Erstes Heimat-Café ein voller Erfolg - jetzt gibt es einen Zusatztermin!

In Sachen Heimatkunde kaum zu schlagen, Historiker Heinz Billen aus Kaldenhausen in seinem Element. Fotos: Ferdi Seidelt
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  • In Sachen Heimatkunde kaum zu schlagen, Historiker Heinz Billen aus Kaldenhausen in seinem Element. Fotos: Ferdi Seidelt
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Die Resonanz war überwältigend. So umwerfend, dass spontan ein Zusatztermin für Montag, 12. März, 15 Uhr, anberaumt werden musste. In der Tat war das erste Heimat-Café im Kulturspielhaus, Dorfstraße 19a, ein toller Erfolg, über 100 Rumeln-Kaldenhausen-Freunde wollten dabei sein. 

Das Konzept von Ideengeber Runder Tisch Rumeln-Kaldenhausen: In regelmäßigen Abständen „beackert“ Ortshistoriker Heinz Billen ein Thema. Zum Auftakt sollten die (zum Teil ungewöhnlichen) äußeren und (heißt diskutierten) inneren Grenzen der ehemaligen Doppelgemeinde seziert werden. Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske in ihrem Grußwort: „Ich freue mich auf viel neues Wissen.“
Dass Grenzen kommen und gehen, liegt in der Natur der (kriegerischen oder von der Obrigkeit angeordneten) Sache. Seine größte Ausdehnung hatte das Gebilde Kaldenhausen-Rumeln im 19. Jahrhundert, wesentliche Teile des heutigen Krefelder Nordens (Hohenbudberg, Uerdingen, Elfrath) gehörten damals dazu. Von der Friedensstraße im Süden bis zur traditionellen, da fließenden Grenze im Norden (Schwafheimer Bruchkendel, Rumelner Bach) wohnten hier vor 200 Jahren 1135 Menschen; 529 waren katholisch, 603 evangelisch und drei jüdisch. Das Gros der Katholiken lebte in Hohenbudberg und in „Caldenhausen“ westlich der heutigen Düsseldorfer Straße, während die Protestanten Rumeln und die östliche Seite des Kaldenhausener Straßendorfes dominierten. So wird verständlich, dass es damals eine (stark trennende) Religionsgrenze in Nord-Süd-Richtung gab, während die politische Trennungslinie eher West-Ost verlief.
Grenz-Skurrilität heute: Die Wildstraße ist ein 360 Meter langer und sechs Meter breiter Moerser Gebietsfinger – am Ende dieses territorialen Irrwitzes treffen drei Städte aufeinander. Und: „Während uns einst das Gebiet des heutigen Elfrather Sees gehörte, sind heute das Schwafheimer Meer und die beiden Toepperseen unser!“ Kurios: Diagonal durch die Packhalle der Baumschulen Moldenhauer geht die Ortsgrenze Duisburg-Moers genau wie sie den Sittardweg spitzwinklig kreuzt mit dem Ergebnis, dass die Chaussee auf einmal Sittardsweg heißt.
Spannende Frage unter den Anwesenden: Was ist denn nun ultimativ Rumelner und was Kaldenhausener Hoheitsgebiet? Billen klärt auf: „Alles westlich der Kapellener Straße ist Rumeln, also auch Kolo und Moldenhauer. In Höhe des Aubruchsgraben schwenkt die Grenze streng ostwärts, im Niederfeld geht’s zur Kapellener Straße, von wo das Domizil 'umkurvt' wird, in Höhe des Friedhof-Eingangs Düsseldorfer Straße ab über die Hauptstraße, rechts, dann links, knirsch-südlich der Rathausallee wieder stramm Richtung Osten, auf halber Länge Peilung Süd, aber so, dass die Zeche und die Bergarbeitersiedlung in Kaldenhausen und der Volkesberg sowie alles weitere an Häusern in Rumeln liegen.“
Ein ziemlich langer Satz für eine noch länger andauernde Diskussion, wurde die „heiße“ Grenze zwischen der Grafschaft (Rumeln) und Kürköln (Kaldenhausen) mal über den Friedhof, mal quer durch's ehemalige Rathaus verlaufend gemutmaßt! „Is' nich'“, sagt Billen und erntet nach seinem kurzweiligen Vortrag in Fußballspiel-Länge viel Applaus, „nach Auswertung aller Aufzeichnungen gibt es keine andere Antwort.“

Hier gibt´s Karten

Karten für den Zusatztermin am Montag, 12. März, 15 Uhr, im Kulturspielhaus, Dorfstraße 19a, (Eintritt: 5 Euro inklusive einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee), gibt es ab sofort im Büro der Freien Musikschule Rosenberger-Pügner, Dorfstraße 19, Tel. 02151/404149 (Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 9 bis 12 Uhr und Montag bis Freitag 14 bis 18 Uhr); Apotheke „Am Geistfeld“, Rathausallee 12/14; Klatt Reisen, Dorfstraße 62d, und Optik Peerebooms, Dorfstraße 63. 


Text und Fotos: Ferdi Seidelt

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