An Tagen wie diesen: Nah dran an Fortuna in einem Stadion, das es bald nicht mehr gibt

Bormuth, Stöger und Zimmer tragen Bänke ...
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Vorfreude gepaart mit Wehmut: Wer am Mittwochabend, 8. August, schon früh beim Freundschaftsspiel von Bundesligist Fortuna gegen den Landesligisten FC Remscheid war, spürte genau das bei den Gastgebern.

Fortunas Fußballer, gerade erst in die 1. Liga aufgestiegen, mit vier Seiten im aktuellsten Sportmagazin des FCR gewürdigt, zu Gast bei ihnen im Röntgen-Stadion. Das ließen sich viele Remscheider Fans nicht nehmen. Aber, und so hörte man es bei Bratwurst im Brötchen und beim Bier immer wieder, sei es das höchstwahrscheinlich letzte Mal, dass ein Bundesligist hier spielen werde. Denn Planungen der Stadt sehen vor, dass dort, wo seit 1925 das Röntgen Stadion steht, ein Outlet Center entstehen soll. Endgültig entschieden sei noch nichts, klingen in manchen Stimmen noch Hoffnungen, aber auch so ist das Stadion sichtlich in die Jahre gekommen. Die Natur erobert sich langsam eine der Zuschauerkurven zurück, junge Bäume wachsen aus den alten Betonsitzen. Auf den anderen Tribünen werden zu Beginn des Spiels 1.500 Zuschauer sitzen, es bröckelt hier und da ein bisschen,und kleine Blümchen haben ihren Weg an die Oberfläche auch schon gefunden.

Aber: Der Rasen ist frisch gesprengt. Auch als die Spieler zum Warmmachen auf den Platz kommen - das Wasser läuft. Und die Stimmung ist gut - und wider vorheriger Erwartungen - sehr ruhig. Auf beiden Seiten. So nah dran sind gerade die Fortuna-Fans der Mannschaft selten. Je nach Platz werden in der Düsseldorfer Arena Spieler dann doch manchmal nur anhand von Laufstil und Nummer erkannt, hier trennen Spieler und Zuschauer wenige Meter. Dass Robin Bormuth, Kevin Stöger und Jean Zimmer die Bänke, auf denen Mannschaft und Betreuer später auf der Aschenbahn sitzen werden, selbst anschleppen, wird wohlwollend quittiert. Ein Hauch von Menschlichkeit halt. Und Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel wird solche Spiele beibehalten, später sagt er: "Auch die unterklassigen Vereine haben es verdient, dass wir sie besuchen. Das werden wir auch weiterhin machen." 

Und dann ist es kurz vor dem Spiel dann doch einen Moment so wie in der Arena. "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen ertönt durch den Lautsprecher. Anpfiff - und Spiel. Die Remscheider bejubeln jede gute Aktion ihrer Mannschaft. Jeder aus der Mannschaft durfte an diesem Tag spielen. "Ein Erlebnis für jeden einzelnen", sagt FCR-Trainer Acar Sar. Die angereisten Düsseldorfer bejubeln jedes Tor. Am Ende sind es acht. Das sagt zum Glück der Stadionsprecher durch - denn auch die Anzeigetafel im Röntgen-Stadion hat ihre Zeit schon hinter sich ...

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