Luther-Vortrag in der SELK

"Durch Nichtstun in den Himmel? Wie Luther Paulus neu entdeckte" heißt der Gemeindevortrag, den Prof. Dr. Jörg Christian Salzmann von der Lutherischen Theologischen Hochschule in der evangelisch-lutherischen Auferstehungsgemeinde gestern hielt.

"Wir kümmern uns um ein theologisches Filetstück und nicht um ein Nebenthema. Es geht um die Beziehung der Menschen zu Gott," führt Pfarrvikar Vokmar Schwarz in das Thema ein.

"Es gibt oft Anfragen, wie aktuell Paulus ist," fährt dann Salzmann fort. "Eigentlichk kann es nicht sein, daß etwas umsonst ist. Es kommt gleich die Frage: Wo ist der Haken. Gabe folgt auf Gegengabe. Rufen Sie mal nach einem Todesfall auf dem Friedhof an (wegen der Gebühren). Ähnlich ist es im Himmel: Gott rechnet mit uns ab. Wir meinen: Wir müssen uns vor Gott rechtfertigen und meinen, etwas vorweisen zu müssen. Nur wer sich bemüht, kommt in den Himmel."

Taufe ist nach seinen Worten die Rettung vor der Erbsünde. Buße und Wiedergutmachung / Strafe helfen bei Sünden, die nach der Taufe begangen wurden. Hat Gott die ewige Verdammnis für uns? "Jesus Christus ist für alle meine Sünden gestorben, für die Erbstünde und alle weiteren meiner Sünden," so Salzmann. "Wer an ihn glaubt, ist gerecht und nicht mehr sündig vor Gott. Der Gerechte lebt aus dem Glauben heraus; die Gerechtigkeit Gottes wird durch das Evangelium offenbar. Gott macht uns damit ein Geschenk - ein archimedischer Punkt, der Luther die Welt aus den Angeln heben und Widerspruch ernten ließ. Man soll aber nicht leben, wie man möchte, schon gar nicht sündhaft. Die guten Werke sind die Früchte des Glaubens. Das Gute kommt aus dem Glauben heraus. Am Ende des Lebens wird nicht Bilanz gezogen; die Gnade Christi ist die einzige Hilfe, die wir brauchen. Christus hat alles für mich getan, ich muß nichts ergänzen."

Nach den Worten von Salzmann dachte Paulus in Spannungsfeldern und konnte so Worte sagen, die sich widersprechen. "Das ist Stoff für Kontroversen und ökumenische Papiere. Jesus Christus ist das Zentrum. Was Gott macht, gilt und ist richtig. Es kommt ganz und gar auf Christus an; was ich gemacht habe, zählt nicht. Erlösung kommt durch den Glauben, nicht durch die Taten. Niemand kann sein eigenes Heil erwirken; jeder ist auf Jesus angewiesen. Am Tag des Gerichts haben wir Jesus vorzuweisen. Glaube heißt, ein Geschenk mit offenen Armen anzunehmen."

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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