Sollte man die "Silvesterknallerei" verbieten ?

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Das Stickstoffdioxyd und der Feinstaub, verursacht durch Verbrennungsmotoren, wabern durch unsere Städte. Besonders in Stuttgart werden Grenzwerte überschritten und dadurch die Todesrate in der Bevölkerung  erhöht - so wird jedenfalls insbesondere von den Grünen argumentiert. Der OB dieser Stadt stammt aus dem Grünen Lager, ebenfalls auch der Landesherr. Wie soll man diese Misstände auch kurzfristig ändern. ohne dem Deutschen sein "Liebstes Kind", das Auto zu nehmen ? Dabei wäre alles so einfach, ein Fahrverbot müsste ausgesprochen werden, aber der Lobbyist Wissmann, oberster Interessenvertreter der deutschen Automobilindustrie hat die Politik noch im Griff.

Der Landesbetrieb Straßen in NRW macht es sich vergleichsweise einfacher und sperrt bei Baumaßnahmen ganze Autobahnen. Das geht, irgendwie gelingt es dem Automobilisten immer wieder, trotzdem sein Blech von A  nach B zu bringen. So gesehen müsste es doch möglich sein, die Stuttgarter City für den Individualverkehr zu sperren, um unter die Grenzwerte zu kommen, die doch angeblich so schädlich sind, wenn sie überschritten werden.

Dem politisch interessierten Bundesbürger kamen jedoch vor den letzten Bundestagswahlen Zweifel, ob es sich bei den  Grenzwerte für das Stickstoffdioxyd nicht um ein Kalkül handelte, ängstliche Wähler für die Grünen zu begeistern. Denn die AfD hatte behauptet, dass die Grenzwerte für Büros höher wären, als die für den Straßenverkehr. Wenn das richtig wäre, könnte man die Diskussion um die Grenzwerte in den Städten tatsächlich für ein Scheingefecht halten.

Stimmt das also, was die  AfD behauptete ? Nach Recherchen des SWR sind auf den ersten Blick die unterschiedlichen Zahlen irritierend: der Grenzwert für Stickstoffdioxid liegt im Außenbereich bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Viel höher - bei 950 Mikrogramm pro Kubikmeter - hingegen ist der Wert für bestimmte Arbeitsplätze.

An sich gelten für Arbeitsplätze in Deutschland ganz allgemein die Arbeitsstättenverordnung und davon ausgehend die "Arbeitsstättenregeln". In Sachen Luftqualität besagen diese Folgendes:

"In umschlossenen Arbeitsräumen muss gesundheitlich zuträgliche Atemluft in ausreichender Menge vorhanden sein. In der Regel entspricht dies der Außenluftqualität."

Dennoch wäre zu klären, warum bei "bestimmten Arbeitsplätzen" dieser Grenzwert um das 23 - fache überschritten werden kann ! Ganz so unrecht hatte die AfD also nicht, wenn sie auf diese Unterschiede hinwies , falsch ist es aber, dass in Büros höhere Grenzwerte zulässig sind ! Klar müsste aber sein, dass hier Handlungsbedarf besteht und die Grenzwerte für Arbeitsplätze angeglichen werden müssen !

Nun ist es mit dem Feinstaub ähnlich, wird er mit einer bestimmten Größe eingeatmet, wandert er durch die Lungenzellen in den Organismus und kann Thrombosen oder auch Lungenkrebs verursachen. Da hilft auch eine Filteranlage im PKW wenig, wenn man sich durch die Innenstädte quält. In diesem Schreckenszenario wirken auch wieder die Raucher mit, die mit einer Zigarette so viel Feinstaub erzeugen, die ein Dieselmotor ohne Filter in 24 Stunden durch den Auspuff  auswirft. 

Das Neue Jahr wurde traditionsgemäß wieder mit einer Knallerei begrüßt. Das ist auch so ein Feinstaubemittent. Die Begrüßung des Neuen Jahres durch das Spektakel  ist dabei irreführend. Zur Jahreswende machten die alten Germanen einen Höllenlärm und ließen brennende Holzräder zu Tal laufen, weil sie glaubten, dass Wotan in der dunklen Nacht sein Unwesen treibe. Es macht also überhaupt keinen Sinn mehr, in der Silvesternacht 100 Millionen Euro in Deutschland zu verballern, oder haben wir Wotan immer noch im Hinterkopf ?
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Karl-Heinz Schneider aus Velbert | 13.01.2018 | 18:12  
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