Auch eine Boxgala geplant
Max-Schmeling-Strasse: Henry Maske zu Feierlichkeiten eingeladen

Max Schmeling wohnte auf der Flenderstrasse 12 in der Paulsmühle und trainierte im Haus Wagner auf der Telleringstrasse im Paulsmühlenviertel. ^Foto: privat
  • Max Schmeling wohnte auf der Flenderstrasse 12 in der Paulsmühle und trainierte im Haus Wagner auf der Telleringstrasse im Paulsmühlenviertel. ^Foto: privat
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Im September 2017 entschied die Bezirksvertretung 09, dass eine Straße im Benrather Viertel Paulsmühle nach Max-Schmeling benannt wird. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum besonderen Ereignis laufen.

Da die Fertigstellung der Straßen erst für das Frühjahr 2020 vorgesehen ist, rechnet die Bezirksvertretung 09 erst im Laufe des Jahres 2019 mit einer entsprechenden Verwaltungsvorlage für beide neuen Straßen im Mühlenquartier, die die BV9 dann beschließen wird. Bürger Andreas Vogt aus dem Paulsmühlenviertel berichtet: "Zur Feier haben ich Ex-Box-Profi Henry Maske eingeladen. Er verkörperte Max Schmeling in einer Verfilmung aus dem Jahre 2010." Aber auch die Max-Schmeling-Stiftung in Hamburg hat Vogt bereits einen Kontakt aufgebaut und vorsorglich zur Feier eingeladen. Vogt:"Die Max-Schmeling-Stiftung begrüßt eine Namensbenennung einer Straße nach Max Schmeling in der Landhauptstadt Düsseldorf und freut sich sehr darauf. Eine Feier mit unserem ersten Bürger Thomas Geisel, Ex Box Profi Henry Maske, der Max-Schmeling-Stiftung, der BV 09, Stadt Sportbund, Sportamt und den Bürgern wäre ein großes Ereignis für die Sportstadt Düsseldorf und den Stadtsüden. Ich fände eine damit verbundene, von uns organisierte Box-Gala mit einem professionellen Boxstall in Düsseldorf zugunsten der Max Schmeling Stiftung für eine gelungene Sache. Das spukt noch gerade in meinem Kopf herum und wird hoffentlich Realität."

Mit einem Bürgerantrag beantragte Box-Fan Andreas Vogt am 4. August 2017 die Benennung einer Straße nach Deutschlands größtem Boxer im Benrather Paulsmühlenviertel. Die lokale Politik und die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath e.V. hatte dies bereits seit einiger Zeit zuvor in Erwägung gezogen. Zwischen 1922 und 1923 wohnte Max Schmeling auf der Flenderstrasse 12 in der Paulsmühle. Er trainierte im Haus Wagner auf der Telleringstrasse, einem Lokal mit großem Saal inklusive Boxring im Paulsmühlenviertel. Schmelings Kollege Karl Klein fiel Schmelings Talent für das Boxen auf. Er förderte den jungen Mann und motivierte ihn zum Training im Haus Wagner. In diesem Haus trainierte der 1920 von Karl Klein gegründete Benrather Ring und Stemmclub „Gleichheit“.

Schmeling absolvierte an manchen Tagen zwei Boxkämpfe in Haus Wagner, am 10.12.1922 siegreich zwei. Sein Kollege Karl Klein fiel Schmelings Box-Talent auf. Er förderte den jungen Mann und motivierte ihn zum Training im Haus Wagner.In diesem Haus trainierte der 1920 von Karl Klein gegründete Benrather Ring und Stemmclub „Gleichheit“. Im Viertel Paulsmühle fühlte sich Schmeling wohl. Als auf der Telleringstrasse 56 eine Jugendherberge eingeweiht wurde, feierte Max dies mit seinen Sportkameraden mit einem Fackelumzug durch die Paulsmühle. Anschließend hatte Schmeling mit brennender Fackel den Benrather Schlossweiher einmal komplett durchschwommen. Das bestätigt Max Schmeling in einem Schreiben vom 16.06.1993 an Herrn Czerwinski von der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath. Bei einem „Waldemar“ lernte Max Schmeling in Benrath viel über das Boxen und Akrobatik. Gerade Akrobatik war beim Publikum sehr gefragt.

Im Haus Weber lernte er, wie man einen Rundkopfnagel mit der bloßen Hand in ein Brett schlägt und Ketten zerreisst. Der bekannte lokale Boxer Rudi Fehse verlor gegen den 17-jährigen Schmeling einen Kampf in Haus Weber. Schmelings Zeit in der Benrather Paulsmühle endete 1923 mit seiner Versetzung nach Mühlheim am Rhein.

Dort schloss sich Schmeling dem Mühlheimer Boxclub von 1920 an.
Doch Düsseldorf legte nicht nur die Grundlage für seine Boxkarriere. In Düsseldorf gewann Max Schmeling in der Tonhalle vor über 5.000 Zuschauern am 02.08.1924 gegen den Düsseldorfer Johann Czapp.Schmeling hatte es allen mit 19 Jahren und 77 Kilogramm Körpergewicht gezeigt. Von nun an war er als Profi zugelassen. Weitere dafür notwendige Qualifikationskämpfe waren nicht erforderlich. Seine Börse für den Kampf betrug 80 Mark. Davon ging Max zum Muschelessen in die Düsseldorfer Altstadt, bezahlte Mietschulden und schickte seiner Mutter etwas Geld. Von da an war Schmelings Aufstieg in die Profiwelt des Boxens nicht mehr aufzuhalten. Schmeling kämpfte ein zweites Mal in Düsseldorf am 07.12.1924 gegen den Franzosen Battling Marthar und siegte durch KO in der dritten Runde. Die legendären, großen Boxkämpfe sollten erst noch kommen. Max Schmeling besuchte Benrath und die Paulsmühle später ab und zu, so zum Beispiel 1929 zu einer Ehrung. 

Schmeling überlebte den 2. Weltkrieg. Als einziger deutscher Sportprofi wurde er zum Militär eingezogen und beim Angriff auf Kreta verletzt. Mit dem Nazi-Regime konnte sich Schmeling nie anfreunden und eine ständig geforderte Mitgliedschaft in der NSDAP lehnte er ab. Er wollte sich nicht für das System der Nationalsozialisten instrumentalisieren lassen. Seine zweite Lebensphase war geprägt von großem sozialen Engagement und Erfolg als Unternehmer. Max Schmeling starb am 2.02.2005.Ende der 80er war das alte Haus Wagner bereits abgerissen und ein neues Haus auf der Telleringstrasse gebaut worden.

Weitere Infos zu Max Schmeling auf www.max-schmeling-stiftung.de

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