Las Vegas, mein größtes Abenteuer

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Zwölf Stunden "non stop" Flug ab Frankfurt. Ob ich das durchhalten werde? Was für eine Frage, muss ich ja wohl, denn Aussteigen ist unmöglich.

Die Emotionen in mir fingen in dem Moment an zu kochen, als wir eincheckten.
Unvorstellbar, dass ich so weit von zuhause wegfliegen sollte. Über den Atlantik, auf einen anderen Kontinent. Meine weiteste Flugreise bis dato ging bis auf die Kanarischen Inseln, sprich Gran Canaria, aber bis nach Amerika? So weit weg von den Kindern und meinem kleinen Enkelsohn?

Irgendwann konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Ich heulte los, wie ein Schlosshund und konnte nicht mehr aufhören. Mein Mann war völlig hilflos, unser Bekannter, Frank, meinte, das kenne er, das sind die Nerven. Mir liefen die hellen Tränen über das Gesicht, wie aus einem aufgedrehten Wasserhahn. Aber dann hörte es doch auf, und ich sah aus....na ja, brauche ich wohl niemandem zu erklären. Und dann ging es endlich los!

Viva Las Vegas
15. bis 23. Oktober 2009

Es war ein grandioses Abenteuer.

Las Vegas (Grüne Wiesen) war Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Station
für Handelskarawanen und Goldsucher auf dem Weg nach Kalifornien und zurück. 10 Jahre machte man hier Rast ehe entdeckt wurde, dass man auf einer der größten Gold-Adern Ruhepausen eingelegt hatte. Kein Wunder also, dass hier die ersten Spielsalons eröffnet wurden.

Der Flug war angenehm und keinesfalls langweilig. Hatte ich erst Bedenken, dass sich die Zeit endlos hinziehen würde, war ich angenehm überrascht. Wir hatten Premium-Class gebucht, was den Vorteil einer etwas aufmerksameren Betreuung hatte und sich auch im besserem Essen niederschlug und auch die Beinfreiheit gegeben war. Nicht, dass ich das mit meinen 1,65 m gebraucht hätte, aber für unseren Bekannten und meinen Mann war es doch von Vorteil.

Wir flogen mit unseren Freunden Frank und Beate, die im April 2009 in Las Vegas in einer "Little White Wedding Chapel" die Ehe geschlossen hatte. Lina, 13 Jahre und Tochter von Frank, war auch mit von der Partie. Sie war genau so aufgeregt wie ich, denn es war auch für sie der erste Tripp nach Vegas. Während die anderen schon mehrmals dort waren, waren Lina und ich die Green-Hörner.
Dementsprechend waren die ersten Eindrücke. Wir flogen auf dem Hinflug über einen Zipfel Grönlands und ich konnte mich kaum satt sehen.

Gelandet, fielen mir die viel strengeren Sicherheitsmaßnahmen im Flughafengebäude auf. Im Flugzeug mussten wir einen Vordruck nach strickten Regeln ausfüllen. Ü wurde ue und die 7 ohne Querstrich usw. Ich brauchte 3 Anläufe, bis ich es hinbekam. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass bei der Einreise kein Mensch darauf achtete. Aber man kann ja nie wissen. Hier konnte ich auch das erste Mal meine wenigen Englischkenntnisse anwenden und war doch überrascht, dass die Amerikaner mich verstanden. Allerdings durch die Sicherheitschleuse kam ich nicht so ohne weiteres. Es piepte ohne Ende und wie verrückt. Mein Knie war daran Schuld, welches aus erstklassigem Edelstahl besteht. Die Kontrolleurin tastete dann sehr vorsichtig mein Bein ab. Vorher hatte sie mich gefragt, ob sie das dürfe. Das fand ich sehr freundlich, was wäre aber passiert, wenn ich Nein gesagt hätte? Nun, ich wollte niemanden verärgern, und ich wollte endlich, endlich nach Las Vegas.

Das erste highlight war die Stretch-Limosine, die uns der Hotel-Manager geschickt hatte (Frank ist ein guter Freund von ihm). So zu reisen macht natürlich großen Spaß; nur wollten die Koffer nicht alle in den winzigen Kofferraum passen. Das war schon witzig. Die nächste Überraschung war unser Zimmer. Ich habe schon in vielen Hotels gewohnt, aber dieses Zimmer war eine Wucht.

Später im Restaurant, nach dem Einchecken im Hotel, fingen wir das erste Mal an zu spielen. Hier wird immer und überall gespielt. Die Musikberieselung ist enorm und auf jedem freien Plätzchen steht ein Automat. Der erste Rundgang durch das Hotel nach dem erstklassigen Essen, hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck. Ich war erschlagen von den Größenordnungen, die hier herrschen. Allerdings verschlug es mir förmlich die Sprache, als wir die gößten, berühmtesten Hotels besuchten. Konnte ich zum Frühstück noch einigermaßen essen, blieb mir am Abend nach den Exkursionen durch die Hotels und Spielhallen der Bissen im Hals stecken. Ich hatte am Büfet die größte Auswahl an Speisen aus aller Herren Länder und bekam kaum etwas runter. Diese enormen neuen Eindrücke und Erlebnisse waren einfach überwältigend. Lina ging es genauso. Im übrigen wird man hier in den Restaurants "plaziert", wie in der früheren DDR.

Die Rezeptionen hatten teilweise locker die Ausmaße des Rheinhauser Wochenmarktes. Ungelogen! Wenn ich gefragt werde, was mir besonders gefallen hat, dann muss ich sagen, dass es die Gondelfahrt im 1. Stock des "Venetian" mit singendem Gondoliere war. Atmosphärisch am Schönsten war es am "Eifelturm", in dem kleinen französischen Vorort; wunderschön.

Dass es hier auch die berühmtesten Shops wie Prada, Joop usw. gab, ließ mich eher kalt. Kalt ließ mich aber keinesfalls, was wir uns noch vorgenomen hatten: Den Grand Canyon - Flug und den Nachtflug über Las Vegas mit dem Helikopter.

Der Grand Canyon- Flug war das Schönste, was ich Reise mäßig bisher erlebt habe. Die Größe und Weite dieses Landes wird einem dabei so richtig bewusst, während der Nachtflug über Las Vegas einfach nur schön war.

Wir haben bei den Fahrten von unserem Hotel zum Strip, dem Golden Nugget, eines der ältesten Hotels in Las Vegas und steht somit in der Altstadt, natürlich auch die Schattenseiten des Landes gesehen. Neben den Prunktbauten fallen die kleinen, heruntergekommenden Häuser, Wohnungen und Hütten doppelt auf. Aber Las Vegas ist ein Arbeitgeber für viele der Menschen, die dort leben und das darf man dabei nicht vergessen.

Ich habe mich an einem Nachmittag allein hinaus gewagt und die schützende Hülle der Light-Show verlassen. Ganz schön heiß noch, im Oktober! Ich habe mir in einem ganz normalen, kleinen Imbiss einen Hamburger gekauft. Aber allein hatte ich doch nicht den Mut, die Seitengassen zu erforschen. Ebenfalls bin ich zum Shoppen in einem riesigen Outlet-Center mit vielen, vielen kleinen Boutiquen gewesen. Fand ich für meine Verhältnisse ganz schön mutig. Und mit dem Taxi zurück. Offizielle Shows konnten wir in der kürze der Zeit leider nicht besuchen, die waren alle ausgebucht. Allerdings boten einzelne Hotels auch Attraktionen, wie vor dem Hotel Bellagio die wunderschönen Wasserspiele. Als wir oben auf dem "Stratosphere" (320m hoch) waren, sahen wir die Spiele zu Celine Dijon "Time to say goodbay". Da kommen auch schon mal die Tränen.
Die 8 Tage kamen mir vor wie ein einziger Traum. Zuhause brauchte ich eine ganze Weile, um die vielen fremden Eindrücke zu verarbeiten. Ich glaube, ich möchte noch mal hin. Und, ach ja, oder ach nein, gewonnen haben wir nichts. Wir haben "nur" wunderschöne Erfahrungen und Fotos und Filme mitgebracht

Autor:

Ingrid Lenders aus Duisburg

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