Staatsschutz der Duisburger Kripo ermittelt
Bombendrohung gegen Merkez-Moschee in Marxloh - Superintendent Schneider entsetzt - DSSQ kündigt Protestaktion an

Die Merkez-Moschee in Marxloh zählt zu den größten in Deutschland.
  • Die Merkez-Moschee in Marxloh zählt zu den größten in Deutschland.
  • Foto: Angelika Barth
  • hochgeladen von Lokalkompass Duisburg

Am Montagvormittag ging beim Vorstand der Duisburger Merkez-Moschee an der Warbruckstraße in Marxloh eine E-Mail ein, in der Unbekannte mit einer Bombe drohten.

In der Mail, die mit "Combat 18" unterzeichnet war, wurde die Zündung eines Sprengkörpers in den Nachmittagsstunden angekündigt. Combat ist eine militante Neonazi-Organisation, die Zahl 18 steht für den ersten und den achten Buchstaben des Alphabets, die Initialen Adolf Hitlers.

Die Verantwortlichen alarmierten umgehend die Polizei, die sämtliche Räume der Moschee evakuierte und das Gelände ringsum absperrte. Bei der anschließenden Durchsuchung kam auch ein Sprengstoffspürhund zum Einsatz, verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden. Jetzt ermittelt der Staatsschutz der Duisburger Kriminalpolizei.


"Angriff auf unsere Mitbürger"

Pfarrer Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, zur Bombendrohung gegen die Merkez-Moschee:
„Mit Entsetzen haben wir erfahren, dass es am Montag gegen die Merkez Moschee in Marxloh eine Bombendrohung gegeben hat, die bis zum Abend die Verrichtung der Gebete in der Moschee verhindert hat. Nach mehreren ähnlichen Bombendrohungen in den letzten Tagen in München, Iserlohn, und Köln hat der rechte Terror nun auch in Duisburg sein Gesicht gezeigt. Es braucht keine Explosionen, um ein Klima der Einschüchterung und Verängstigung zu erzeugen. Wir betrachten diese Drohungen als Angriffe auf unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen, auf das grundgesetzlich verankerte Menschenrecht auf freie Religionsausübung und somit auf Grundwerte unserer ganzen Gesellschaft. Deshalb verurteilen wir die rechtsextremistischen Drohungen, die unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Angst und Schrecken versetzen wollen, aufs Schärfste. Hass und Gewalt werden wir entschieden entgegentreten. Genauso entschieden treten wir ein für ein Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, das von Toleranz und gegenseitigem Respekt geprägt ist.“

Protestaktion

Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ ruft zu einer Protestaktion auf:
"Der Hass auf Muslime und Geflüchtete ist vielerorts spürbar, demmüssen wir uns entschlossen entgegenstellen. In Zeiten der Abschottung und Verschärfung der
Asylgesetze, Kriminalisierung der Seenotrettung und unzählbaren Angriffe auf
Flüchtlingsunterkünfte ist unsere Solidarität und Zusammenhalt mit den Betroffenen rechter Gewalt und Terror gefragt. Auch dieser Fall trifft uns alle und wir wollen handeln. Gemeinsam können wir uns der rechten Hetze und seinen mörderischen Folgen entgegenstellen. Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ ruft daher am kommenden Freitag, 26. Juli, um 17 Uhr zu einer Protestaktion vor dem Forum auf der Königstraße in der Duisburger Innenstadt auf."

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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