Verkehr
Radlerfalle: Ausgediente Schienen

Eine ausgediente Weiche als „Fahrradständer“ auf dem Fußgänger-Überweg an der Schadowstraße. Wehe, wenn ein Radler hier nicht rechtzeitig ausweicht.  Foto: Budde
  • Eine ausgediente Weiche als „Fahrradständer“ auf dem Fußgänger-Überweg an der Schadowstraße. Wehe, wenn ein Radler hier nicht rechtzeitig ausweicht. Foto: Budde
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Rheinbahnschienen können zu gefährlichen Fallen für Radfahrer werden. Auch dort, wo längst keine Straßenbahn mehr fährt und die Gleisrillen scheinbar sicher mit einer Vergussmasse ausgefüllt sind.

Radfahrer Heinz K. hat es böse erwischt. Auf dem letzten Stück der Unterrather Straße fühlte er sich sicher vor Überraschungen. Schließlich sind die nicht mehr genutzten Schienen scheinbar vollständig mit einer dunklen Masse ausgefüllt. Doch plötzlich reißt es ihm den Lenker aus der Hand. Heinz K. stürzt, bricht sich den Arm. Zudem müssen im Krankenhaus Hand- und Schürfwunden behandelt werden.
Schienen, scharfe Kanten und Schlaglöcher machen den Abschnitt zwischen Klinkeplatz und Bahnunterführung in Unterrath zu einem gefährlichen Rumpelpflaster. Vor fast 40 Jahren fuhr hier die letzte Bahn. Der Straßenumbau sollte eigentlich bis Oktober beginnen. Doch der Start verzögert sich – wie berichtet – bis zu einem Jahr. Nicht nur die Fahrbahn, auch die Bürgersteige sind mit Stolperfallen übersät. Fußgänger kommen ins Straucheln, Senioren bleiben mit dem Rollator hängen, Räder von Kinderwagen sacken ein.
Aber auch an anderen Stellen der Stadt werden ungenutzte Schienen zu Radlerfallen. So am Fußgängerüberweg über die Schadowstraße in Höhe von Karstadt. Mit Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie am 20. Februar 2016 wurden die Gleise stillgelegt und die Rillen zugegossen. An einer Weiche blieb neben den Schienen mehrere Löcher frei, die so breit und lang sind, dass man sie als Fahrradständer nutzen könnte. Wehe, wenn hier ein Radler nicht rechtzeitig ausweicht.
Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) weiß, dass Rheinbahnschienen überall zur Gefahr für Radfahrer werden können: „Wenn Schienen eine Kurve machen, nass sind oder sich kreuzen, müssen Radler höllisch aufpassen.“ Aber genutzte und damit blanke Schienen sehe man auch bei Dunkelheit besser. Aber an stillgelegten dunklen Gleisen, die zudem mit einer schwarzen Masse vergossen sind, erkenne man Gefahrenstellen nicht oder oft zu spät.
Auf Anfrage bei der Stadt, wer bei Personenschäden hafte, die auf eine schlechte Fahrbahn zurückzuführen seien, antwortet das Presseamt: „Sollte der Gleisbereich durch den Betreiber (Rheinbahn) aufgegeben worden sein, geht die Verkehrssicherungspflicht hierfür auf die Stadt Düsseldorf über. Kommt es an dieser Stelle zu einem Schadenfall mit Sachschaden und/ oder Personenschaden, haftet die Stadt für Materialkosten, zum Beispiel bei beschädigten Fahrrädern und Krankenhauskosten.“ Ob es letztendlich aber zu einer Übernahme etwaiger Kosten des Geschädigten kommt, werde „im Einzelfall geprüft, da dies von vielen verschiedenen Faktoren abhängt.“

Info 

Ein Meldebogen für Radweg-Probleme gibt es bei der Stadt im Internet unter www.duesseldorf.de/radschlag/meldeformular.html.

Text: Hans-Dieter Budde

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