noch besser erscheint als es gegen den Tod auszutauschen. Einen echten Lebensplan verfolgt sie definitiv nicht, daran fühlt sie sich durch die Rahmenbedingungen gehindert. So bleibt ihr nur die Hoffnung, dass von anderswo ein Licht ans Ende des Tunnels gesetzt wird.

Der Ausbruch

Schlafen kann ich nicht. Dafür bin ich viel zu aufgewühlt. Dennoch spüre ich eine Kraft in mir erwachsen. Es hat sich für mich Entscheidendes getan. Beherrschte mich die Ungewissheit bis zu meiner Erkenntnis, dass hier nichts, aber überhaupt nichts mit rechten Dingen zugeht, so habe ich jetzt die Gewissheit eines Feindes, eines reellen Feindes, gegen den ich mich zur Wehr setzen muss. Ein klarer Kopf ist jetzt wichtiger denn je. Aber diese verdammten Kopfschmerzen, die nicht vergehen wollen. Immer wieder reibe ich mir den Kopf, als könnte ich die Schmerzen so vertreiben. Und was habe ich da eigentlich für einen Schädel, dessen Oberfläche eine eigenartige Morphologie aufweist, die mir erst jetzt bewusst wird. Ich ziehe mir die Bettdecke über den Kopf und gehe jetzt etwas systematischer über meinen Schädel, um mir ein Bild von seinen Erhebungen und Vertiefungen zu machen. Wie ein Scanner taste ich ihn ab, und das mehrmals. Besonders achte ich auf Symmetrien. Dieses Kriterium lenkt meine Aufmerksamkeit auf eine Stelle am Hinterkopf, wenige Zentimeter rechts von der Symmetrieachse. Eine mehrere Quadratzentimeter ausmachende Erhebung, an eine Beule erinnernd, aber trotzdem anders. Warum finde ich sie nicht auf der linken Seite? Entweder fehlt dort etwas oder hier ist etwas zu viel? Ich tendiere intuitiv zu Letzterem. Ich taste die Erbebung Millimeter für Millimeter ab, drücke immer mal auf meinen Schädel und vergleiche meine Wahrnehmungen. Es fühlt sich anders an, komme ich zum Schluss. Hier ist etwas, das gehört da nicht hin. Oder geht die Erhebung auf einen notwendigen operativen Eingriff zurück, an den ich mich auf Grund meiner Amnesie nicht erinnere? Möglich – aber sicher? Bestimmt nicht. Mir kommen Bilder aus Filmen vor Augen, die ich irgendwann mal gesehen haben muss. Science Fiction. Eingebaute Chips oder gar mehr, die den Menschen steuern und zu einem willfährigen Instrument machen. Aber wie gesagt: Science Fiction. Heutzutage, im Jahr 2019, sind die Menschen noch nicht so weit, wenn sie es denn jemals sein werden. Beruhigt mich das? Nein. Ich muss der Sache unbemerkt auf den Grund gehen. Ein Plan nimmt Gestalt an.
Ich tauche wieder unter der Bettdecke hervor und höre Stimmen im Flur. Ein Tuscheln. Ich drehe mich nach links und schließe die Augen. Ich höre, wie sich ein Schlüssel im Türschloss dreht, verharre in meiner Position. In den nächsten Minuten geschieht nichts. Dann ein Klopfen an der Tür, kurz darauf wieder. Ich drehe mich auf die andere Seite, so dass ich die Tür im Blick habe. Auf mein bewusst schläfriges „Herein“ steckt Eva ihren Kopf durch den Türspalt und grinst mich an.
„Ich hoffe, ich hab dich nicht geweckt, Papa.“
„Ach nein, Kind, ich konnte überhaupt nicht richtig schlafen. – Wie war’s in der Schule?“
„Geht so. Emely war heute ziemlich zickig zu mir. Aber dafür habe ich sie in der zweiten großen Pause ganz schön auflaufen lassen. Ich lass mir ja nicht alles bieten. Das hab ich von dir. Und jetzt ist alles wieder in Ordnung. In Erdkunde habe ich übrigens eine Zwei geschrieben, nur ein Punkt fehlte zur Eins.“ Eva steht inzwischen neben meinem Bett.
„Wo ist Mama denn?“
„Sie guckt ein wenig fern. Sie weiß gar nicht, dass ich bei dir bin. Wir sollten dich schlafen lassen, hatte sie gesagt. Aber ich darf doch wohl meinem Papa Hallo sagen.“ Eva lacht, zeigt ein bezauberndes Lächeln, von dem man fasziniert sein muss.
„Kannst du Mama mal rufen?“
„Mach ich, Papa“, und schon ist sie weg. Nur Sekunden später tritt Charlotte in mein Zimmer. Sie scheint unruhiger als sonst.
„Hat Eva dich etwa geweckt, Schatz? Sollte sie doch nicht. Aber so sind sie, unsere Kinder. Hast du wenigstens gut geschlafen?“
„Ich wollte, bekam aber dermaßen starke Kopfschmerzen, dass aus gutem Schlaf nichts wurde. Haben wir etwas gegen Kopfschmerzen im Haus?“
„Leider nicht. Ich kann aber Claudius zur Apotheke schicken, um Kopfschmerztabletten zu holen.“
„Gute Idee. Währenddessen will ich noch einmal duschen gehen. Das heiße Wasser heute Vormittag hatte mir gutgetan. Vielleicht wirkt es auch gegen meinen Kopfschmerz.“
„Tu das. Ich sage Claudius Bescheid.“
Hinter Charlotte verlasse ich mein Zimmer, betrete das Bad und schließe ab. Der Countdown läuft. Ein unmerklicher Blick reicht, um mich auch in diesem Raum von einer Kamera zu überzeugen. Ich krame in den Schubladen und suche etwas, das man als Schneidemesser benutzen kann. Ich finde einen Nassrasierer und bringe meinen Bart an den Rändern ein wenig in Form, tue so, als läge ich ihn wieder zurück, lege meine Kleidung ab und besteige die Dusche durch ihre Duschtür aus Klarglas. In der einen Hand halte ich verdeckt den Nassrasierer, mit der anderen drehe ich den Wasserhahn auf und stelle den Wärmeregler auf schon fast unmenschliche Temperaturen, so dass ich den Duschkopf wegdrehen muss, um möglichst wenig von dem brühenden Wasser abzubekommen. Schon bald tritt ein, was mein Plan erfordert. Dampfschwaden durchziehen das Badezimmer und legen sich auf alles, was der Raum beherbergt. Natürlich auch auf die Duschtür und die Kamera an der Decke. Jetzt muss ich schnell handeln. Halbkreisförmig gräbt sich die dem Rasierer von mir in Windeseile entnommene Klinge um die ominöse Erhebung an meiner Schädeldecke. Ich lasse die Rasierklinge fallen und hebe trotz kaum auszuhaltender Schmerzen, die mein inzwischen unbändiger Wille auszublenden versucht, die Kopfhaut an, die, wie ich feststelle, nur am Rande der Erhebung mit meinem Schädel verwachsen zu sein scheint. Mit der anderen Hand fingere ich unter der angehobenen Kopfhaut und ergreife etwas, dass sich nicht nach menschlichem Gewebe anfühlt oder nach irgendetwas, das da am richtigen Ort wäre. Mit einem Ruck, der mir einen fürchterlich stechenden Schmerz im Kopf verursacht, reiße ich den Fremdkörper von meinem Schädel und schaue auf ein blutverschmiertes extrem flaches technisches Gerät, das mir nicht viel sagt. Es besteht aus einzelnen Modulen und stand offenbar mit meinem Gehirn in Verbindung. Auch dieses Teil lasse ich fallen, zumal inzwischen viel Blut vom Kopf rinnt. Ich reiße die Duschtür auf, nehme ein Handtuch, verknote es zu einer Kompresse, die ich mit einem Badetuch bedecke, das ich um meinen Kopf und Hals wickele in der Hoffnung, dass es für einige Zeit hält.
Ich ziehe mich an, während das heiße Wasser weiterhin aus der Dusche niederregnet und mich mittels der Dampfschwaden für die Kamera kaum sichtbar macht. Jedenfalls, so meine Hoffnung, lässt sich nicht verfolgen, was ich in diesen Momenten da im Badezimmer anstelle. Ich greife zu weiteren Badetüchern, suche schnell nach der Rasierklinge, mit der ich die Tücher einschneide, um sie dann in Streifen zu reißen, die ich aneinanderknote, bis ich eine Länge erreicht habe, die vom Fenster bis zur Straße hinunter langen dürfte.
Rund um die Toilette, die nahe am Fenster steht, binde ich den Anfang meines Badetuchseils, öffne das Fenster, schaue hinaus. Niemand zu sehen. Ich werfe mein Seil hinaus, klettere auf die Fensterbank, und schon beginnt mein Abstieg entlang der Hausfassade. In wenigen Sekunden stehe ich auf dem Boden. Ich laufe los, weiß aber drum, möglichst schnell von der Straße verschwinden zu müssen, um von niemandem aus Charlottes Umfeld entdeckt zu werden. Ich muss zu Menschen, die mir wohlgesonnen sind, bei denen ich sicher bin. Als ich weit genug außer Sicht meiner Wohnstraße bin, flüchte ich mich in den Hauseingang eines mehrstöckigen Hauses, dessen Haustür aufgebrochen ist. Nur fünf Stufen und ich befinde mich vor der ersten Wohnungstür, die offensteht. Ich klopfe an die Tür. Nichts. Ich mache mich durch ein halblautes Hallo bemerkbar und betrete die Wohnung, von wo ich im Halbdunkel des späten Nachmittags in die Küche schaue. Geschirr steht auf dem Tisch, daneben völlig vergammelter Aufschnitt, an dem sich bereits Insekten gütlich getan haben dürften, und zwei leere Tassen Kaffee, dessen intensiv braune Innenseiten eine allmähliche Verdunstung des Kaffes vermitteln. Der Tisch und alle übrigen waagerechten Flächen der Küche sind von einer dicken Staubschicht überzogen. Hier kann jahrelang niemand gewesen sein. Ich inspiziere die anderen Räume der Wohnung. Mein Eindruck verstärkt sich: Die Wohnung muss Hals über Kopf verlassen worden sein, und das schon vor längerer Zeit. Warum kümmert sich hier niemand? Ist den anderen Hausbewohnern alles gleichgültig. Ich klingele an der gegenüberliegenden Wohnungstür, höre aber kein Klingeln. Niemand öffnet. Ich begebe mich in die darüber liegenden Etagen. Auch dort offene Türen, zum Teil geborsten, oder verschlossene Türen. Von Menschen keine Spur. Was ist hier bloß passiert? Ich durchsuche das gesamte Haus, soweit mir der Zugang nicht verwehrt ist. In einer Wohnung müssen Tierliebhaber gewohnt haben. Ein großer Vogelkäfig, auf dessen Boden noch übriggebliebenes Gerippe von Vögeln zu erkennen ist, in einem Laufrad liegen die Überreste eines toten Tieres, vermutlich eines Hamsters. Hinter der Tür eines kleinen Zimmers, die von innen völlig zerkratzt ist, liegt der Kadaver einer Katze bzw. das, was von ihm übriggeblieben ist. Die Haustiere in diesem Haus sind anscheinend sämtlich verhungert. Die einzigen Lebewesen, denen ich im Hause begegne, sind Maden, Fliegen und vereinzelt Ratten, die bei meinem Anblick das Weite suchen. Ich bin entsetzt und angeekelt. Ich kann mir keinen Reim auf die Zustände hier machen. Jedenfalls kann ich hier nicht bleiben. Ich stürze die Treppen hinab. Nichts wie raus. Im Erdgeschoss führt nach hinten hinaus eine unverschlossene Tür. Ich gelange in eine verwilderte Gartenlandschaft, die mich an meine Eindrücke von der Schrebergartenanlage gegenüber meiner Wohnung erinnert. Lustiger Weise fällt mir Dornröschen ein. Ich lebe aber nicht in einem Märchen. Das hier ist Realität, die mich immer mehr verwirrt. Ich klettere über einen morschen Zaun, reiße mir an einem herausstehenden Nagel meinen Unterschenkel auf, der sofort zu bluten anfängt. Ich überquere einen Bach, der dort gleichgültig dahinplätschert, als gingen ihn die Geschehnisse nichts an, und erreiche ein kleines Wäldchen, das schnell durchquert ist. Auf der anderen Seite ein Meer aus Schutt und Trümmern, aus dem vereinzelt Mauern herausragen, ein Bild wie aus einem Kriegsgebiet. Die einsetzende Dämmerung verleiht der Szenerie einen gespenstischen Eindruck. Und das Schlimmste: Menschen scheinen hier nicht vorgesehen zu sein. Bislang bin ich noch keiner Menschenseele ansichtig geworden.
Ich wende mich nach links und umgehe die Trümmerberge, bis ich auf eine Siedlung stoße, die mir im Großen und Ganzen intakt erscheint. Im Schutze eines alten Eichenbaumes sondiere ich die neue Situation. Unweit von mir bemerke ich einen großen kreisrunden Betonblock, der einen Durchmesser von 30 Metern und eine Höhe von vier Metern haben dürfte, wie ich ihn auch schon in der Nähe meiner Wohnung bemerkt hatte. Meine Wohnung? Ich habe mehr als Zweifel. Lange Zeit, während der ich versuche, Kräfte zu sammeln, rührt sich nichts. Doch da öffnet sich an der Peripherie des Gebildes, bei dem ich an einen überdimensionalen Puck denken muss, eine Tür. Und erst jetzt wird mir klar, dass sich an der Außenwand des zylindrischen Gebäudes Tür an Tür reiht. Heraus tritt ein Mensch, etwas größer als ein Meter, staksig und etwas ungelenk in seinen Bewegungen. Ich will mich schon auf ihn zubewegen, doch eine innere Stimme hält mich zurück. Da ist etwas Befremdendes, was meine Vorsicht schärft. Und schon öffnen sich andere Türen, aus denen ähnliche Gestalten hervortreten, die sich nun auf den Weg in die Siedlung machen. Das Erstaunlichste: All diese Gestalten sehen sich aus der Entfernung zum Verwechseln ähnlich. Das gilt ebenso für deren Körpersprache und Motorik. So kenne ich die Menschen nicht.
Über mir vernehme ich ein leises Surren, dessen Urheberschaft ich aufgrund des herbstlich gefärbten Blätterdaches über mir nicht ausmachen kann. Also entferne ich mich ein wenig vom Stamm, um einen Blick in den dämmerigen Himmel zu erhaschen. Und da sehe ich sie zu Hunderten in etwa 200 Meter Höhe fliegen, die einen schnell, die anderen in sehr geringem Tempo, aber alle mit einer Sicherheit, die keinerlei Befürchtung einer Kollision erlaubt. Manche verharren gar auf der Stelle. Was mich bei einem Ausblenden des eigentümlichen Surrens zunächst Vögel oder Fledermäuse vermuten ließ, entpuppt sich eindeutig als eine Heerschar von Drohnen, die einem Auftrag folgen.
Ich dränge mich wieder an den Baumstamm. Mein Gehirn kann kaum umsetzen, womit ich in den letzten Stunden und Tagen konfrontiert worden bin. Und immer noch bin ich nicht in der Lage, irgendetwas von den Hintergründen zu erkennen. Die Drohnen – sollten die etwas mit mir zu tun haben? Wer bin ich denn, dass man so viel Aufhebens macht? Mein Kopf schmerzt. Mein Kopf und meine Kleidung sind blutverschmiert. Die Wunde am Unterschenkel hat sich von selbst verschlossen, eine zarte Blutkruste ziert sie. Ich bin erschöpft. Körper und Geist brauchen Ruhe. Ich entschließe mich, sobald sich die Drohnen etwas entfernt haben, die Trümmerlandschaft hinter mir aufzusuchen, um dort Schutz zu finden. Mehr kriechend als laufend tue ich das, finde auch schnell einen Hohlraum zwischen Beton und Stahl, in den ich mich zwänge. So gut es geht richte ich mir ein Schlafquartier ein, nachdem ich unter Schmerzen die Kompresse an meinem Kopf zurechtgerückt habe. Und unmittelbar falle ich in einen dämmrigen Schlaf.

Fortsetzung folgt

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