In Memoriam Matthias Lixenfeld - Ehrung zum 111. Geburtstag steht

Matthias Lixenfeld - Ehrung zum 111. Geburtstag
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Am kommenden Samstag, 11. September 2010, kann Duisburg einen seiner bekannten Söhne feiern, dessen Name für viele Menschen noch immer ein Begriff für „Duisburger Liedgut und Duisburger Mundart“ darstellt: den Komponisten Matthias Lixenfeld.

Geboren am 11. September 1899 mitten im Arbeiterstadtteil Hochfeld verbrachte er dort auch seine Jugend im 1. Weltkrieg wurde er noch kurz vor Toresschluss eingezogen. Nach den Kriegswirren lernte er Maschinenbau und fing bei der DEMAG an.

Und es blieb noch Zeit, um in der Abendschule Kompositionslehre zu lernen. Während der Inflation konnte sich Matthias Lixenfeld mit Klavierspielen über Wasser halten bis die DEMAG ihn wiederholte.

Seit 1928 war Matthias Lixenfeld Karnevalist. Begonnen hat er seine musikalisch karnevalistische Laufbahn am Karnevalssonntag 1930 im Saal der Reichskrone am Friedrich Wilhelm Platz bei einer Sitzung des Turn- und Sportvereins von 1848 mit dem Lied vom „Pfeffermünzmariechen“.

Schon früh inspirierte ihn seine Liebe zu seiner Vaterstadt zu dem Text:

„Op min old Duisburg lott ek nex komme, dat häww ek mich faß vorgenomme.
Min Duisburg eß, ek sägg üch dat, för mich die allerschönste Stadt!“

Dieses Lied wurde anlässlich einer Rundfunkübetragung aus der Tonhalle vom Orchester Leo Eysoldt uraufgeführt.

Es folgte die „Hochfelder Serenade“ mit einem schon damals kräftigen Seitenhieb auf die gute Hochfelder Luft:

„Jo, jo, en Hochfeld, do weiht en Löfke, Jo, jo, en Hochfeld, do eß en Döfke,
Jo, jo, en Hochfeld, do hölt mer't ut. Wie make nächstens noch en Kurort drut!“

Unvergessen ist auch der närrische Wettstreit zwischen dem Kölner Willi Ostermann und Matthes Lixenfeld im früheren Operettentheater Holtschneider.

Immer am Puls des Zeitgeschehens mit ins Ohr gehenden Melodien, verfasste er eine Vielzahl von Liedern und Märschen. Als echtem Duisburger und sogar Hochfelder Jong lag ihm die Mundart sehr am Herzen

In den Jahren vor dem Kriege schrieb Matthias fast jedem Rosenmontagszug Motto ein Lied:

1935 „Wi häwwe utgeschlope“
1936 „Wie häwwe die Karr am rolle“
1937 „An ene Streck“
und auch 1952 „Wie make wat met“

1938 schrieb er ein Volksstück mit Musik „Der Ölprinz von Hochfeld“. Dieses wurde kurz vor der Aufführung durch die damaligen Machthaber verboten.

Der 2. Weltkrieg brach über seine geliebte Heimatstadt herein und hinterließ einen riesigen Trümmerhaufen.

Und Lixenfeld erkannte eine weitere Begabung, sein Talent für die Zauberei. Von 1945 – 1948 gab das langjährige Mitglied des „Magischen Zirkels“ nach seinem Eintritt in die „Internationale Artistenloge“ Auftritte als Zauberkünstler „Lixerni“ in amerikanischen Clubs, so 1945 in Ulm. Ab 1946 dann in englischen Clubs im Ruhrgebiet. Er gab eigene Vorstelllungen in Sälen und Schulen. Die Familie mit 4 Kindern hatte zu Essen.

1949 kam er dem Drängen der DEMAG nach, denn es gab kaum noch Konstrukteure für Siemens Martin Öfen. Ein ehemaliger Kollege erinnerte sich, dass er aber manchmal anstatt technischer Zeichnungen Notenlinien aufs Blatt zauberte.

Nebenbei schriebe er Karnevalslieder, Gedichte, Rosenlieder, Männerchorlieder u.v.m. Und immer wieder mit seinen Texten bestens im Bilde

„Kalorien Foxtrott“, „Schwarzhändler Ballade“, „Lass mich Dein Sputnik sein“
„Wir halten Maß“ – „Nimm bloß die Pille nicht“ oder „Oh Jacky“ um nur einige zu nennen

Seine Duisburger Evergreens sind aber nach wie vor: der „Stippeföttkestanz“ der Roten Funken, der „Prinzengardemarsch“ und der „Marsch der Blau Weißen“

Unvergessen und vorbildlich auch sein Einsatz beim Kinderkarneval der Ehrengarde. „Onkel Matthes“ agierte oft im alten „Rheinhof“

Im Pensionsalter entdeckte Matthias Lixenfeld wieder seine Liebe zu den Rosen. Er schrieb Rosenlieder nach Texten von Gottfried Benn, Clemens von Brentano, Conrad Ferdinand Meyer und Friedrich Rückert, die beim 85jährigen Jubiläum des „Vereins Deutscher Rosenfreunde“ im Jahr 1968 uraufgeführt wurden.

Ab 1960 war er dann noch Großvater von 8 Enkelkindern.

Als Mattes Lixenfeld am 20. November 1986 hoch betagt im Alter von 87 Jahren starb, hatte er über 4 Jahrzehnte den Duisburger Karneval mit seinen Liedern belebt und erfreut.

Seinen Lebensleitspruch hatte Matthias Lixenfeld bei Horaz gefunden:

„Dulce est desipere in loco – Lieblich ist´s ein Narr zu sein am rechten Ort“

Einmal sagte er:

„In beschaulicher Stunde setzte ich mich zuweilen ans Klavier:

Dann seng ek en Liedke op Duisburger Platt, Son Liedke, dat mäck einem Mut.
On wor ma dat Läwe uk noch so satt – Et weed doch am End weher gut!“

Zu Ehren des großen Sohnes der Stadt Duisburg wird es am 14. November 2010 ab 17.00 Uhr ein Konzert im Rahmen eines Erinnerungsabends mit den bekanntesten Stücken von Matthias Lixenfeld in der Aula des Gertrud Bäumer Berufskolleg in Duisburg Neudorf geben. Einstudiert haben die Stücke der Männerchor von 1881 (früherer DEMAG Chor) sowie die „Restroom Singers“ im Polizeichor Duisburg.

Neben der Zeitzeugenbörse Duisburg, die die Idee zu dieser Ehrung hatte, beteiligen sich an dieser Ehrung noch der Hauptausschuss Duisburger Karneval (HDK), die Prinzengarde der Stadt Duisburg, die Ehrengarde Duisburg, die KG Rote Funken sowie die KG Grün Rot Neudorf.

Karten zum Preise von 5.- € für die Veranstaltung, die einen künstlerischen Genuss verspricht und längst verschollenes Duisburger Liedgut wiederaufleben lässt, sind erhältlich bei der:

ZEITZEUGENBÖRSE DUISBURG
Harald Molder
Telefon: 98 67 990 (nach 21 Uhr)
Mobil: 0173 448 4805
Mail: haraldmolder@hotmail.com

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