Testläufer - Strümpfe für umsonst

sehr hübsch!

Ich hätte es wissen müssen.
Aber manchmal geht sie einfach mit mir durch – die Raffgier.
Da hat man mal Beziehungen und will sie prompt auch spielen lassen.
Im Vorbeigehen quasi, wird man in das Hinterkämmerchen der Ortsapotheke gezogen, macht bereitwillig das Bein frei und lässt sich die Schenkel ausmessen.
Wenige Tage später erfolgt der ersehnte Anruf: „Er ist da!“
Ich eile um drei Straßenecken, nehme freundlich dankend die Papiertüte an, eile zurück, reiße die Tüte auf und entdecke das Preisschild:
39,95 Euro – YES!!!
Vergessen ist die peinliche Eskapade im Apothekenséparée.
So viel Geld nicht bezahlen zu müssen, für …

Ja, für was eigentlich?
Ich sagte es bereits, ich hätte es wissen müssen, oder ehrlicher: Ich wusste es.
Hatte nicht die familiäre Beziehung in die Ortsapotheke gewohnt verantwortungsbewusst über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt?
Ein Hinweisschild „Stützstrümpfetestläufer“ für die Stirn wurde mit keiner Silbe erwähnt, was sicher bedeutete, dass es ein solches Schild nicht geben würde, um den sonderlichen Aufzug zu erklären.

Was tut man nicht alles, wenn man heimlich einsieht, dass man irrt?
Man hofft auf kaltes Langhosen-Wetter.
Man erwägt, sich einfach streikend aus der Affäre zu ziehen.
Zeitweise liebäugelt man sogar mit einer Erkältung, um nicht antreten zu müssen.

Und dann kommt es wie es kommen muss:
Die Sonne steht strahlend am Himmel.
Es ist warm – eindeutig Kurzhosen-Wetter.
Vom Streik hat man sowieso schon die Nase voll.
Und gesundheitlich ist alles bestens im Lot.

Man zwängt sich in die Strümpfe, könnte dabei fast ein wenig Stütze gebrauchen, probiert eine Vielzahl von Hosen an, die das Gesamtbild auch nicht aufzuwerten vermögen, bedauert, dass der Haushalt über keine kurzen Lederhosen verfügt, damit das ganze stilecht aussieht…
Immerhin hat die Familie gute Unterhaltung und großen Spaß am Sonntagmorgen.

Zehn, neun, acht, sieben … Peng - Startschuss!
Es läuft wie von selbst, denkt man, bis die Dame, die man bei Kilometer 0,138 überholen will sich erkundigt, ob es die Strümpfe seien, die einen so voraneilen lassen.
Irgendwann läuft es trotzdem wieder wie von selbst.
Die Endorphine explodieren und man fragt sich ernsthaft, wie es bei dem Tempo gelingen soll, die Strümpfe beim Zieleinlauf glücklich grinsend in die Kamera zu halten.

Anstrengend war’s, wie immer herausfordernd, die geliebte Strecke durch's Neandertal
und vor allen Dingen schön.
Und auch, wenn ich es hätte wissen müssen:
Stützstrümpfe sind bei Eitelkeit absolut kontraindiziert.
Und sie schützen nicht vor Muskelkater.
ABER: Ich würde es jederzeit wieder tun – mir für umsonst solche Strümpfe anpassen lassen.

Aus aktuellem Anlass heute hier im LK eingestellt: Info und online Anmeldung zum 23. Neandertallauf, hier klicken
und als Link zu meinem Kommentar unter diesem Text

Autor:

Femke Zimmermann aus Düsseldorf

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