Die Hamborner Helios St. Johannes Klinik zieht Ende Juni in den Neubau um
Großprojekt auf der Zielgeraden

Der Countdown läuft. Nach nunmehr fünf Jahren Bauzeit steht der Umzug in den Neubau an der Hamborner Helios St. Johannes jetzt unmittelbar bevor. Zuletzt gab es aufgrund einiger Wasserschäden eine mehrmonatige Verzögerung. Jetzt ist alles „in trockenen Tüchern“.
Foto: Helios
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Als wir uns Anfang des vergangenen Jahres mit Bauleiter Thilo Sehmisch in und an der Großbaustelle des Neubaus für die Hamborner Helios St. Johannes Klinik trafen, war entspannt und zuversichtlich. Alles lief nach Plan. Im Januar 2021 sollte der Umzug über die Bühne gehen. Doch es kam „etwas anders“.

Die leichte Zeitverzögerung durch die Corona-Pandemie hatte man schnell im Griff. Dann kam es ganz schön heftig. Aufgrund zahlreicher Wasserschäden musste das Helios Klinikum Duisburg den geplanten Umzug in den Neubau in Hamborn um mehrere Monate schieben. Nun scheint aber ein helles Licht am Ende des „trockengelegten“ Tunnels In der letzten Juniwoche werden die ersten Kisten und Teams ins neue Gebäude wechseln.

Thilo Semisch ist die Erleichterung, aber auch die Erschöpfung der letzten Monate anzumerken: „Ich kann im wahrsten Sinne des Wortes kein Wasser mehr sehen“, gibt der Projektleiter der Baustelle an der Helios St. Johannes Klinik offen zu und schwankt dabei zwischen Lächeln und Grimasse. Vom kühlen Nass gab es hier reichlich, nicht nur aus den Wolken, sondern auch dort, wo es nun gar nicht hingehört.

Im Inneren des riesigen Klinikneubaus an der Dieselstraße sorgte die Wasserflut für Ebbe bei den Bauaktivitäten, und das kurz vor dem Ziel. Für die Beseitigung mehrerer Wasserschäden verzögerte sich der Umzug um ein gutes halbes Jahr Ganze Etagen brauchten neue Böden, schwere Medizintechnik musste wieder abgebaut werden. Für alle Beteiligten des Projektes war das ein Kraftakt. „Das für alle, auch für mich, ein richtiges Geduldsspiel“, sagt Klinikgeschäftsführer Birger Meßthaler, und ergänzt: „Es war schon schwer, jeden Tag vom Parkhaus aus am Neubau vorbei ins Büro zu gehen, wohlwissend, dass es noch dauern wird, bis wir dieses tolle Gebäude endlich nutzen können.“

In wenigen Tagen
geht es los

Doch jetzt ist der Umzug zum Greifen nah, und die Logistik für das Großprojekt ist bereits angelaufen. Man steht unter Volldampf. Die Vorbereitungen werden bis letzte Detail geplant. Der Countdown läuft. In nur noch wenigen Tag geht es los. Ab dem 28. Juni soll der Neubau dann innerhalb von rund vier Tagen in Betrieb gehen. Die Kisten werden bereits gepackt, das Umzugshandbuch gibt auf rund 15 Seiten Anleitung, welche Dinge wie transportiert werden, denn im laufenden Betrieb eine Klinik umzuziehen, ist extrem anspruchsvoll.

Vor allem der Umzug der Patienten, unter anderem von der Intensivstation, muss akribisch geplant werden. Während ein Team die alte Intensivstation betreut, bereitet ein zweites die neue Station vor. Dann verlegen speziell geschulte Logistikmitarbeiter unter Begleitung von medizinischem Personal nach und nach die Patienten. Rund eine Stunde dauert das in Summe pro Patient, wenn er auf Beatmung und weitere Medizintechnik angewiesen ist. Bei Patienten auf den Normalstationen ist es etwas einfacher, sie werden im Bett, mit dem Rollstuhl oder, wer möchte, zu Fuß in den Neubau gebracht.

Logistische
Herausforderung

Auch für Möbel, Medikamente oder Computer gibt es spezielle Regelungen. Das 120 Millionen Euro teure Gebäude am Standort St. Johannes hat hier glücklicherweise, wie Meßthaler erleichtert mitteilt, einen entscheidenden Vorteil. Über eine Magistrale sind beide Teile – alt und neu – miteinander verbunden, so dass das Wetter als möglicher Störfaktor keine Rolle spielt. Dennoch kommt es darauf an, dass man bei so vielen Beteiligten, Gegenständen und Räumen den Überblick behält.

„Unsere wichtigsten Werkzeuge beim Umzug sind Helfer, Kartons und Etiketten. Die Kisten und anderes wird in verschiedenen Farben gekennzeichnet, damit wirklich jeder weiß, wo was hingehört und es kein Chaos gibt“, lächelt Caroline Korioth, Pflegedirektorin und Hauptverantwortliche für diese logistische Herausforderung. Sie weiß, wovon sie spricht, denn 2017 zog sie bereits mit dem zweiten HKD-Standort, der Helios Marien Klinik, vom Altbestand in einen Neubau um.

Auch wenn das St. Johannes noch einmal deutlich größer, die Aktion und erforderliche Planung entsprechend umfangreicher ist, die Vorfreude nicht nur bei der Pflegedirektorin riesig. Caroline Korioth lächelt: „Moderne Räume, frische helle Farben, kurze Wege, ich spreche, glaube ich, für alle Mitarbeiter, wenn ich sage, dass wir es kaum erwarten können“. Und auch im Altbestand werden die Karten noch einmal neu gemischt. Denn die Kinderklinik sowie die Geburtshilfe und die Dermatologie verbleiben dort, ziehen aber zum Teil in bereits sanierte Bereiche um. Der leergezogene Teil des Altbaus wird dann in den kommenden Jahren aufwändig saniert, bis irgendwann das gesamte Klinikum modernisiert ist.

Patientengarten
mit Kinderspielplatz

Wenn zum Monatsende und bis Anfang Juli nach nunmehr fünf Jahren Bauzeit der Neubau bezogen ist, finden dort rund 400 Betten auf fünf Etagen Platz. Im neuen Erdgeschoss sind alle somatischen Ambulanzen sowie diagnostischen Bereiche angesiedelt, damit es keinen Querverkehr mit den ruhebedürftigeren Stationen gibt. Neben zahlreichen Fachabteilungen, der Notaufnahme, der Patientenaufnahme und bis zu sieben Operationssälen, werden auch die Radiologie, die Wahlleistungsbereiche, die Haustechnik sowie die Pathologie im Neubau untergebracht.

Zudem ist für den Innenhof noch ein Patientengarten mit Kinderspielplatz geplant. Schon 2014 war am St. Johannes ein Parkhaus errichtet worden, das jetzt nach dem Ende der Bauarbeiten unmittelbar neben dem neuen Haupteingang mit der neuen Adresse Dieselstraße 185 liegen wird. Die Klinik hat dann sogar eine eigene Bushaltestelle, um Patienten und Angehörigen die Anreise zu erleichtern. Wie heißt es doch so schön und treffend: „Was lange währt, wird endlich gut“ oder auch „Gut Ding will Weile haben.“

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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