Schwimbad statt Waschstraße: „Unterrather Tor“ und Großprojekt sorgen für Diskussionen

An der Ulmenstraße in Derendorf, an der Grenze zu Unterrath, plant Rewe einen riesigen Supermarkt und die Stadt will an der Ecke ein Hallenbad bauen. Die Flächen vom „toom“-Markt, der daneben liegenden Waschstraße und einer Tankstelle dahinter werden einbezogen. Foto: Budde
  • An der Ulmenstraße in Derendorf, an der Grenze zu Unterrath, plant Rewe einen riesigen Supermarkt und die Stadt will an der Ecke ein Hallenbad bauen. Die Flächen vom „toom“-Markt, der daneben liegenden Waschstraße und einer Tankstelle dahinter werden einbezogen. Foto: Budde
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Rewe will seinen Supermarkt an der Ulmenstraße mit dem Baumarkt „toom“ und der Tankstelle zu einem riesigen Einkaufszentrum verschmelzen. Auch ein Hallenbad ist dort geplant.

Es tut sich was an der Grenze von Derendorf und Unterrath, genauer gesagt rund um die Kreuzung Ulmen-/Kalkumer Straße, An der Piwipp und Thewissenweg. Zwischen Nordfriedhof und Mercedeswerk in Derendorf muss eines der größten Gewerbeflächen im Norden der Stadt umgestaltet werden. Der Großmarkt ist überdimensioniert. Rewe braucht Verkaufsflächen. Mindestens eine von zwei Tankstellen soll wegfallen. Es fehlen geordnete Parkflächen, Tiefgaragen sind wegen der Bodenrückstände auf dem ehemaligen Lackfabrik-Gelände kaum möglich. Es soll aber die Zukunft alteingesessener Betriebe wie das Autohaus Slagmann gesichert werden.
Rewe bestätigte gegenüber dem Rhein-Boten Ausbaupläne, wollte aber keine Details nennen. Im Gespräch mit Bauderzenentin Cornelia Zuschke stellte das Unternehmen bereits ein Modell vor. Wann die Bauanträge folgen, ist noch offen. Wohnungen plant Rewe nicht. Durch die Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr und Anlieferungsfahrzeuge würde die Nachtruhe gestört.
Auch die Stadt ist im Boot. „Die Bädergesellschaft möchte an der Ulmenstraße Ecke Piwipp bis etwa zur jetzigen Waschstraße der Tankstelle ein Hallenbad bauen“, bestätigt Aufsichtsratsmitglied Bürgermeister Wolfgang Scheffler (Grüne). Vor der Tür hielten Straßenbahnen und Busse, Besucher könnten den Rewe-Parkbereich mit nutzen.
Gar nicht glücklich darüber ist sein Aufsichtsratskollege, der Unterrather Ratsherr Dirk Sültenfuß (CDU). Er verweist auf Beschlüsse zum Neubau des Unterrather Bades an der 1,2 km entfernten Ecke Kalkumer-/Eckenerstraße. Es solle Bestandteil eines Bürger- und Stadtteilzentrumzentrum werden: „Ein Bad in Derendorf ist kein Mehrwert für Unterrath.“
Unterschiedliche Meinungen gibt es auch zur Zukunft der renovierungsbedürftigen Häuser nördlich von „Piwipp“ und Thewissenweg, auf denen die Stadtteilgrenze verläuft. Der Eigentümer plant ein markantes „Unterrather Tor“ mit Geschäften und Wohnungen. SPD-Ratsherr Frank Spielmann: „Das würde den ganzen Stadtteil nach vorne bringen. Man muss allerdings auch ausgefallene Ideen zulassen und nicht gleich zerreden.“ Anwohner und Bezirksvertretung sollten, so die Stadtverwaltung, bei der Planung über das übliche und gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus einbezogen werden.
Die Entwicklungen an der Stadtteilgrenze betreffen zwei Bezirksvertretungen (BV 01 und BV 06). Peter Rasp, SPD-Fraktionsvorsitzender in der BV 6: „Bei Projekten von übergreifendem Interesse haben wir immer gut zusammengearbeitet.“ Was den möglichen Verlust des Schwimmbades in Unterrath angeht, sieht er kein Problem: „Die ganze Ecke gehört doch gefühlt sowieso zu Unterrath.“

Text: Hans-Dieter Budde 

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