Lieber OB: Sich zu rühmen, schon 5.000 Bäume gepflanzt zu haben, war unredlich

Bezugnehmend auf die Presseveröffentlichungen der Stadt, dass in der Amtszeit von OB Keller bis Anfang 2022 schon 5.000 Bäume gepflanzt worden sein sollen, fragte die Ratsgruppe Tierschutz / FREIE WÄHLER Anfang März die Verwaltung,

1.) Wie wird die Stadtverwaltung in Veröffentlichungen bzw. Verlautbarungen aller Art künftig deutlich und unmissverständlich herausstellen, dass sowohl die grundsätzlich in Alleebaumqualität gepflanzten Stadtbäume an Straßen, Grünanlagen, Friedhöfen und Kinderspielplätzen, als auch die grundsätzlich im Stadtwald gepflanzte Forstware aufgrund ihrer Größe, ihres Stammumfangs und ihrer Kronenausbildung noch Jahre und Jahrzehnte benötigt, bis sie in der Qualität eines ausgewachsenen Baumes das Gute tun kann, was Düsseldorfer Bürger von einem Baum erhoffen?

2.) Wie konkret sorgt die Stadtverwaltung in allen Dezernaten und Ämtern in ihrer täglichen Arbeit dafür, dass in ihren Planungen und Überlegungen, dem Ausarbeiten von Beschluss-und Informationsvorlagen sowie im tatsächlichen Tun zuerst immer alles für den Erhalt jedes, heute vorhandenen Baums, im Werden befindlichen Stadtbaums zu einem Baum bzw. der Forstware obere oder oberste Priorität hat?

3.) Welche weiteren, zusätzlichen Anstrengungen hat die Stadtverwaltung bereits beschlossen und befinden sich in Realisierung, damit in Düsseldorf Jahr für Jahr wirklich mehr Bäume erhalten und nicht gefällt werden müssen, um auch so einen wirklichen, nachhaltigen Beitrag für Mensch, Tier, Natur, Umwelt, gegen den Klimawandel und für die Erreichung des Ziels Klimaneutralität, Klimahauptstadt 2035 erreichen zu können?

Für die Verwaltung teilte die zuständige Beigeordnete, Helga Stulgies, nun mit: „... Es ist richtig, dass die gepflanzten Bäume noch Jahre und Jahrzehnte benötigen, bis sie die Funktionen und Leistungen eines alten ausgewachsenen Baumes vollständig erfüllen können....

Die Düsseldorfer Baumschutzsatzung verfolgt das Ziel, den Baumbestand zu schützen und zu entwicklen. Diesen Zielen sind alle Dezernate und Ämter der Stadtverwaltung verpflichtet....

Im vergangenen Jahr hat die Fachverwaltung mit der Informationsvorlage AÖE/030/2021 die zukünftigen Handlungsfelder aufgezeigt, die dazu beitragen sollen, den Baumbestand in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu erhalten und zu vermehren. …
Darüber hinaus plant die Verwaltung im Rahmen des Projekts „Stadt-Wald / Wald-Stadt“ die Entsiegelung von Flächen verbunden mit der Pflanzung von Bäumen. In einem ersten Schritt wird die versiegelte Fläche an der Albertstraße umgewandelt.“

Torsten Lemmer, Ratsherr und Geschäftsführer der Ratsgruppe Tierschutz / FREIE WÄHLER erklärt: „Die Antworten und vor allem die Nicht-Antworten zeigen klar, dass die Stadt auch künftig nicht deutlich und unmissverständlich herausstellt, dass ein Baum erst noch Jahre und Jahrzehnte benötigt, bis dieser die Funktionen und Leistungen eines alten ausgewachsenen Baumes vollständig erfüllt.

Das, was 2020, 2021 und 2022 gepflanzt wird, ist nicht mit einem ausgewachsenen Baum zu vergleichen.

Sich zu rühmen, schon 5.000 Bäume gepflanzt zu haben, war unredlich.“

Foto: pixabay

Autor:

Alexander Führer (Tierschutz / Freie Wähler) aus Düsseldorf

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