„Heimspiel“ – Eine Lachsalve folgte der anderen

Der Kino-Slogan „Mach dir ein paar schöne Stunden, geh ins Kino“ ist ohne weiteres auch auf das Theater übertragbar. Mit „Heimspiel“ nach dem Schweizer Autor Charles Lewinsky wurde in der Rheinhausenhalle ein Stück dargeboten, welches an Wortwitz und Wortakrobatik kaum zu überbieten ist.
3 Männer Mitte Fünfzig, der trinkende Journalist Scoop Müller (Markus Majewski), ein mittellos zurückgelassener Maskenbildner Teddy (Dietmar Pröll), der seinem verstorbenen Lebensgefährten und berühmten Schauspieler den ganzen Haushalt besorgt hat sowie der Verwaltungsangestellte Martin (Armin Dillenberger), sind arbeitslos und für den Arbeitsmarkt auch nicht mehr interessant. Sie gründen eine Wohngemeinschaft, aber das Geld reicht hinten und vorne nicht. So kommen sie auf die Idee, ein Altenheim zu gründen. Also, wenigstens auf dem Papier, um Stiftungen Geld aus der Tasche zu ziehen. Und das funktioniert sogar. „Altersheim Abendsonne“ soll von einer Stiftung gesponsert werden. Allerdings gibt es ein Problem, ein Inspektor Gerber (Stephan Bürgi) soll das Heim besuchen und mit der (erfundenen) Heimleiterin sprechen. Scoop engagiert kurzentschlossen die Bardame Meggi (Birthe Gerken) aus seiner Stammkneipe, die das Spiel auch mitmacht. Dank dem Maskenbildner und seinem Kostümfundus verwandeln die Drei sich in Greise, die die 90 weit überschritten haben.
Was nun folgt, ist an Komik kaum zu überbieten und eine Lachsalve jagte die andere und die mehr als 800 Theaterbesucher konnten sich vor Vergnügen kaum bremsen. Aber es kommt, wie es kommen muss: Am Ende spielt Meggi nicht mehr mit und beichtet Herrn Gerber, der sich natürlich längst in sie verliebt hat, ALLES. Der Fantasie des Zuschauers bleibt es überlassen, wie die Geschichte ausgeht. Müssen sich die Drei vor Gericht verantworten und das Geld mit Zins und Zinses Zinns zurückzahlen und in den Knast gehen, oder spielt Herr Gerber mit?
Die Figuren des Stücks, skurril, schrill, spektakulär und komisch, behandelten ernste Themen: Arbeitslosigkeit, Alter und Krankheit. Aber trotz der überzogenen Darstellung und der teilweise mehr als gekonnten, boulevardhaften Darbietung brauchte sich niemand betroffen oder auf den Arm genommen fühlen. Es war, was es sein sollte: Eine Komödie, die die Zuschauer ein paar Stunden aus dem Alltag herausführte in die schillernde Theaterwelt, die sie zum Lachen brachte und die am Ende mit brausendem Beifall Danke sagte den Schauspielern und der Schauspielerin.
Danke auch an die Schauspielbühnen Stuttgart und Thepiskarren, die in Zusammenarbeit mit dem Rheinhauser Bezirksamt und der Vereinigung für Kunst und Wissenschaft diesen tollen Abend ermöglichten,

Autor:

Ingrid Lenders aus Duisburg

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