Verwaltung gibt Antworten Stand 2010: Selbstverständlich könnte Hundekot Laternen beleuchten – wenn die Stadtverwaltung wollte

24.01.2018 twitter_Agroalimentando

Düsseldorf, 14. Oktober 2018

Die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER fragte in der Stadtratssitzung vom 11. Oktober de Verwaltung, ob auch Düsseldorfer Laternen Dank Hundekot leuchten bzw. Smartphones und Tabletts aufgeladen werden könnten.

Die Verwaltung antwortete lediglich mit veralteten Informationen, dass es sich um ein Kunstprojekt aus dem Jahre 2010 des Konzeptkünstlers Mazotta handeln würde, dass der Betrieb solcher Anlagen ineffizient und mit erheblichen Kosten und Stadtbildstörungen verbunden wäre, dass ein kontinuierliches Leuchten der Laternen nicht sichergestellt werden könnte, dass für das Aufladen von Smartphones und Tabletts ein zusätzliches Aggregat eingebaut werden müsste und dass durch das Aufstellen großer Container Platz entsprechend der Größe von zwei Papiercontainern sich optisch weder in die Düsseldorfer Parkanlagen, noch in das Straßenlaternennetz einfügen ließe.

Verwaltung unzureichend nachgedacht – drei Beispiele, wo es funktioniert

Die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER stellt zu dieser Antwort fest, dass die Verwaltung wohl nur sehr unzureichend nachgedacht hat. Wir stellten unsere Anfrage am 20. September, also drei Wochen vor dieser Ratssitzung. Bei einer einfachen Internetrecherche wäre man darauf gestoßen, dass zehn Beutelchen Hundekot in einem kleinen Behälter am Fuße der Laterne ausreichen, damit in der Grafschaft Worcestershire, Großbritannien, eine Laterne zwei Stunden leuchtet. Außerdem hätte man festgestellt, dass es auch schon Versuche gibt, mit menschlichen Exkrementen einen Bus zu betreiben und das es ähnliche Projekte auch in Kanada und Indien gibt.

In Waterloo, Kanada, wird Hundekot zentral eingesammelt, das gewonnene Methan für die Stromerzeugung genutzt und der Dünger günstig an die Bauern der Region verkauft. Das Pilotprojekt liefert Energie für 13 Haushalte und spart 630 Kilogramm CO 2 - Emissionen im Jahr ein.

In Bristol, England, wird sogar ein Bus mit Biogas aus menschlichen Exkrementen und Essensresten betrieben. Er pendelt zwischen der Stadt Bath und dem Flughafen von Bristol. Mit vollem Tank kommt er rund 300 Kilometer weit; die durch den Bus verursachte Luftverschmutzung liegt weit unterhalb der eines benzin- oder dieselbetriebenen Gefährts.

Es gibt noch weitere Beispiele, wie man mit Hundekot, menschlichen Exkrementen und Essensresten oder mit einer solarbetriebenen Laterne USB-Anschlüsse für Smartphones und Tabletts betreiben kann.

„All dies hätte die Verwaltung recherchieren und überdenken können, wenn sie gewollt hätte. Dann hätte sie festgestellt, wie man aus Scheiße Geld machen kann und die CO 2 Bilanz Düsseldorfs verbessern hilft. Biogas ist nun wirklich kein neues Thema. Es gibt Ortschaften, auch in Deutschland, die schon völlig autonom ihren Strom- und Wärmebedarf herstellen. Statt mit unserer Anfrage sorgfältig umzugehen, wurde die Beantwortung ins lächerliche gezogen. Schade“, kommentiert Alexander Führer, stellv. Geschäftsführer der Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER.

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