Fotografie-Ausstellung im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg
"Melting Pott" - Jazzmusiker Till Brönner fotografiert den Ruhrpott

Eva Müller-Remmert (Kuratorin), Jazzmusiker und Fotograf Till Brönner, Walter Smerling (Direktor MKM) bei der Präsentation der Fotoausstellung "Melting Pott" im MKM
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  • Eva Müller-Remmert (Kuratorin), Jazzmusiker und Fotograf Till Brönner, Walter Smerling (Direktor MKM) bei der Präsentation der Fotoausstellung "Melting Pott" im MKM
  • hochgeladen von Andrea Gruß-Wolters

Till Brönner hat Trompete gegen Kamera getauscht und ein Jahr lang den Ruhrpott fotografiert. Das Resultat kann man nun in der hervorragenden Fotoausstellung "Melting Pott" im Museum Küppersmühle im Duisburger Innenhafen anschauen. Es ist Brönners bislang umfangreichste Fotografiepräsentation.

"Melting Pott", flott übersetzt mit Schmelztiegel Ruhrpott, ist der passende Titel für diese Fotoschau, zeigt sie doch Brönners persönlichen Blick auf die Vielfältigkeit des Ruhrgebietes. "Ich habe verstanden, dass es das eine Bild vom Ruhrgebiet nicht gibt", fasst Till Brönner seine einjährige Fotoreise durchs Revier zusammen.

Einjährige Fotoreise durch den Pott

Die Fotoschau ist das Resultat einer Auftragsarbeit. Till Brönner wurde von der Essener Brost Stiftung gefragt, ob er das Ruhrgebiet fotografieren wolle. Normalerweise ist der Jazzmusiker mit seiner Trompete auf den Bühnen der Welt unterwegs. Doch auch die Fotografie nimmt immer mehr Raum in seinem Leben ein. Vor rund zehr Jahren hat er mit dem Fotografieren angefangen. Seine S/W Portraits von Musikerkollegen und von prominenten Persönlichkeiten fanden großes, mediales Interesse. Er selbst schätzt am Fotografieren, dass er nicht so sehr von seiner Tagesform abhängig ist, anders als bei einem Bühnenauftritt.

Doch das Ruhrgebiet in Fotos fassen? Das war denn schon eine ganz andere Aufgabe, die ihn denn auch zunächst etwas ratlos ließ. Er, der in Berlin und in Los Angeles lebt, hatte andere Bilder im Kopf.
Doch schließlich fand er Zugang zum Pott, über die Menschen. "Von dem Moment an, als ich beschloss, nicht mehr zu suchen, sondern das zu fotografieren, was mir begegnete, platzte plötzlich der Knoten und ich bekam Zugang zu etwas, das ich immer - auch in der Musik - über alles andere stelle: Menschen," erklärt Till Brönner bei der Vorstellung seiner Fotoausstellung.

Die"Ruhris" hat er getroffen, bei der Arbeit, in der Freizeit im Schrebergarten, auf dem Fußballplatz. Egal ob Zufallsbekanntschaften oder Revier-Promis, er hat sie treffend abgebildet. Was ihm auffiel, es menschelt im Revier und genau das gefällt Till Brönner. Er schätzt die offene, direkte Art, die Bodenständigkeit und die offensichtliche Liebe zum Pott, denn alle, die er traf, wollten ihm die schönen Seiten des Reviers zeigen.

Das Ruhrgebiert ist das Amerika von Deutschland

Über 1000 Fotos sind auf dieser Revierreise entstanden. 600 kamen in die Vorauswahl, 200 schafften es in die Ausstellung. Von Raum zu Raum entwickeln sich verschiedene Motivgruppen: Menschen in ihrem Alltag, Leben und Arbeiten, Architektur und Infrastruktur, Strukturen in Detailaufnahmen, Natur- und Kulturlandschaften sowie Porträtaufnahmen bekannter Persönlichkeiten aus dem Revier.
Vor allem die großformatigen Fotografien haben in den großzügigen Räumlichkeiten des MKM eine ganz besondere Ausstrahlung. Interessant ist der 20 minütige Film zur Entstehung der Fotos. Die Musik dazu kommt natürlich von Till Brönner.

Die Mehrzahl der Fotos sind S/W. Der erste Eindruck: alles scheint grau, dunkel, fast düster zu sein. Da gibt es keine glatten oder gelackten Oberflächen. Das Klischee vom grauen Pott?  Ja, vielleicht, aber das Kantige des Ruhrgebietes kommt dabei gut und unverfälscht zur Geltung. Und die schönen Seiten, die ihm die Ruhris zeigten, gibt es auch und die sind dann auch (meistens) in Farbe.

Eine sehenswerte Fotoausstellung, die Till Brönners ganz persönlichen Blick aufs Ruhrgebiet, auf den größten Ballungsraum Deutschlands widerspiegelt.
Sein Fazit: "Das Ruhrgebiert ist das Amerika von Deutschland."

Die Ausstellung läuft bis zum 06. Oktober 2019
Weitere Infos  zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm.

Alle Duisburger Bürger/innen haben jeden Donnerstag freien Eintritt
(Personalausweis nicht vergessen)

Zur Ausstellung ist ein sehr gut gestalteter Katalog im Wienand Verlag erschienen.

Die Fotos sind während der Vorabbesichtigung entstanden und dienen ausschließlich der Berichterstattung.
Viel Spaß beim Anschauen!

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Philosophenweg 55
47051 Duisburg
www.museum-kueppersmuehle.de

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