Nachruf der NRW-Piraten : Netzaktivist A.Swartz verstorben.

TPD-Foto: Volker Dau

Mit großer Betroffenheit hat der Landesverband NRW der Piratenpartei den Tod des Netzaktivisten Aaron Swartz aufgenommen.


Dies meldete Achim Müller vom Piraten-Presseteam.
Der Mitbegründer des beliebten Nachrichtenportals Reddit wurde bekannt als Hacker und war wohl ein begnadeter Programmierer.
Aaron Swartz hatte sich für die Freiheit von Wissen und Informationen eingesetzt, verzweifelte offensichtlich daran und nahm sich am 11. Januar, exakt zwei Jahre nach seiner Festnahme, das Leben. Aaron Swartz wurde 26 Jahre alt.

Einer der Grundsätze der Hackerkultur ist, dass Informationen und Wissen frei sein müssen, allen Menschen zur Verfügung stehen und nicht zu einer bloßen Handelsware degradiert werden.

Leider wird gerade in Hochschulen und der Wissenschaft der Zugriff auf Informationen und Wissen künstlich verknappt und steht nicht der Gesellschaft, die diese Forschung überwiegend finanziert und fördert, sondern oftmals nur wenigen zur Verfügung. Gegen diese Elitenbildung hatte Aaron Swartz gekämpft und aus dem Netz des MIT in Massachusetts tausende Dokumente aus der bekannten JSTOR Datenbank [1] heruntergeladen.

Für diese Aktion drohten ihm mehr als 35 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe in Millionenhöhe - das Gerichtsverfahren hätte im Sommer 2013 begonnen. Das mögliche Strafmaß stand in keinem Verhältnis zu dem tatsächlich entstandenen Schaden.

Aaron Swartz hatte außerdem etwa 20% der US-amerikanischen Gerichtsurteile „befreit“. Mit dem Geld, dass er als Reddit-Mitbegründer verdient hatte, kaufte Swartz massenhaft Texte dieser Gerichtsurteile und stellte sie getreu seiner Philosophie kostenfrei im Netz zur Verfügung. Diese Gerichtsurteile sind zwar gemeinfrei (public domain), werden jedoch nur gegen eine Gebühr an interessierte Bürger herausgegeben.

Informationen sind keine bloße Ware und Bildung kein alleiniges Element einer Verwertungskette für die Wirtschaft. Bildung und der Zugang zu Informationen sind ein Menschenrecht und dürfen nicht primär nach Kriterien der Ökonomie behandelt werden. Dafür hatte Aaron Swartz gekämpft.

Elle Nerdinger & DanielSan für den AK Kultur und Medien NRW
CaeVye & Masch für den AK Bildung NRW
Schwarzbart für den AK Forschungspolitik NRW
Nick_Haflinger für die Fraktion der Piraten im Landtag NRW
DerFizz für den Landesvorstand NRW

[1] Techdirt: http://www.techdirt.com/articles/20120917/17393320412/us-government-ups-felony-count-jstoraaron-swartz-case-four-to-thierteen.shtml (englisch)

Autor:

Volker Dau aus Bochum

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