Lust auf Oldtimer

Kfz-Meister Sven Freund in seiner Werkstatt.
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Immer mehr Deutsche entdecken ihre Liebe zu historischen Automobilen. Oldtimer stehen derzeit hoch im Kurs: In Deutschland gibt es fast eine halbe Million Pkw, die 30 Jahre und älter sind. Laut einer Studie des Allensbach-Instituts aus dem Jahre 2008 interessieren sich 4,3 Millionen Autofahrer für Oldtimer. Rund eine Million liebäugelt mit dem Gedanken, selbst einen Oldtimer zu besitzen. So mancher muss nur noch ein paar Jährchen warten, denn mehr als 1,3 Millionen Youngtimer aus den 80er- und frühen 90er-Jahren sind ebenfalls in Deutschland unterwegs.

Fachbetriebe für historische Fahrzeuge lieben alte Autos

Eine Wertanlage ist ein Oldtimer aber nur bei guter Pflege. Am besten gibt man ihn in die Hände eines Fachbetriebs. Im Kraftfahrzeug-Handwerk gibt es dafür das Gütesiegel „Fachbetrieb für historische Fahrzeuge“. Mit dem Zusatzschild „Fachbetrieb für historische Fahrzeuge“ zum blau-weißen Schild „Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ können sich kompetente Kfz-Betriebe mit erfahrenem Fachpersonal ausweisen. Für eine Zertifizierung wird ein Betrieb anhand von Vergabekriterien überprüft. Die erste Voraussetzung ist. dass die Firma Mitglied in einer kraftfahrzeugtechnischen Innung ist. Man stellt bei der Innung einen Antrag auf Anerkennung zum „Fachbetrieb für historische Fahrzeuge“.

Sven Freund führt einen Kraftfahrzeugtechniker-Meisterfachbetrieb in Remscheid-Lüttringhausen und restauriert Oldtimer. Seit Anfang 2013 hat der 41-Jährige auch das begehrte Gütesiegel für Oldtimer. Seine Liebe begann mit einem Traum. „Ich wollte irgendwann einmal einen Oldtimer fahren. Und es sollte ein Mustang sein“, sagt Freund, den ich in seiner Werkstatt in Remscheid besuche. Zum 40. Geburtstag bekam er von seiner Frau einen Gutschein geschenkt, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Er verschwindet kurz und gleich darauf hört man schon am Sound des Motors, dass da etwas Besonderes anrollt. Dann steht er da vor mir, ein dunkelblaumetallicfarbener Ford Mustang der ersten Fahrzeug-Generation (Baujahr 1967). „Der Mustang ist aus den USA importiert. Acht Monate lang habe ich den Wagen dann selbst restauriert“, sagt Freund.

So blieb es nicht aus, dass die Kunden den Wagen in unterschiedlichen Stadien der Restaurierung in der Werkstatt sahen und dem Meister Bewunderung und Lob zollten. Auf diese Weise entdeckte Sven Freund nicht nur sein Herz für alte Autos, sondern auch eine neue Geschäftsidee. Nach der Zertifizierung hat er neue Kunden dazu gewonnen, die mit ihren Oldtimern sogar extra aus Düsseldorf oder Leverkusen zu ihm kommen. „Ich bin da echt auf eine Marktlücke gestoßen“, erklärt Freund, der seit 2008 seine eigene Werkstatt hat. Seine Frau und sein Vater helfen im Betrieb mit, mittlerweile bildet er den zweiten Lehrling aus. „Mein Hobby ist jetzt zum Beruf geworden“, sagt der Handwerksunternehmer. Mittlerweile hat er sich auch dem deutschen Mustang-Club angeschlossen und an der Oldtimer-Rallye „Röntgen-Classic“ in Lennep teilgenommen. Immerhin ist er dort unter den ersten 20 gelandet. Nebenbei ist Sven Freund auch im Vorstand der Kfz-Innung Remscheid und im Prüfungsausschuss ehrenamtlich tätig.

Nicht jeder bekommt das "H-Kennzeichen"

Für das Oldtimer-Kennzeichen „H“ schreibt der Gesetzgeber übrigens konkrete Regeln vor. Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein und von einem Sachverständigen als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ eingestuft werden. „Es muss einen guten Pflege- und Erhaltungszustand aufweisen“, sagt Sven Freund. „Außerdem müssen die Hauptbaugruppen an den damaligen Originalzustand angelehnt oder zeitgenössisch ersetzt sein. Ohne ein Netzwerk von Teileherstellern und Spezialisten ist man da als Besitzer auf verlorenem Posten.“ Aber da ist man als Oldtimer-Fan bei Sven Freund in den besten Händen und bekommt meisterlichen Service mit Zertifikat.

Hier gibt es eine Suchhilfe für Fachbetriebe für historische Fahrzeuge

Autor:

Norbert Opfermann aus Düsseldorf

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