Protest gegen Bebauungspläne des Regionalrats
Hände weg vom Grafenberger Wald

Mehr als 100 Gäste kamen zu der Veranstaltung.
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Die Bürger im Stadtbezirk 7 sorgen sich um das Klima, wenn die Pläne der Bezirksregierung umgesetzt werden. Auf der interaktiven Karte im Internet finden sich auch zwei größere Flächen in Knittkuhl gegenüber der Bergischen Kaserne sowie der gesamte Bereich des Grafenberger Grünzugs über dem Eisenbahntunnel zwischen Staufenplatz und Fahneburgstraße. "Hände weg" lautete die einhellige Meinung der Bürger und Bürgerinnen.

Marco Schmitz, Vorsitzender CDU für den Stadtbezirk 7, hatte gestern zum Informationsaustausch über die Bebauungspläne des Regionalrats in die Seniorenresidenz Grafenberg an der Ernst-Poensgen-Allee eingeladen. Dirk Brügge, Kreisdirektor im Rhein-Kreis Neuss und Geschäftsführer der CDU Fraktion im Regionalrat sowie Ratsherr Dr. Alexander Fils, Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung der Landeshauptstadt Düsseldorf und Mitglied im Regionalrat, Hanno Bremer und Hans-Hugo Papen, Mitglied der CDU-Fraktion im Regionalrat standen Rede und Antwort.

Der Neusser Kreisdirektor Dirk Brügge erläuterte zuvor, dass die Bezirksregierung aufgrund gestiegener Bevölkerungszahlen den neuen Regionalplan für mehr Wohnraum am Rhein aufgestellt hätte. Der Plan bedeute aber nicht, dass die Stadt jetzt automatisch dort Wohnraum schaffen müsse. Darüber würde der Stadtrat entscheiden.

Ratsherr Dr. Alexander Fils hat im Regionalrat gegen die Pläne der Bezirksregierung gestimmt. Trotz heftiger Gegenrede von Fils wurde die Überarbeitung des Plans am Ende mit Stimmenmehrheit auf den Weg gebracht. In Düsseldorf hat die CDU-Ratsfraktion ihr klares Nein schon Ende März öffentlich gemacht. Fils sprach sich dafür aus, erst einmal andere Möglichkeiten wie den Ausbau von Dachgeschossen oder Wohnungen über Discountläden zu bauen und wieder Belegungsrechte für den geförderten Wohnungsbau anzukaufen, bevor man Erholungsflächen in Anspruch nehme. Besonders besorgt zeigten sich die Bürger, dass in den Plänen die Sportmeile Grafenberg samt Grünzug über dem Tunnel und die Kleingärten an der Ernst-Poensgen-Allee sowie der Grafenberger Wald auf der anderen Seite für eine mögliche Bebauung vorgesehen sind. Ebenso befürchten die Bürger in den weiteren ausgewiesenen Gebieten in Knittkuhl und an der Bergischen Kaserne mit Auswirkungen auf das Klima und einen Verkehrskollaps auf der Bergischen Landstraße bis nach Grafenberg.

Die CDU steht da auf ihrer Seite: Hanno Bremer, stellvertretender Bezirksbürgermeister, betonte, dass die Lebensqualität erhalten bleibe müsse. "Wir möchten die Frischluftschneisen erhalten", versicherte er. Empört waren die Bürger darüber, dass die Ampelkoalition unter Oberbürgermeister Geisel keine Vorbehalte gegen die Planungen geltend gemacht habe und es nicht für nötig halte, die Bevölkerung über diese zu informieren. Marco Schmitz erklärte, dass er die Verärgerung verstehe, denn eigentlich müsse die Stadt eine solche Informationsveranstaltung machen.

Wie geht es weiter?
Die betroffenen Bürger haben bis Ende September Zeit während der Beteiligungsphase Einwände bei der Bezirksregierung einzureichen. Kreisdirektor Dirk Brügge erläuterte, dass voraussichtlich im März 2020 der endgültige Regionalplan beschlossen werden soll.

Zu den Karten Planungsgebiet Grafenberg,  Planungsgebiet Knittkuhl, Planungsgebiet Bergische Kaserne.

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