Kolumne Innenstadt

Duisburgs Innenstadt hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Wandel und interessanten Aufstieg erfahren. "Sie hat Potenzial," berichtet John Maller, Star-Städteplaner und finanzkräftiger Investor aus New York / USA.

"Nehmen wir den Bereich des Sonnenwalls," berichtet der smarte und geschäftstüchtige Yankee. "Was gab es dort früher? Genau: leerstehende Ladenlokale, Langeweile, Lümmel &  Luxusprobleme (=Dreck). Es ist niemand gerne hierhin gekommen."

Maller traf sowohl mit dem Vermieterverband und Einzelhandelsverband zusammen, führte viele Gespräche (auch mit der Stadt) - und siehe da: Er hatte Erfolg.

Der erste Raumausstatter zog ein. Ein Musikalienhändler, Modisten, Herrenausstatter, ein Schneider, Kunsthande und weiterer spezialisierter Fachhandel folgten. "Ihr Deutschen seid ja auch doof," so der Amerikaner mit deutschen Wurzeln. "Der Bedarf an Alternativen zu Bekleidungsgeschäften war offensichtlich vorhanden. Aber anstatt selbst zu machen, holt ihr lieber Ideen aus der Neuen Welt als euer gutes und sauer verdientes Geld bei euch vor Ort auszugeben."

Offensichtlicher ist der Wandel in der Altstadt in dem weitläufigen Dreieck Marienkirche - Alte Post - Steiger Schwanentor. Mallers Ansatz: Duisburg hat ein riesiges Einzugsgebiet am ganzen linken Niederrhein, aber kein Nachtleben. "Das ganze Gebiet ist jetzt ein riesiger Vergnügungspark mit vielfältigem Angebot," so Maller.

Das vorhandene Theater am Marientor bietet Kleinkunst, Kabarett und Varieté. Vor der Marienkirche gibt es ein kleines Kongreßzentrum  der Uni, das aber auch anderen Veranstaltern (Wirtschaftsverbände, Kirchen, Gewerkschaften u. ä.) genutzt wird.

Interessanter ist schon das übrige Areal.

Mallers Ansatz: Weg mit den Bausünden, weg mit dem Leerstand, weg mit den unattraktiven Büros und Wohnungen. Es rollten die Abrißbagger und auf einmal war viel Platz für neue Gebäude und neue Ideen. Eine neue Indoor-Sportarene entstand. "Boxen, Rodeo, Ringen, Ölringen, Wrestling, asiatische Kampfsportarten - das interessiert junge Leute. Da können die Jungen den Mädchen imponieren - Fußball ist bald eine ausgestorbene Randsportart." Geocatching und Parcour kann als Tagesveranstaltung im nahegelegenen Hafengebiet gebucht werden.

Ein Casine gibt es bekanntlich schon am anderen Ende der Innenstadt. "Wir wollen auch nicht der Spielsucht Vorschub leisten und die jungen Leute in Abhängigkeiten, Überschuldung und Vereinsamung treiben," betont Maller. "Einen Spielpark haben wir trotzdem. Ein Bereich bietet regelmäßig Gesellschaftsspiele an; hier werden beispielsweise Kartenspiele, Brettspiele  und andere familiengerechte Unterhaltung angeboten. Selbst örtliche und regionale Wettkämpfe werden hier organisiert."

"Darts wird in Kneipen, Kegeln in Gaststätten, Bowling bei eigenen Anbietern angeboten," betont Maller. "Da wollten wir gezielt keine Konkurrenz aufbauen, sondern die Stadtteile fördern."

Das New Daddy ist eine neue Diskothek, momentan noch im überschauberen Rahmen, aber durchaus ausbaufähig.

Jahrelang war die Raserszene ein Problem - die Zeitungen haben ja ausführlich darüber berichtet. "Städtebaulich hätte mich das schon gereizt," berichtet der Städteplaner. "Eine Autobahn oder Rennstrecke durch die Innenstadt? Geht nicht. Zu teuer, zu kurz. Selbst der Parkplatz vor dem Rathaus hat eine Protzfläche für getunte Angeberautos verhindert. Wir überlegen gerade, ob wir den Rheinpark in Hochfeld  dazu nutzen können."

Viele weitere, kleine Angebote sind hinzugekommen. "Viela Alteingesessene Duisburger werden die Altstadt nicht wiedererkennen," ist sich Maller sicher. "Anfangs mußte wir bei der Wohnbevölkerung auch viel Überzeutungsarbeit leisten. Für sie mußten neue Wohnmöglichkeiten einschließlich Infrastruktur geschaffen werden. Aber auch das Problem konnte zu aller Zufriedenheit gelöst werden - hoffe ich doch.

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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