„Funde aus Asciburgium“ – Dr. Tilmann Bechert stellte neues Buch vor

Stellten das Buch vor - v.lks: Werner Pöhling, Dr. Kai-Thomas Platz, Dr. Ulrich Pfauth und Autor Dr. Tilmann Bechert,
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  • Stellten das Buch vor - v.lks: Werner Pöhling, Dr. Kai-Thomas Platz, Dr. Ulrich Pfauth und Autor Dr. Tilmann Bechert,
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Vorgestellt wurde nun im Stadthaus Duisburg der neue Band

„Funde aus Asciburgium, Bd. 16 – Kastell Asciburgium“

Neben dem Autor des Bandes, Dr. Tilmann Bechert, Stadtarchäologe i. R., der seit 1969 maßgeblich an der Entdeckung des römischen Militärlagers beteiligt war, waren auch Werner Pöhling, ehemaliger Grabungsmitarbeiter Asciburgium und Mitarbeiter im Kultur- und Stadthistorischen Museum (KSM), Anja Geer, Leiterin des Amtes für Baurecht und Bauberatung, Stadtarchäologe Dr. Kai-Thomas Platz sowie Verleger Dr. Ulrich Pfauth anwesend.

Bechert hat auch für die Einrichtung der Schriftenreihe gesorgt, die die Funde und Forschungsergebnisse aus dem niederrheinischen Kastell einem breiten nationalen und internationalem Fachpublikum bekannt machen. In dem neuen Band der Reihe, wird nun die Entdeckungs- und Forschungsgeschichte aufblättert und vermittelt dieser einen guten Überblick über das römische Militärlager zwischen Duisburg und Moers-Asberg.

„Es fehlte bislang eine Besprechung der Ausgrabungen. Wie sind die Ausgräber vorgegangen und mit welcher Methodik!“

Dankesworte für den nun vorliegenden Band gibt es auch von Stadtarchäologe Dr. Kai-Thomas Platz, der aber auch noch einmal seinen Vorgänger Dr. Volker Herrmann in diese mit einbezog:

„Er hat Dr. Bechert intensiv bearbeitet, damit er diese beiden Bände schreibt!“

Lob gibt es auch für Anja Geer, Leiterin des Amtes für Baurecht und Bauberatung, die für eine Akzeptanz der Archäologie in der Bevölkerung und bei Bauherren sorgt. Ihr ist es zu verdanken, dass mit Unterstützung des Ministeriums in Düsseldorf die beiden Publikationen erscheinen können.

An der heutigen Stadtgrenze Duisburgs zu Moers lag das römische Kastell Asciburgium. Bereits Prof. Fritz Tischler, der unvergessene Direktor des Niederrheinischen Museums, hatte mit den Ausgrabungen begonnen. Als dieser im Jahr 1967 verstarb wurde die Stelle vakant und ein junger und gerade frisch promovierter Dr. Tilmann Bechert kam im Alter von gerade 30 Jahren aus Frankfurt nach Duisburg, war sein Spezialgebiet „Römische Provinzen“ um die Ausgrabungen fortzusetzen. Diese wurden zu seinem Lebenswerk, das er nun in dem neuen Band noch einmal eindrucksvoll skizziert.

Bis 1981 leitete Bechert die Ausgrabungen und einen großen Teil der Funde kann man heute im KSM betrachten oder findet sie im Fundarchiv der Duisburg Stadtarchäologen. Hervorgehoben wird noch das grenzübergreifende Engagement der Archäologen in Moers und Duisburg.

„Archäologie ist Zerstörung von Amtswegen,“ gibt Bechert zu verstehen.

Nett auch die Reaktion von Werner Pöhling beim Betrachten eines alten Grabungsfotos:

„Mein Gott was war ich schlank!“

Bechert erklärte, warum gerade Asciburgium für die Archäologie so interessant ist:

„Zwischen 17 v. Chr. und 90 n. Chr. lebten in Asciburgium rund 500 Mann. Zum Vergleich: Im Kastell „Novaesium“, dem heutigen Neuss, waren es rund 6000 Mann. Da der Rheinbogen zunehmend verlandete waren die Transportmöglichkeiten über den Wasserweg auf einmal nicht mehr gegeben. Es gab in diesem Zeitraum insgesamt fünf Lager! Man kann sagen, alle 20 Jahre wurde ein neues Lager gebaut. Es waren ja Baracken und jede neue Einheit baute sich neue, um nicht in den alten verwohnten hausen zu müssen! Diese werden 2013 in Band 2 detailliert und einzeln betrachtet!“

Und als er 1969 anfing, war das Kastell noch gar nicht entdeckt.

„Die Ausgrabungsstätte stand noch im vollen Saft!“ erklärt er mit einem Schmunzeln.
Und noch viele schöne Erinnerungen gibt es für Bechert und Pöhling zu berichten. Sei es von dem Landwirt, auf dessen Grund und Boden gegraben werden musste:
„Diesem habe ich eine ganze Ernte abgekauft, um mehr Zeit zum graben zu haben. Und auch einen Bauherren konnte ich überzeugen, da wir ihm doch praktisch die Kosten für das Ausheben der Baugrube ersparten! Absprachen geschahen damals noch rustikal: mündlich und ab und zu auch mit einem Schnäpschen!“

Interessant und lesenswert ist der neue Band für den Geschichtsinteressierten allemal und das Lesen macht Appetit auf den Band 2!

Info zum Buch:

Autor: Tilmann Bechert

Kastell Asciburgium - Ausgrabungen in Moers-Asberg 1965–2011

Teil 1: Einführung, Methodik, Geschichte - 112 Seiten, zahlreiche Abbildungen

Preis: 22,50 Euro

Erschienen im Verlag Dr. Faustus: ISBN 978-3-933474-77-3

Autor:

Harald Molder aus Duisburg

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