Zahlreiche Gästeschar

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Lothar Inden, 1. Chef des St. Sebastianus Schützenverein von 1316
 
Norbert Wesseler, Polizeipräsident von Düsseldorf
Titularfest im Zeichen der Sicherheit


Ein Großteil der Schützen als auch die überwiegende Prominenz der Stadt Düsseldorf mieden am letzten Sonntag den Kirchenbesuch in der Basilika St. Lambertus wie der Teufel das Weihwasser. Dazu passt Pfarrer Hennes Bonmot exzellent: „Die Schützen kommen in der einen Tür rein und an der anderen gehen sie wieder raus.“ Vielleicht ist der Turm auch wegen der Geschichten um die Vermeidung des Erscheinens so schief. Letztlich gehört der Festgottesdienst genauso wie die Feier im Saal der Rheinterrasse oder auch das Antreten des Regiments auf dem Rathausplatz zum Programm des alljährlichen Titularfestes des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf von 1316. Erfreulich für Chef Lothar Inden sind hingegen die Vollzähligkeit der Schützen in der Rheinterrasse und die zahlreiche Gästeschar.

Die „Disziplinlosigkeit“ setzte sich jedoch im Saal fort. So gab es bereits einen Tusch der Bendels-Band bevor Oberst Günter Pannenbecker das Kommando zum Abtreten der Fahnenträger gab. Dies veranlasste ihn zur Frage: „Werner, wie lange spielen wir schon zusammen?“ Dazu fügt sich dann auch die Äußerung des 1. Chefs Lothar Inden ins Bild: „Wenn man die Aufbauten hier so sieht, könnte man meinen, dass dies hier ist eine Karnevalsveranstaltung ist.“ Dem ist natürlich nicht so, denn heute wird das Titularfest, das Fest des Patrons der Schützen gefeiert. Dem Heiligen Schutzpatron St. Sebastian zu Ehren und Gedenken feiern die Schützen in jedem Jahr um den 20. Januar herum den Namenstag und den Beginn des Schützenjahres. Auch in diesem Jahr war der Saal mit rund 600 Schützen und Gästen gefüllt. Auffällig die zahlreiche Schar der Gäste, die in diesem Jahr erschienen sind.

Schützen helfen

Lothar Inden wies in seiner Begrüßungsrede noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass der Patron der Schützen wegen seines Glaubens hingerichtet wurde. Nach seiner Auffassung müssen die zu uns gekommenen unsere Überzeugung aushalten. „Aber eins ist sicher“, erklärt Inden, “es kann der Gesellschaft nur gut gehen, wenn wir alle zusammenhalten.“ Ferner sieht er als wichtigste Aufgabe der Schützen an, für die da zu sein, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. „Wir müssen denen helfen, die Hilfe nötig haben“, fordert der Schützenchef. Wie schon im letzten Jahr steht auch die Sicherheit unserer Stadt und unseres Landes im Focus der Rede. Hierbei hebt er ausdrücklich die Arbeit der Polizei und der Rettungskräfte hervor. „Es gilt einen besonderen Dank denen auszusprechen, die im letzten Jahr einen guten Job gemacht und uns Bürger beschützt haben“, bringt er es auf den Punkt. Inden hat überhaupt kein Verständnis für die Leute, die die Rettungskräfte und Polizei im Einsatz angreifen. „Was geht nur in diesen Menschen vor“, fragt er in die Menge und ergänzt, „man kann nur hoffen, dass sie einer gerechten Strafe zugeführt werden.“

Sicherheit im Mittelpunkt

In die gleiche Richtung geht die Festansprache des Düsseldorfer Polizeipräsidenten Norbert Wesseler. So betont er, dass der Schützenverein und die Polizei im Wort „Schutz“ eine Übereinstimmung haben. Nur ist „Schützen“ in der heutigen Zeit kompliziert. Wesseler meint: „Es ist nicht einfacher geworden.“ Er schlägt in seiner Rede großen Bogen von der Sicherheit in den Städten, über die, die für Sicherheit verantwortlich sind und derer, die an Sicherheitskonzepten arbeiten. Eine ganz anderes Themenfeld ist das Phänomen Angriff auf Polizei, Ordnungshüter und Rettungshelfer. Genau wie Lothar Inden sieht der Polizeipräsident einen Punkt gekommen, der ein rasches Handeln erforderlich macht. „Wir müssen uns zukünftig vermehrt diesen schwierigen Themen stellen“, meint er. Hinzu kommen die Aufgaben wie stärkere Präsenz der Polizei in Stadt und Land, das intensive Aufklären von Wohnungseinbrüchen und Taschendiebstählen. Ausdrücklich und vorrangig ist das Bekämpfen des Terrorismus. Eben bei diesem Thema muss die Polizei vorankommen. „Wir sind nicht gut“, gibt Wesseler offen zu. Es müssen nach seiner Auffassung die Verfahren beschleunigt und die die straffälligen Ausländer sofort abgeschoben werden. Der große Beifall bestätigt, dass er den Nerv der Zeit getroffen hat.

Peter Frank
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