Parkanlagen in Krefeld: Sollbrüggenpark und Schönhausenpark

Haus Sollbrüggen (um 1840). Der klassizistische Landsitz geht auf Adolf von Vagedes zurück.
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  • Haus Sollbrüggen (um 1840). Der klassizistische Landsitz geht auf Adolf von Vagedes zurück.
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Nicht weit von Schönwasserpark und Botanischem Garten (Bericht dazu hier) liegen fast wie Zwillinge zwei weitere Parkanlagen: Der Sollbrüggenpark und der Schönhausenpark.

Die Krefelder "Seidenbarone"
Beide Parks waren, wie es sich für die "Samt- und Seidenstadt" Krefeld gehört, ursprünglich private Gartenanlagen von gut betuchten Krefelder Textilfabrikanten. Zu ihnen gehörte Seidenfabrikant Peter de Greiff. Er beauftragte um 1840 Baumeister Adolf von Vagedes, das ursprunglich mittelalterliche Anwesen Sollbrüggen zu einem repräsentativen Landsitz im klassizistischen Stil auszubauen. Das umliegende Gelände gestaltete kein Geringerer als Gartenarchitekt Maxmilian Friedrich Weyhe zu einem reizvollen englischen Landschaftspark mit Bachlauf, Baumgruppen und kleinen Hügeln um. In Haus Sollbrüggen ist jetzt die Städtische Musikschule untergebracht.

Der Schönhausenpark mit der "Villa Hügel"
Weniger streng und repräsentativ  ist der Wohnsitz, den der Strickwarenfabrikant Carl Hügel um 1865 In direkter Nachbarschaft bauen ließ. Die weiße, italienisch anmutende Villa mit dem kecken Türmchen und der Loggia - populär als "Villa Hügel" bzw. "Sockenburg" bezeichnet - strahlt Leichtigkeit und Offenheit aus. Sie spiegelt sich wunderbar in dem Weiher, der den kleinteilig angelegten malerischen Landschaftspark auf verschlungenen Wegen durchzieht. 

Eine spezielle Geschichte
1918 erwarb der jüdische Mützenfabrikant Max Gompertz das Anwesen, verkaufte es jedoch 1932 aus finanziellen Gründen. Bis 1936 wohnte die Familie noch in der Villa, 1941 musste sie in das Krefelder "Judenhaus" ziehen. 1942 wurden zwei Mitglieder der Familie nach Theresienstadt deportiert und im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Andere entgingen dem Tod, weil sie rechtzeitig emigirieren konnten. Eine Tafel am Parkeingang erinnert daran.

Stolpersteine

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte vor der Infotafel "Stolpersteine" in das Pflaster. Die kleinen quadratischen Messingplatten erinnern an das Schicksal der Familie Gompertz. Seit 1992 bringt Demnig die Stolpersteine am letzten regulären Wohnsitz von Opfern des Nationalsozialismus, speziell des Holocausts, an. Er versteht sie als dezentrales Mahnmal. Inzwischen gibt es europaweit fast 70.000 Stolpersteine.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich auch durch diese beiden Parks begleitet.
 
Quellen
Birgit Wilms: Die Straße der Gartenkunst, Gärten und Parks an Rhein und Maas, Greven 2013.
Infotafeln in den Parks
wikipedia: Sollbrüggenpark, Stolpersteine

Autor:

Margot Klütsch aus Düsseldorf

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