Lufthansa-Streik:
Reisende haben Anspruch auf Entschädigung nach EU-Fluggastrecht

Düsseldorf.  Am 7. und 8. November streikt das Kabinenpersonal der Lufthansa Gruppe. Zum Arbeitskampf aufgerufen hatte die Gewerkschaft Ufo. Betroffen sind aller Wahrscheinlichkeit nach sämtliche Flüge ab Deutschland im Zeitraum. Insgesamt müssen sich rund 180.000 Passagiere auf Flugausfälle und Verzögerungen einstellen. Annullierungen und Verspätungen infolge von Streiks des Airline-Personals galten lange als Fälle, bei denen Passagieren keine Entschädigungszahlungen zustehen. In der Vergangenheit entschieden Gerichte jedoch immer häufiger zugunsten der Passagiere - sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.
Anlässlich des aktuellen Streiks bei der Lufthansa Gruppe erklären die Rechtsexperten von Flightright, was Passagiere tun können.

Anspruch auf Entschädigung

“Bei Streiks innerhalb der Airline hatten Passagiere bis jetzt kaum eine Chance auf Entschädigung”, sagt Oskar de Felice, Rechtsexperte bei Flightright. “Zwar müssen Airlines auch im Streikfall einen Ersatztransport anbieten und Betreuungsleistungen anbieten. Aus unserer Sicht ist das aber zu wenig. Für den einzelnen Verbraucher ist es allerdings fast unmöglich, hier zu seinem Recht zu kommen und den Entschädigungsanspruch gegenüber der Airline durchzusetzen.” Gemeint sind damit vor allem Fälle, in denen die Arbeitskämpfe von den Airlines provoziert werden. “Unsere juristischen Erfolge bei der Durchsetzung von Streikfällen bestätigen, dass Streiks der Airline-Angestellten kein außergewöhnlicher Umstand sind, sondern Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit einer Fluggesellschaft. Das hat unter anderem das Urteil des EuGH im Fall von TUIfly gezeigt. Wir kämpfen dafür, dass Passagiere für die Unannehmlichkeiten entschädigt werden” so de Felice weiter. Für betroffene Passagiere lohnt es sich also auch im Fall des Lufthansa Streiks eine Entschädigung einzufordern und dabei die Hilfe von Fluggasthelfern wie Flightright zu nutzen.

Tipps für betroffene Fluggäste

Generell gilt: Fallen Flüge aufgrund von Arbeitsniederlegungen aus, ist das nicht automatisch das Ende der Reise. Auch bei einem Streik des eigenen Personals sind Airlines verpflichtet, Passagiere schnellstmöglich über einen Flugausfall zu informieren und eine zumutbare Ersatzbeförderung anzubieten. Wird ein Flug streikbedingt annulliert, können Reisende kostenfrei bei ihrer Airline umbuchen oder den Flug komplett stornieren. Bei annullierten Inlandsflügen kann es sich lohnen, auf die Bahn umzusteigen. Vor dem Ticketkauf sollten Passagiere aber unbedingt die Zustimmung der Fluggesellschaft einholen, um sicherzustellen, dass sie die Ticketkosten übernimmt. Zur Erstattung der Fahrkarte müssen die Belege für den Fahrkartenkauf später bei der Airline eingereicht werden. Wer erst kurzfristig erfährt, dass sein Flug aufgrund eines Streiks nicht wie geplant durchgeführt werden kann, hat vor Ort am Flughafen außerdem immer Anspruch auf folgende Versorgungs- und Betreuungsleistungen:

Autor:

Andrea Becker aus Essen-Borbeck

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