Neue Kampagne „Seht mich!“
Beratung und Betreuung für Trennungs- und Scheidungsfamilien

Es ist Teil der UN-Kinderrechtskonvention ebenso wie der deutschen Gesetzgebung.
Und es gilt uneingeschränkt: das Recht von Kindern und Jugendlichen auf regelmäßigen Kontakt zu Vater und Mutter gleichermaßen, auch wenn die Eltern in Trennung oder Scheidung leben.
Eine Trennung der Eltern ist für Kinder schwierig. Vor allem dann, wenn der Kontakt der Eltern von gegenseitigen Vorwürfen dominiert oder eine gemeinsame Zeit mit dem getrenntlebenden Elternteil
sogar verweigert wird. Nichtsdestotrotz wünschen sich fast alle Kinder nach einer Trennung den Umgang mit beiden Elternteilen.
Wo immer die Konflikte zwischen den Erwachsenen liegen und wie gravierend sie auch sein mögen, die Bedürfnisse der Kinder dürfen darüber nicht vergessen werden – beziehungsweise erst dann wahrgenommen werden, wenn die emotionalen und psychischen Belastungen der Kinder bereits  z.B. zu Verhaltensauffälligkeiten führen.
Betroffene Familien sollten sich nicht scheuen, schon frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Denn gerade in Trennungssituationen zeigen sich viele Kinder sehr angepasst, um für ihre Eltern keine zusätzliche Belastung darzustellen. Und so werden sie mit ihren Bedürfnissen häufig einfach übersehen. Doch ihr „Weiterfunktionieren“ bedeutet nicht, dass sie weniger leiden.
Um Kinder und ihre Eltern in Trennungs- und Scheidungssituationen zu unterstützen, hat der Kinderschutzbund schon seit vielen Jahren ein ganzes Maßnahmenpaket im Angebot:

  • TuSch! – Trennungs- und Scheidungsgruppe für Kinder von 7 bis 10
  • Begleiteter Umgang für Kinder/Jugendliche und ihre getrenntlebenden Elternteile
  • Kinder im Blick® – Trainingskurse für getrenntlebende Eltern
  • Väter Solo – eine Gruppe nur für Väter

Eine neue Plakat-/Postkarten-Kampagne unter dem Titel „Seht mich!“ soll diese Angebote nun verstärkt in die Öffentlichkeit tragen. Das Kampagnenmotiv wurde illustriert von der Künstlerin Renate Alf aus Weimar. Die Cartoonistin hatte bereits die Motive der erfolgreichen Kampagne „Sprich mit mir!“ gezeichnet, durch die Eltern dazu animiert werden sollten, die Hände vom Handy zu lassen und stattdessen mit ihren Kindern zu kommunizieren.
„Auch mit unserer neuen Kampagne ‚Seht mich!‘ wollen wir die Eltern erneut eben nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf humorvolle Art und Weise auf ihr Kind aufmerksam machen. Seht, das ist euer Kind, das jetzt besondere Unterstützung braucht“, betont Jessica Szopinski, Leitung „Begleiteter Umgang“ beim Kinderschutzbund Düsseldorf.
Die Plakate und Postkarten „Seht mich!“ sind seit Anfang Dezember z.B. in Arztpraxen, Büchereien, Bildungseinrichtungen und Cafés zu sehen bzw. liegen dort aus.
Ein zentraler Baustein im Maßnahmenpaket des Kinderschutzbundes Düsseldorf zur Unterstützung von Trennungs- und Scheidungsfamilien ist die TuSch!-Gruppe. Das Angebot richtet sich gezielt an Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren. In der Gruppe bekommen sie die Möglichkeit, frei und unbeeinflusst von den jeweils beteiligten Eltern über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen.
Allein diese Chance, sich etwas „von der Seele zu reden“, ist ungeheuer wichtig für die Kinder. Denn viele, wenn nicht die meisten, leiden sehr unter ihrer familiären Trennungssituation und dem Verlust des einen Elternteils – erst recht, wenn Mutter und Vater zum Teil heftige Konflikte austragen.
Denn gerade dort zeigt sich immer wieder ein Kernproblem: Die Erwachsenen sind derart ihren  eigenen Problemen gefangen, dass sie gar nicht mehr wahrnehmen (können), wie sehr auch ihre Kinder in diesen Strudel hineingezogen werden.
Gerade in dieser Situation brauchen Kinder eine neutrale Plattform, auf der sie in respektvoller und wertschätzender Atmosphäre ihre Wünsche und Bedürfnisse offen aussprechen, auf der die häusliche Situation aufgearbeitet werden kann, auf der sie lernen, mit ihrer Traurigkeit und Wut umzugehen, auf der sie sich von eventuellen Schuldgefühlen befreien können.
Die TuSch!-Gruppe des Kinderschutzbundes Düsseldorf bietet genau diese Möglichkeiten.
Speziell mit diesem Angebot für Jungen und Mädchen in Trennungs- bzw. Scheidungsfamilien ist der Kinderschutzbund bestens vernetzt: mit dem Jugend- und Elternberatungsdienst der Stadt Düsseldorf, dem Caritasverband sowie der Diakonie Kaiserswerth – so dass alle vier Anbieter gemeinsam und aufeinander abgestimmt jeweils das ganze Jahr über solche Gruppen durchführen. In der Regel versucht der Kinderschutzbund, die Teilnahme an der TuSch!-Gruppe mit weiteren Maßnahmen zu kombinieren. Quasi in einer „konzertierten Aktion“ sollen die von Trennung bzw. Scheidung betroffenen Familien ganzheitlich unterstützt werden, indem auch die Erwachsenen Hilfsangebote etwa in Form von Elternkursen wahrnehmen.
Ein weiteres zentrales Angebot vom Kinderschutzbundes Düsseldorf ist der „Begleitete Umgang“.
Dieser ermöglicht Kindern und Jugendlichen, in Begleitung einer speziell ausgebildeten Fachkraft gemeinsam mit dem getrenntlebenden Elternteil eine vor allem unbeschwerte Zeit zu erleben. Und
da das Recht auf Umgang selbstverständlich ab Geburt besteht, hat der Kinderschutzbund im Jahr 2015 ein spezielles „Baby-Konzept“ etabliert. Es kommt zum Tragen, wenn z.B. nicht verheiratete Väter das gemeinsame Sorgerecht auch ohne Einverständnis der Kindesmutter beantragen.
Besondere Unterstützung speziell für betroffene Eltern leisten die Angebote „Kinder im Blick®“ und „Väter Solo“: Ziel von „Kinder im Blick®“ ist die Förderung einer besseren und spannungsfreien Kommunikation getrenntlebender Eltern im Interesse des Kindes. Der von der Deutschen Liga für das Kind prämierte Kurs ermöglicht das und beschäftigt sich unter anderem mit Fragen wie: Was ist für meine Kinder aktuell wichtig? Wie können wir als Eltern besser miteinander umgehen? Wie trage ich dazu bei, dass mein Kind sich fröhlich und gesund entwickelt? In der Gruppe „Väter Solo“ werden Väter gestärkt, ihre Vaterrolle auch in getrenntlebenden Situationen anzunehmen und Zuversicht zu entwickeln, die kommenden Aufgaben zu bewältigen. Unter dem Leitgedanken „getrennt sein – Eltern bleiben“ können sie Konzepte entwickeln, auch bei eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten als Vater präsent zu sein, ihre elterlichen Aufgaben der Situation angepasst neu zu justieren. Allen Elternangeboten des Kinderschutzbundes liegt eine zentrale Idee zugrunde: Die getrenntlebenden Erwachsenen werden dabei unterstützt, einen echten Perspektivwechsel zu vollziehen und den Blick zu schärfen für das Wohl ihres Kindes – um besser in der Lage zu sein, auf ihr Vaterherz bzw. ihr Mutterherz zu hören.

Autor:

Bettina Erlbruch aus Düsseldorf

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