Der weise Adventskalender

In diesem Jahr hatte ich auf Facebook einen tollen Adventskalender der Firma Boesner entdeckt. Boesner vertreibt hochwertige Materialien aller Art für Künstler.

Voller Freude öffnete ich jeden Morgen virtuell ein kleines Boesner-Türchen und beschäftigte mich mit höchst interessanten Fragen. Wer als erster das Urheberrecht für Künstler erfand (Rembrandt), woher Peter Paul Rubens stammt (Siegen), woraus die Farbe Karmin gewonnen wird (weibliche Schildläuse), woraus sich der Begriff Miniatur ableite (mit Mennige gefärbt für die feine Buchmalerei) oder wer der Schutzpatron der Maler ist (hl. Lukas).

Tag für Tag stellte die Firma Boesner eine Frage, die zu beantworten mit Hilfe von Lexika viel Spaß bereitete und die einen immer weiter in die Tiefe brachte – hin zu Künstlern und deren Musen. Bei diesen Forschungen wurde ich aufmerksam auf eine höchst interessante Schriftstellerin, die Friederike Mayröcker. Am 20.12.2014 wurde sie neunzig Jahre alt.

Sie lebt in Wien und unternimmt dort täglich ihre Kaffeehaustouren, die in ihrem Stammcafé enden. Dort sitzt sie, beobachtet, unterhält sich mit Leuten, greift hin und wieder zu ihrem Blutdruck-Meßgerät und überprüft, ob noch alles in Ordnung ist mit ihrem Körper. Greift hin und wieder zu Pillendöschen, um ihre Gesundheit zu erhalten.

Sie raucht und trinkt nicht, nimmt keine Drogen – aber braucht zur Schreib-Stimulanz die Musik. Klassische Musik. Händel dreht sie manchmal bis zum Anschlag auf und dann fließt es aus ihrer Seele. Über 70 Bücher hat sie veröffentlicht. Ihre Sprache sei ein „fliegender Teppich“ schreibt Peter Grubmüller in den nachrichten.at.

Verheiratet war sie - bis zu dessen Tod - mit Ernst Jandl, einem der bedeutendsten Vertreter des Dadaismus. Von ihm ist auf You tube u.a. zu hören „Das Röcheln der Mona Lisa“.

Gewonnen habe ich bei Boesner bis heute keinen der schönen Preise, die es für die richtigen Antworten gibt. Es winkten die herrlichsten Preise, wie Flachpinsel, bespannte Rahmen, Slberstifte, Aquarellfarben in einem tollen Kasten oder ein Bleistiftset. Darüber bin ich allerdings nicht ganz so traurig, wie es den Anschein haben könnte.

Gewonnen habe ich aber etwas, was mir auf Dauer bleibt: ein klein wenig Wissen über die große Welt der Malerei und die Bekanntschaft von Friederike Mayröcker. Ich bin mir sicher, das ich über sie noch viele weitere interessante Menschen kennen lernen werde. Und dafür danke ich der Firma Boesner von Herzen.

Foto: Notre Dame aus Streichhölzern aus der Website: www.streichholzkunst.de
angefertigt von meinem Sohn Michael Anhäuser

Autor:

Karin Michaeli aus Düsseldorf

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