Braucht Langenfeld diesen Tunnel ?

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Die Rheinische Post bringt heute mal wieder Richrath' s Dauerbrenner auf die erste Lokalseite. Die Mehrheitsfraktion der CDU wird nunmehr dem Bau eines Tunnels zustimmen. Ausschlaggebend dafür war die Meldung aus der Verwaltung, dass die Baukosten ein wenig heruntergehandelt wurden. Nun sollte man diesen Wert aber nicht überbewerten, denn er liegt im einstelligen Bereich und über die Baukosten dürften zum jetzigen Zeitpunkt nur Überschlagswerte vorliegen. 

Trotz Bahnübergang fühlt man sich in Richrath-Nord an der Stadtgrenze zu Hilden seit dreißig Jahren abgeschnitten. Das schafft einen Leidensdruck, der sich über Jahrzehnte aufgebaut hat   ! Vor allem die Einzelhändler, die hier Brötchen oder Klamotten verkaufen.  Es ist die geschlossene Schranke, die Kunden aus dem Niemandsland zwischen Hilden und Richrath davon abhalten, hier einzukaufen. Wie oft die Schranke nun zu ist, dass erfährt man nicht, aber es ist schon irgendwie lästig warten zu müssen, zumal unsere tägliche nutzbare Zeit immer mehr ausgetaktet wird. 

Die Bahn dürfte ein vorrangiges Interesse daran haben, diesen Bahnübergang sicherer zu machen, eine Schließung wäre für sie die wirtschaftlichste Lösung. Nicht nur für die Bahn, auch volkswirtschaftlich wäre das sinnvoll, denn Unterhaltungskosten für einen Tunnel oder eine Brücke sind nicht unerheblich.

Dazu braucht sie aber die Zustimmung von der Gemeinde und die prüft, ob das verkehrstechnisch zumutbar ist. Umwege, die Verkehrsteilnehmer dann hinnehmen müssen, kommen auf den Prüfstand der "Unzumutbarkeit".

Die Zumutbarkeit ist auf dem "Prüfstand" im Langenfelder Rathaus seit Jahren durchgefallen oder sind es nur die Querelen einiger Geschäftsleute und Anwohner, die das alles subjektiv beurteilen ? Wer auf Deutschlands Straßen mit dem PKW unterwegs ist, der ist staugeplagt, vor allem im Land NRW , ob im Ruhrgebiet oder im Großraum Köln, oft läuft der Motor minutenlang in der Leerlaufdrehzahl. Wer an "Stopp and Go"  gewöhnt ist, der empfindet die Wartezeit an der Schranke als Peanuts !

Nun haben die Richrather bereits seit Jahren einen guten Draht ins Langenfelder Rathaus und sie sind hartnäckig ! Man kennt das seit Kindertagen, wer lange genug herumquält, der bekommt oft seinen Willen !

Ist es wirklich nicht zumutbar, wenn der Automobilist einen Umweg über die Hildener - und Haus Gravener Straße fährt, um ins Herz von Richrath zu kommen ? Und dann werden da noch die Schulkinder ins Spiel gebracht, die vor der Schranke warten.

Aus heutiger Sicht sind 3,1 Millionen Euro von der Stadt als Baulastenträger für den geplanten Tunnel mit Verlegung der Kaiserstraße aufzubringen und in einigen Jahren, wenn es denn losgehen soll, kann man noch erhebliches drauflegen.

Niemand redet aber davon, das es ab Freitagabend im Güterverkehr ruhiger wird. Wenn die Produktionsstätten Wochenende haben, hat auch die Bahn weniger zu tun. Da kann sich auch die Schranke erholen.

Wäre nicht eine abgespeckte Lösung günstiger gewesen ? Die Spezialisten im Langenfelder Rathaus für eine fahrradfreundliche Stadt halten sich anscheinend aus dem Problem heraus. Eine kleine Brücke für Fußgänger und Radler hätte doch diesen Anspruch unterstützt und wäre eine kostengünstige Alternative gewesen !

Was sagt die Opposition dazu ? Die Millionen wären zum Bau von Sozialwohnungen besser angelegt worden, noch immer suchen einkommensschwache Bürger verzweifelt günstigen Wohnraum !
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