Wohnen statt arbeiten: 360 Wohnungen im ehemaligen Thyssen-Trade-Center

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Vergleichsweise günstig in ansprechender Architektur wohnen, das soll an der Grafenberger Allee möglich werden. Hier stehen gut 42.000 Quadratmeter Büroraum leer. Platz für gut 360 Mietparteien, meint die Stadtverwaltung.

In der benachbarten Edison-Schule informierte Dirk Baackmann, Abteilungsleiter im Planungsamt, wie man sich die Zukunft des Gebäudekomplexes vorstellt: Großzügig geschnittene Wohnungen für kinderreiche Familien sind das Ziel. Die Miete solle bei zehn Euro „kalt“ pro Quadratmeter liegen. Im Durchschnitt, wie Baackmann auf Nachfrage der interessierten Bürgerschaft betonte.
Die vorgesehene Mischkalkulation sieht vor, kleine Einheiten (ab etwa 47 Quadratmeter) gegen ein höheres Entgelt zur Verfügung zu stellen, was sich für Mieter mit größerem Raumbedarf (bis gut 150 Quadratmeter) vergünstigend auswirken soll.
Auf der Immobilienmesse Expo Real in München hatte es im vergangenen Jahr für dieses Konzept einhelliges Lob gegeben.
Wie viele Wohnungen welcher Größe angeboten werden können, ist bislang noch nicht abzusehen.

Düsseldorf betritt Neuland

Mit einem günstigen Mietzins in diesem Umfang bei einem einzigen Immobilien-Projekt betritt Düsseldorf Neuland. Bislang galt eine Förderungsquote von 20 Prozent. Allerdings nur bei Neubauten. Von diesem Quotenmodell hat man nun Abstand genommen. Beim TTC handelt es sich allerdings – Stichwort Umwidmung von gewerblicher Nutzung – um einen Sonderfall.
Architekten halten die 1991 errichtete Immobilie für ein Bauwerk von hohem ästhetischem Reiz. Der Baukörper weist nach außen keine rechten Winkel auf, kreis- und halbkreisförmige Elemente bestimmen die Fassaden und auch die umschlossenen Freiflächen. Diese Innenräume mit Durchmessern von bis zum 50 Meter bieten ausreichend Platz für familienfreundliche Gestaltung mit sowohl Kinderspielplätzen als auch mit Zonen, die der allgemeinen Erholung dienen können.
Durch den Abriss von Gebäudeteilen, die nicht mehr benötigt werden, erschließt sich weiterer Freiraum in unmittelbarer Nähe zu den Wohnungen.
Das direkt neben dem TCC-Areal gelegene Gelände der stillgelegten Bahnstrecke wird sich parallel zur Ertüchtigung der Gebäude in einen Park verwandeln, was die Lebensqualität nochmals steigern dürfte.
Die Stadt rechnet damit, dass die Planungen in diesem Frühjahr vom Rat beschlossen werden können. Bei zügigem Fortgang könnten 2015 die Umzugswagen rollen.

Hintergrund

Das 1991 nach Plänen des Architekten Magnus Maria Troll fertigstellte Thyssen-Trade-Center (TTC) steht auf einem 24.500 Quadratmeter großen Grundstück. Es grenzt direkt an die Düsseldorfer BMW-Niederlassung. Zwei bis sieben Obergeschosse boten über 42.000 Quadratmeter Fläche für Büros. Die Baukosten betrugen damals 110 Millionen Mark. Die Gebäude in Halb- und Viertelkreisen umschließen einen runden, zentralen Platz. Mit dem Umzug der ThyssenKrupp-Konzernzentrale nach Essen begann 2009 das Ende der gewerblichen Nutzung.

Autor:

Henrik Stan aus Düsseldorf

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