Kreißsaal vor dem Aus!
„Desaster für den Stadtbezirk“

Seit 1971 gibt es bereits die Geburtshilfe im Krankenhaus Gerresheim, das damals noch in städtischer Hand war. Heute ist es die Sana-Klinik. Eine Aktiengesellschaft, die mit 51 Prozent vom Münchner Unternehmen und zu 49 Prozent von der Stadt Düsseldorf getragen wird. Viele Jahrzehnte sorgte diese Klinik im Rahmen ihrer Verpflichtung für eine Daseinsvorsorge. Nunmehr stellt sie dies in Fragen, denn ab 2019 wird es keinen Kreißsaal und somit auch keine Geburtshilfe mehr geben. Die Bevölkerung ist geschockt! Die Politiker hinters Licht geführt und die Mitarbeiter beides.

Für den Vorsitzenden der Bürgerhilfe ist es der Schock schlechthin. „Ich bin völlig fassungslos, dass solch eine Entscheidung getroffen wurde“, sagt Hans Küster. Da wird sich der Verein überlegen müssen, inwieweit noch Spenden, von denen gerade diese Abteilung partizipierte, dafür zur Verfügung gestellt werden. „Das werden wir uns für die Zukunft genauestens überlegen“, meint der Vorsitzende. Auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Hanno Bremer ist bestürzt. „Wir in der Bezirksvertretung 7 sind der Auffassung, dass diese Maßnahme nur begrenzt sein sollte“, meint Bremer und ergänzt, „das ist ein Desaster für unseren Stadtbezirk!“ Dass die Krankheitsausfälle der Hebammen der Grund für die Schließung sein soll will er nicht glauben. „Allein der Glaube fehlt mir, dass dies das wirkliche Argument sein soll“, führt er weiter aus. Bremer vermutet, dass es eher ökonomische Gründe sind. „Leider sehe ich auch den beabsichtigten Verkauf der Anteile der Klinik als großes Problem“, führt Bremer aus, der bereits in der BV 7 einen Antrag auf Beibehaltung der Anteile gestellt hat. „Wir können durchaus bei 49 Prozent mitreden“, glaubt er. Eine Anhörung des Betriebsrates hinsichtlich dieses Themas wurde in der Bezirksvertretung von der regierenden Ampel-Koalition verhindert. Dazu stellt Bremer fest: „Kinder kommen bei der Ampel-Koalition nicht vor.“ Insbesondere der Oberbürgermeister Thomas Geisel gerät bei diesem Thema ins Visier, denn nach Informationen aus dem Rathaus soll bereits ein Teil der Anteile bis auf eine Sperrminorität vom OB verkauft sein. Inwieweit der Deal in trockenen Tüchern ist, konnte nicht sicher ermittelt werden. Wäre das der Fall, müsste sich der Oberbürgermeister nicht nur vor seinen Politikkollegen, sondern auch vor den Bürgern und vor allen Dingen vor den Mitarbeitern der Sana-Klinik erklären.
Die aktuelle Frage, der Erhaltung des Kreißsaales und der damit verbundenen Geburtshilfe beschäftigt nicht nur die Mitarbeiter der Klinik. Viele junge Paare, die in die Neubaugebiete Am Wildpark, Torfbruchstraße und Grafenthal gezogen sind, fragen sich, wo sie hinsollen. Nach Mettmann oder gar nach Kaiserswerth? Was ist, wenn alles schnell gehen muss? Einfach im RTW entbinden? Die Geschäftsleitung der Sana-Klinik wird sich wohl den Fragen stellen müssen, warum es zum Eklat mit den Hebammen gekommen ist. Hätte man im Vorfeld der Ereignisse bereits für entsprechende Maßnahmen gegen personelle Engpässe im Kreißsaal sorgen können. Warum hat die Sana-Klinik es überhaupt so weit kommen lassen? War man grundsätzlich nicht am Standort Gerresheim interessiert? Wie wichtig der Standort und gerade die Geburtshilfe für Gerresheim und die Umgebung sind, wissen nicht nur betroffene Mütter. Es ist, wie der stellvertretende Bürgermeister Bremer richtig sagt, eine Aufgabe der Daseinsvorsorge und deshalb darf der Standort nicht aufgegeben werden. Die Mitarbeiter der Klinik planen eine Unterschriftenaktion gegen die endgültige Schließung des Kreißsaals.

Peter Frank

Autor:

Peter Frank aus Düsseldorf

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