Totes Baby "Mia" aus Duisburg in Polen gefunden
Update 3: Tatverdächtige 35-Jährige wurde durch städtische Familienhilfe betreut - Jugendamt zutiefst erschüttert

Symbolfoto Polizei

Update 3, 3. Dezember:
Am Montag veröffentlichte die Stadt Duisburg eine offizielle Stellungnahme, da die Duisburgerin, von der Stadt Frau X. genannt, durch die Jugendhilfe betreut wurde. Nach einer ersten Bewertung heißt es:
"Die Familie hat seit 2014 eine ambulante Familienhilfe, die mehrere Stunden in der Woche eingesetzt wurde. Mitte September entstand bei der Familienhilfe der Eindruck, dass Frau X. schwanger sein könnte. Frau X. wurde mehrfach aus dem Helfersystem auf diesen Verdacht angesprochen, welchen sie vehement verneinte. Sowohl gegenüber ihren Eltern, mit denen Frau X. in einem Haus wohnte, als auch gegenüber ihren Kindern bestritt Frau X. eine Schwangerschaft."

Jugendamt "zutiefst erschüttert"

Das Jugendamt habe bei vermuteten Schwangerschaften nach der geltenden Rechtsprechung leider nur sehr begrenzte Handlungsmöglichkeiten, so die Stadt weiter. Familiengerichtliche Maßnahmen seien nur in äußerst eingeschränkten Maße und nur bei einer nachweisbaren offensichtlichen Gefährdung des ungeborenen Kindes möglich. Im Zusammenhang mit früheren Schwangerschaften habe Frau X. jedoch kein kindesschädliches Verhalten gezeigt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes sind zutiefst erschüttert über die tragischen Geschehnisse. Jugend- und Familiendezernent Thomas Krützberg: „Wenn ein Kind stirbt, bringt uns das immer an die Grenzen des Aushaltbaren. Kommt ein Kind unter so tragischen Umständen ums Leben, wie es in diesem Fall passiert ist, werden diese überschritten. Ich bitte die Öffentlichkeit trotzdem darum, nicht außer Acht zu lassen, dass die Mutter sich in einer extremen, ihr ausweglos erscheinenden Ausnahmesituation befunden haben muss. Ich werde diesen Fall selbstverständlich zum Anlass nehmen, unsere Abläufe und Mechanismen bezüglich des Kinderschutzes – auch mit fachlicher externer Unterstützung - noch einmal zu schärfen.“
Die Stadt Duisburg will die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter vollumfänglich unterstützen.

Update 2, 2. Dezember:

Erste Hinweise brachten die Ermittler am Freitag auf die Spur einer möglichen Tatverdächtigen aus dem Stadtteil Rumeln. In der Nacht zum Samstag (1. Dezember) durchsuchten die Kripobeamten schließlich die Wohnung der 35-Jährigen. Sie fanden umfangreiches Beweismaterial, zum Beispiel blutige Bettlaken und darüber hinaus eine weitere Babyleiche. Das kleine Mädchen war in Laken und Plastiktüten versteckt. Die Frau gestand die Geburt dieses Kindes.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der zuständige Richter am Samstagnachmittag Haftbefehl wegen Totschlags. Die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden dauern an.

Update 30. November:
Die Polizei hat am Donnerstag, 29. November, einen Altkleidercontainer im Duisburger Westen sichergestellt. Dieser wird jetzt genauestens nach Spuren, unter anderem DNA oder Fingerabdrücke der Mutter, untersucht. Ein Leichenspürhund hatte bei der gestrigen Aktion an diesem Container eine Witterung aufgenommen und angeschlagen. Insgesamt haben die drei eingesetzten Diensthunde über 100 der rund 300 in Frage kommenden Altkleidercontainer geschafft. In den nächsten Tagen werden sie weiter auf Spurensuche gehen. Auch erste Hinweise aus der Bevölkerung sind bereits bei der Kripo eingegangen. Die Ermittler gehen diesen jetzt akribisch nach. Die Polizei bittet die Bevölkerung weiter um Mithilfe, damit die Mutter der kleinen "Mia" gefunden wird.

Dramatischer Fund in Polen: Wie die Duisburger Polizei am Donnerstag, 29. November, mitteilt, haben Mitarbeiter in Kielce am 17. November bei der Sortierung eines Altkleidertransportes aus Duisburg ein totes Neugeborenes gefunden.

Die kleine "Mia"* muss in der Zeit vom 31. Oktober (Mittwoch) bis zum 8. November (Donnerstag) in einem Altkleidercontainer der Wirtschaftsbetriebe in Duisburg abgelegt worden sein. Polizisten aus Duisburg und Polen arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, diese Tragödie aufzuklären.

Dabei können die Bürgerinnen und Bürger helfen: "Rufen Sie für "Mia"* jederzeit das Duisburger Kriminalkommissariat 11 unter 0203/280-4508 an", bittet sie die Polizei. Auch die Mutter, die sich sicherlich in einer Ausnahmesituation befindet, benötige womöglich Hilfe.

Wem ist eine Frau oder ein Mädchen aufgefallen, deren Wesen sich in den letzten Monaten verändert hat? Dies könnte sich durch auffällige Gewichts zu- oder abnahmen, Änderung des Kleidungsstils, Vermeidung von Sport, verändertes Freizeitverhalten oder bei sozialen Kontakten gezeigt haben.

Jeder noch so abwegig erscheinende Hinweis ist wichtig und kann diskret behandelt werden.

*Die Polizei hat dem Baby den Namen gegeben.

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