Es wächst wie es will: Zu Besuch im Garten von Horst Kampschulte

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„Unser schönster Garten“, so heißt die gemeinsame Aktion von OBI Rath und dem Rhein-Boten. Bereits im dritten Jahr werden wieder die schönsten Gärten unserer Leser vorgestellt, die sich zuvor bei uns beworben haben. Diese Woche führt uns Horst Kampschulte durch sein außergewöhnliches Garten-Paradies.

Mitten im Villenviertel von Stockum liegt das Anwesen des Künstlers Horst Kampschulte. Von der Straße aus erkennt man das Einfamilienhaus erst auf den zweiten Blick, so gut getarnt ist es durch Bäume, Büsche und Kletterpflanzen.
„Es ist mein Elternhaus und seit über 60 Jahren in Familienbesitz“, erklärt Kampschulte.
Der 80-jährige pendelt seit Ende der 1960er Jahre zwischen Düsseldorf und den USA, sein Zweitwohnsitz befindet sich seit einiger Zeit in San Francisco.
Das Haus im Norden der Landeshauptstadt inklusive des großen naturbelassenen Gartens vermietet er daher regelmäßig. „Auch im Moment suche ich einen Mieter mit ‚grünem Daumen‘, der Sinn für Pflanzen, Tiere und Kunst hat.“
Säge oder Heckenschere sind Fremdwörter für Kampschulte: „In meinem Garten darf alles wachsen wie es will und wird nur hochgebunden anstatt abgeschnitten.“ Daher gleicht der große Garten einer Art Labyrinth, auf den verschlungenen kleinen Pfaden können sich Besucher gut mal verirren. Lauschig sind die mit Natursteinen gepflasterten Wege aber allemal, und vor allem uneinsehbar: Bambus, Zypressen, Eiben, Kirschlorbeer, Rhododendren, Hortensien, Kletterrosen, Farne und Ilex bieten einen natürlichen Sichtschutz. Der Schmetterlingsflieder lockt viele Insekten an. Hohe Birken, Hainbuchen und Ahornbäume rauschen im Wind. „Eine der Birken ist bereits über 50 Jahre alt“, freut sich Horst Kampschulte und fügt hinzu: „Das hier ist mein privater kleiner Dschungel.“
Der Garten fungiert auch als Kunstraum: Kampschulte gestaltet aus Schnittholz, trockenen Zweigen und kleineren Ästen Objekte, die er an verschiedenen Ecken platziert. „Bei mir wird alles widerverwertet.“ Es gibt verknöcherte Wurzeln, die an Reptilien erinnern und Steine, die gekonnt platziert sind. Insgesamt hat der Künstler 13 verschiedene Inseln angelegt, die er mit Steinen, Bodendecker-Pflanzen und Ästen unterschiedlich gestaltet hat.
Bewässert wird das Grün vom Wasser des eigenen Brunnens, der 15 Meter tief und aus Natursteinen gebaut ist. „Ordnungsfanatiker hätten an meinem Garten wahrscheinlich keine Freude, aber für mich ist er einfach einzigartig“, erklärt Horst Kampschulte.

Autor:

Stefanie Siegel aus Düsseldorf

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