Der Wagenbau ist eine Kunst für sich

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Hochbetrieb herrscht derzeit in dem riesigen Hallenkomplex an der Merowinger Straße, in dem Künstler Jaques Tilly mit seinem Team Motivwagen für den Rosenmontagszug baut.
„Das ist hier momentan wie bei VW. Ein Wagen nach dem anderen verlässt jetzt unsere Halle, insgesamt einige dutzend“, erzählt Tilly schmunzelnd, während er zwischen den halbfertigen Motivwagen nach Stützen für überdimensionale Blumen sucht. „Die haben wir für eine Pflanzenmesse als Dekoration gebaut. Unsere Blumen sind der Verkaufsschlager, die waren unter anderem auch schon bei einer ‚Wetten, dass...?‘-Sendung als Deko im Einsatz.“ Doch derzeit gilt die gesamte Aufmerksamkeit des rund zehnköpfigen Mitarbeiter-Teams ganz klar den Motivwagen für den Rosenmontagszug. „Durch den Einsturz der Halle an Heiligabend sind wir ein wenig zurückgeworfen worden. Deshalb arbeiten wir jetzt auch an den Wochenenden durch, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen.“
Am Anfang jedes Motivwagens steht ein Entwurf, den Tilly selber zeichnet. So auch für die politischen Wagen, die erst in den nächsten Wochen entstehen werden. „Da wollen wir thematisch so aktuell wie möglich sein und bauen diese Wagen daher immer erst zum Schluss.“
Die politischen Motivwagen sind das Steckenpferd des 47-Jährigen, der mit seiner durchaus auch bissigen Satire schon mal aneckt. „Ich genieße es, auf diese Weise öffentlich meine Meinung zu bestimmten Themen auszudrücken. Zudem steht unser Karnevalskomitee in kritischen Fällen immer zu mir und stärkt mir den Rücken. In dieser Form gibt es das in anderen Karnevalshochburgen nicht.“
Stolz ist der Künstler, der seit 27 Jahren Motivwagen für den Karneval baut, auch auf die künstlerische Arbeit, die er und seine Mitarbeiter leisten. „Das Wagenbauen ist eine Kunst für sich. Neben einem guten Entwurf ist vor allem die Drahtkonstruktion besonders wichtig. Durch das so genannte Drahten geben wir den Figuren ihre Form, die durch das Kaschieren und Bemalen dann noch plastischer wirkt.“
Traurig darüber, dass seine rollenden Kunstwerke, die in mühevoller Kleinarbeit entstehen, nach den Umzügen wieder zerstört werden, ist Jaques Tilly nicht: „So ist das eben. Schließlich bauen wir ja nichts für die Ewigkeit.“

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