Gesichter unserer Stadt: Philipp Kohlen-Priebe vom Theater Flin

Mal nicht in seinem Theater, mal nicht in Schwarz: Philipp Kohlen-Priebe ist in Gerresheim geboren, arbeitet in Flingern und möchte seinen Lebensabend mit Blick auf das Ständehaus verbringen. Foto: Stefanie Siegel
  • Mal nicht in seinem Theater, mal nicht in Schwarz: Philipp Kohlen-Priebe ist in Gerresheim geboren, arbeitet in Flingern und möchte seinen Lebensabend mit Blick auf das Ständehaus verbringen. Foto: Stefanie Siegel
  • hochgeladen von Christina Görtz
Wo: Theater FLINgern, Ackerstraße 144, 40233 Düsseldorf auf Karte anzeigen

Wer das Theater FLINgern kennt, kennt ihn: Philipp Kohlen-Priebe. Seit 2004 ist er einer der Hausherren im ehemaligen Zimmertheater an der Ackerstraße 144. Angefangen hat sein Leben als „waschechter Düsseldorfer“ in Gerresheim – dort ist er 1956 auf die Welt gekommen.

„Ich war ein Frühchen, mit 53 Zentimetern und 3500 Gramm“, sagt Philipp Kohlen-Priebe. Er lächelt verschmitzt, wartet auf eine Reaktion. 53 Zentimeter? 3500 Gramm? Völlig normal für ein Neugeborenes. Kohlen-Priebe löst auf: „Offiziell war ich ein Fünf-Monatskind. Vorher waren meine Eltern nicht verheiratet.“ Geboren wurde er im Haus seiner Urgroßeltern in Gerresheim – „da kam die Hebamme mit heißem Wasser“. Im Düsseldorfer Osten verbrachte er seine ersten Lebensjahre. Später zog es die Familie nach Unterrath. Als Kind hat er den Wildpark geliebt, auf der Hardt den Wasserspielplatz unsicher gemacht. „Das war wie Urlaub in Italien“, sagt er, und fügt mit einem Blick aus dem Fenster an an: „Früher als es noch einen Sommer gab.“

Ebenfalls früh zeichnete sich ab, wohin ihn sein Weg einmal führen würde. „Schon als Kind habe ich mich gerne verkleidet“, erzählt Kohlen-Priebe. Nach seinem Abschluss an der kaufmännischen Handelsschule in Bilk machte er Ausbildungen, die zur Bühnenreife führte. Als ein Sohn im Kindergarten (St. Bruno) war, nahm er seine 1. Theaterproduktion für Kinder in Angriff. Kohlen-Priebe bewegte sich in der freien Theaterszene Düsseldorfs, kam mit vielen, die auch heute noch in Düsseldorf aktiv sind, zusammen. Anfang der 80er Jahre war er an der Gründung der ersten freien Spielstätte Düsseldorfs, dem „Auxilium“, beteiligt.

„Mein Lebensweg führte mich dann nach Flingern“, erzählt Kohlen-Priebe. Gemeinsam mit Oliver Priebe übernahm er 2004 das 1999 gegründete Theater FLINgern. Kohlen-Priebe: „Es war das erste Düsseldorfer Stadtteil-Theater, heute gibt es einige davon.“ Nicht ganz ohne Stolz sagt er: „Wir haben es zu dem Kulturkleinod gemacht, das es heute ist.“ Für Flingern hofft er, dass die Mieten nicht noch weiter steigen, denn dann, so ist er sich sicher, sind die kreativen Leute, die sich dort angesiedelt haben, wieder weg. Auch eine Quartiersgarage könne nicht schaden.

Was er, der „waschechte Düsseldorfer“ an seiner Stadt mag. „Platt“, lautet die prompte Antwort. Das Wort Möschpiepiepsgäsken, was nicht anderes heißt als Vogelsanger Weg, hat es ihm besonders angetan. Und eh: „In Platt kann man viele Dinge sagen, die nicht beleidigen, weil es einen herzlichen Ursprung hat“, sagt Kohlen-Priebe.

Sein Lieblingsplatz ist die Rheinuferpromenade. Nicht sonntags, wenn es voll ist. Aber während der Woche mag der Theatermann diesen Platz. „Ich war als Kind oft da, damals, als es den Rheinufertunnel noch nicht gab. Es ist heute noch eine Oase der Erholung“, sagt er. Auch den Kö-Bogen sieht er als tolle Entwicklung für die Stadt.

Nur eine Sache ist da, die er bemängelt. „Ich finde, dass von Seiten der Politik kleineren Häusern zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird“, sagt Philipp Kohlen-Priebe nachdenklich.

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