Eine reine Mogelpackung
Tierschutzpartei: Haltungskennzeichnung auf Fleischverpackung - keine Garantie für Tierwohl

Mit scharfer Kritik reagiert die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Die Tierschutzpartei - Landesverband NRW auf die ab heute von mehreren Supermarktketten eingeführten Haltungs-Logos auf Fleischverpackungen. "Bei dem von Aldi, Edeka, Rewe und Lidl per 01.04.2019 eingeführten Haltungslogo ist einzig positiv, dass dieses immerhin ein Jahr vor dem von Ministerin Klöckner angekündigten freiwilligen Fleischlabel an den Start geht," so Sandra Lück, NRW-Landesvorsitzende und Europakandidatin der Tierschutzpartei.
Die Vorgang sei ein erster Schritt. Bei dem Kennzeichen handele es sich jedoch leider zunächst um eine reine Mogelpackung. Den in den Läden kaufenden Verbraucherinnen und Verbrauchern wird so suggeriert, ihr Kaufverhalten habe direkten Einfluss auf die Haltebedingungen der Tiere. Dies ist jedoch nicht per se und zeitnah der Fall.

Massentierhaltung und Fleischindustrie verrichten weiter 'ihr Werk'
Tatsächlich ändern das Label an den tierquälerischen Haltungs-, Transport- und Schlachtungsformen in der industrialisierten Tierhaltung und Tierproduktverwertung nichts. "Kein Schlachthof erhält eine schärfere Überwachung, eine Pflichtkamera an den Betäubungs'straßen' durch dieses Label," betont NRW-Generalsekretärin Elisabeth Maria van Heesch. Erst wenn die Käuferschar mehrheitlich durch ihr Kaufverhalten den Läden klar macht, dass Produkte unterhalt der sogenannten 'Premium-Haltungsform' der Stufe 4 (Auslauf, keine reine Stallhaltung, Bio) nicht gewollt, nicht gekauft werden, wird sich im Angebot der Läden etwas ändern.

Label sieht vier Stufen vor - Tierqualen unverändert
Das für die teilnehmenden Ladenketten ab heute geltende System der Fleischkennzeichnung unterteilt in vier Stufen. Stufe 1 'Stallhaltung' bezeichnet Tierprodukte, in denen die Tier ausschließlich in Ställen gehalten werden.
"Auch dieses massive Tierleid fällt nach deutschem Recht immer noch unter die gesetzlichen Zulassungsbestimmungen," empört sich Martin Lück, zweiter Landesvorsitzender der Tierschutzpartei NRW. Ein Beispiel seien die im wahrsten Sinne des Worte 'armen Schweine', die ihr kurzes klägliches Leben lang nur die Stallhaltung kennen, auf Rosten gehalten werden, Sauen in Körperformkäfigen ohne Bewegungsmöglichkeit. "Wer kauft sowas?", staunt angewidert Sandra Lück.
Stufe 2 bezieht sich auf die sogenannte "Stallhaltung plus" mit 10 % mehr Platz und zusätzlichem Beschäftigungsmaterial, Stufe 3 garantiert den Tieren mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Erst ab Stufe 4 dürfen die Tiere auch aus dem Stall raus und haben Auslauf.

Tierschützer fordern Verbot der Massentierhaltung und Tierindustrie
"Für uns der einzig denkbare Weg, mit unseren tierischen Mitgeschöpfen ethisch vertretbar gemeinsam auf diesem Planeten zu leben, ist das Verbot der Massentierhaltung, das Ende der Massenindustrie mit Tierprodukten," unterstreicht Martin Lück die Position der Tierschutzpartei. Schlachthöfe als Tötungsmaschinen, unerträglich quälerische und für die Tiere psychisch wie seelisch nicht aushaltbare Tiertransporte als Todesfahrten,  eine rein kapitalistisch motivierte Fleischindustrie müssen strengstens von staatlichen Stellen und Veterinäraufsicht überwacht werden, Verstöße gegen das Tierwohl streng geahndet werden auch mit Eingriffen in den Betrieb der Industriellen.

Überdenkung von Kaufverhalten und  Ernährungsgewohnheiten - Abschreckungsbilder auf Verkaufsverpackungen
Jede Käuferin, jeder Käufer von Tierprodukten, die bzw. der sein Einkaufsverhalten, seine Ernährungsgewohnheiten überdenkt, ist auf dem richtigen Weg. "Mit Schlachthofbildern auf den Verkaufsverpackungen von Fleischprodukten als Parallele zu den Abschreckungsbildern auf den Zigarettenpackungen würden sicherlich manchem Konsumenten überhaupt erst die Augen geöffnet werden. Schnitzel wachsen nicht auf Bäumen, sondern sind faktisch ein Leichenteil eines gegen seinen Willen umgebrachten Lebewesens," so engagiert Sandra Lück.

Autor:

Elisabeth Maria van Heesch Tierschutz Essen aus Essen

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