Kolumne: Capoeira

Capoeira ist ein Tanz, Sport, Akrobatik und Kampfkunst aus Brasilien. Er geht auf Sklaven zurück, die nach Südamerika verschleppt worden waren. Vermengt mit Kampfgesten entwickelten sie ihre altbekannten afrikanischen Tänze weiter. So wollten sie sich degen die Sklavenhalter wehren können.

Soweit zur Theorie. Die Schüler meiner Capoeira-Schule sind auch beruflich in dieser Sportart sehr erfolgreich. Sie arbeiten als Objektschutz und Personenbewachung im Miederbacher Münster, der größten und beliebtesten katholischen Kirche Deutschlands.

Doch wie kam es dazu? "Wir liegen etwas am Rande der Ortschaft. Die Gegend ist sehr waldreich. Da fällt es Frevlern wie Dieben und Einbrechern sehr leicht, sich an unseren Kunstschätzen zu bedienen," berichtet Melchior, einer der Priester vor Ort. "Auch die hier tätigen Geistlichen sind regelmäßig von weiblichen Unholden mit entblößten Körpern belästigt worden."

Um diesem Mißstand zu beenden, mußte eine Lösung her. Doch welche? "In dieser Notsituation sah einer meiner Mitbrüder eine Fernsehsendung über Brasilien. In dem Dokumentarfilm wurde auch über die Sportszene berichtet."

Das gewaltlose Capoeira gefiel den Kirchenmännern. Ein Stoß, eine Schwingung - und schon ist der Gegner überwältigt. Also machte man sich auf die Suche nach einem Capoeira-Verein. Und wurde bei Franz-Urban fündig, seines Zeichens Ausbilder und selbst aktiver Capoeira-Kämpfer. "Er gehört zwar eine methodistischen Freikirche an, war aber trotzdem von unserer Anfrage angetan. Er konnte uns sexuell inaktiven und unerfahrenen Priestern doch nicht aufdringlichen Weibchen überlassen. Außerdem sorgte er für elektronischen Einbruchs- und Diebstahlschutz. Seitdem ist der Kontakt zu unserem Herrn im Himmel deutlich ungestörter."

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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