Schadensaufnahme im Theater wird sich noch Wochen hinziehen
Sorgfalt genießt absolute Priorität

Die Bühnenvorhänge sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu gebrauchen, da sie die Brandschutzvorgaben nicht mehr erfüllen.
Fotos: Reiner Terhorst
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  • Die Bühnenvorhänge sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu gebrauchen, da sie die Brandschutzvorgaben nicht mehr erfüllen.
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"Wir wissen, was wir zu tun haben, aber wir können beim besten Willen weder etwas über Kosten noch über den Zeitraum sagen". Spekulieren will Kulturdezernent Thomas Krützberg nicht und hält die wohl brennendsten Fragen zur "Wiederinbetriebnahme" des Duisburger Theaters offen.

Jürgen Kugelberg, Geschäftsführer des Immobilien-Management Duisburg (IMD), weist zudem darauf hin, dass es wohl noch einige Wochen in Anspruch nimmt, "bis wir endgültige Klarheit haben, was irreparabel und kaputt ist." Sorgfalt gehe halt vor Schnelligkeit. Bei einer Begehung des am Freitag letzter Woche durch 80.000 Liter Wasser arg in Mitleidenschaft gezogenen Kulturtempels an der Neckarstraße sind zwar die Wasserschäden an einigen Stellen deutlich zu sehen, doch sei das, was man nicht sofort sieht, von wesentlich größerer Relevanz.

Innerhalb weniger Minuten war die riesige Wassermenge aus den Tanks heraus geschossen. Krützberg: "Das ist schon etwas anderes, als wenn Sie ihren Garten mit einem Schlauch gießen." Man war am Tag des Geschehens völlig konsterniert. Das habe Spuren hinterlassen. Und dennoch ging wenige Stunden später ein leises Aufatmen durch alle Beteiligten. Die Feuerwehr und das IMD hätten eine noch schlimmere "Voll-Katastrophe" verhindert.

Trockner rattern rund um die Uhr

Karoline Hoell, Leiterin der Kulturbetriebe, ergänzt: "Was die geleistet haben, ist schon bemerkenswert." Für Kugelberg und seine IMD-Fachleute geht die Arbeit in die nächste Phase: "Wir müssen jeden Stromkasten, jeden Anschluss überprüfen. Das gilt auch für tausende Meter Strom- und Versorgungskabel." Die mit der sorgfältigen Feststellung, Überprüfung und Auflistung aller möglichen Schäden beschäftigten Mitarbeiter fehlten zudem anderer Stelle, wo sie ebenfalls dringend benötigt würden. Kugelberg: "Das ist schon ein Problem für uns."

Im Bereich des Orchestergrabens und unterhalb der Bühne rattern unaufhörlich Trockner und Entlüfter. In einigen Gängen sind bereits Bauarbeiter am Werk, um Decken abzuhängen oder Mauerwerk abzuschlagen. Selbst einige Garderoben-, Aufenthalts- und Probenräume sind mehr benutzbar. Glück im Unglück hatten Teile der Philharmoniker, von denen zwar einige Instrumente in Mitleidenschaften gezogen wurden, wertvolle Celli aber unbeschädigt blieben, weil sie in wasserdichten Kästen gesichert waren.

Wer hat welche Fehler gemacht?

Zwischenzeitlich, so Dezernent Krützberg, habe man bereits erste Gespräche mit der für die Wartung der Sprinkleranlage verantwortlichen Firma geführt, die ihrerseits ihre Versicherung informiert habe. Geprüft werde nach den Worten von IMD-Chef Kugelberg aber auch, ob ein für die Wartung von Brandmeldern verantwortliches Unternehmen Fehler gemacht haben könnte.

Auch diese Firma habe vorsorglich ihre Versicherungen eingeschaltet.
Noch gar nicht abzusehen sei derzeit, ob die Versicherungen einen festgestellten Schaden mit klarer Verantwortlichkeit akzeptieren oder gerichtliche Beweisaufnahmen in Anspruch nehmen würden. Auch deshalb sei die Sorgfalt bei der Schadensfeststellung so zeitaufwendig und wichtig. Jürgen Kugelberg: "Derzeit schließen wir gar nichts aus, weder menschliches Versagen noch sonstige Ursachen."

Der Teufel steckt im Detail

Da der Teufel bekanntlich im Detail steckt und auch Kleinvieh Mist mache, sei, so Karolin Hoell,"eigentlich jetzt schon klar, dass wir die ramponierten Bühnenvorhänge nicht mehr verwenden können, da sie jetzt nie mehr die Brandschutzvorgaben erfüllen werden."

Die Begehung des Theaters war informativ und interessant, aber halt nur ein Zwischenstand, denn, wie Thomas Krützberg sagt, schließlich könne man nicht durch Mauern und in Kabel schauen.

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