Mitmachen bei der Lokalkompass-Couch-----"LK-Couch" und "LK-Couch Auto".
Mein erstes Auto

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"LK-Couch" und "LK-Couch Auto".

1. Das war mein erstes Auto.

Bei einem strahlend blauen Himmel im
November 1963 war es soweit,
nach nur 8 praktischen Fahrstunden und der notwendigen Theorie
kam jetzt die Fahrprüfung, die ich gleich beim ersten Ansatz
für mich entscheiden konnte, ich hatte den

,, BLAUGRAUEN LAPPEN ,,

Mein nächster Schritt galt der Finanzierung
eines eigenen Autos, sowie die notwendige Fahrpraxis
für das kommende Jahr 1964, ----
denn ab Juni sollte es mit 5 Freunden
in die 4 skandinavischen Länder gehen.---
Ergo musste so oft als möglich ein Leihwagen her.
Fast alle meine Freunde verfügten schon über einen
fahrbaren Untersatz der unterschiedlichsten Marken;
-----für mich sollte es der Käfer sein-----
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Das Jahr 1963
neigte sich mit einer Silvesterfete dem Ende entgegen,
aber nicht ohne das Versprechen von meinen Freunden zu wiederholen,
im Juni 1964 die vier Länder Skandinaviens zu befahren.
Da zwei von unseren Freunden diese Tour schon im letzen Jahr hinter sich brachten,
gab es für den Rest der Truppe keine Zweifel mehr.

Diese Tour konnte ich u.a. auch nutzen,
um meine Fahrpraxis zu erweitern,
denn 9.000 Km in 5 Wochen sollten durch 2 Mann geteilt werden,
davon alleine ca 2.000 Km über Norwegens Serpentinen,
die es heute in dieser Form dank des modernen Tunnelbau`s nicht mehr gibt.
Es waren herrliche Wochen eines Urlaubs der ganz anderen Art
und noch vor Beendigung dieser Tour
wurden die Pläne für 1965 vorbereitet.
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Wir schreiben August 1964,
mein neuer alter Käfer steht vor der Türe !
Baujahr 1960, 30 Ps, perlweiß, Textilschiebedach, 60.000 Km,
Es beginnt eine Zeit der vielen Fahrten,
geplante,--- oder aber auch ganz spontane,
wie z.B. ,,Zum Frühstück nach Paris,, !!!!!
Irgenswann an einem Abend wurde ,,Paris,, ganz beiläufig erwähnt
und sofort gingen alle Hände hoch !!!!
Zwei Stunden später düsten wir mit 3 Autos los,
genehmigten uns ein fürstliches Frühstück am Montmartre,-
und fuhren irgendwann wieder retour……

Wir schreiben Juni 1965,
die Feuerprobe meines Käfers steht bevor,
es geht wieder gen Norden,
Dänemark - Norwegen - Finnland - Schweden,
aber nur vier Wochen und diesmal nur 7.000 geplante Km,
wieder mit 2 Mann Besatzung pro Käfer.
Ausser kleiner Blessuren, die man sich leicht auf diesen lehmigen Ölkies-Pisten einhandeln kann, gab es keine Probleme.
Die Pläne für Juni 1966 lagen schon auf dem Tisch,
es sollte jetzt mit 3 Fahrzeugen und 6 Mann hochgehen.
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Wir schreiben Juni 1966,
Mein Freund und ich fuhren in meinem Käfer
2 Tage früher los, nach Mo i Rana in Nordnorwegen.
Treffpunkt mit den Freunden von Wagen 2 und 3
sollte der ADAC-Campigplatz in Mo i Rana sein.

Von nun an ging alles Schlag auf Schlag,--
Abfahrt 22:00 Uhr,-- Richtung Hamburg,- Copenhagen,- Hälsingborg,-
(Fähre Hälsingör,) - Göteborg,- Ostersund.
Suche nach einem geeigneten Platz am See,-
irgendwo im Wald,- denn die ersten 1.650 Km sind geschafft.
Wegen der vielen Mücken noch schnell ein Feuer machen,-
in den See springen,- ein paar Runden schwimmen,-
Konservendosen öffnen,- erhitzen und essen,-
2 Dosen Bier trinken,- 2 Zigaretten qualmen,-
und dann ab auf die Matzen zum Ratzen ...…
Nach 4 Stunden Schlaf hatten wir das Bedürfnis,
weiter fahren zu wollen,
denn bis Mo i Rana war es noch ein Stück,
weil ich doch unbedingt über das Hochfjell Umbukta
nach Norwegen wollte.
Mein Käfer sang immer das gleiche mir vertraute
monotone Lied, lief schön rund, wie es sich nun mal
für eine neue Austauschmaschine gehört.

Auf der Strecke zum,- und über das Hochfjell Umbukta
nach Norwegen gab es für uns eine nette Abwechslung.
Ein hinter mir fahrender Volvo mit schwedischem Kennzeichen
und 2 jungen Leuten wollte es uns beiden ,,Dummen,, Deutschen,, zeigen,
dass Schweden bei Linksverkehr,
(damals gab es ihn in Schweden noch)
die besseren Serpentinenfahrer sind….. !!! ???
Nun gut so,- sie konnten ja nicht wissen,
dass wir im letzten Jahr genug Gelegenheit hatten,
uns auf Linksverkehr einzustellen,-
(schwedische Städte und Gebirge mit viel Serpentinen)……
Es war eine herrliche Gaudi,
von einer Haarnadelkurve zur nächsten
mit gegenseitigem Überholen,…. bis Norwegen,……….
dann musste wieder rechts gefahren werden
und die Spannung ging auf null.

Ankunft in Mo i Rana.
Nach dem Zeltaufbau ging es zielstrebig zum Buffet ins Restaurant,
Smörrebröd essen, denn jetzt war das erste grosse Ziel erreicht,-
unsere Freunde erwarteten wir erst in zwei Tagen
und so konnten wir uns in Ruhe den leiblichen Genüssen hingeben.
Irgendwann sagte ich zu meinem Freund,
ich wolle mal schnell nach Nesna fahren,
um einen geeigneten Angelplatz
im Ranafjord ausfindig zu machen,
denn Hunger auf fangfrischen Fisch hatten wir ja immer,
er solle schon mal das Bier kalt stellen,
ich käme in 2 Stunden wieder.
Nach ca. 20 Km Fahrt nach Nesna
erreichte ich eine ca. 50 m oberhalb des Fjordes
gelegene Parkmöglichkeit und stellte mein Auto ab,
um zum Fjord abzusteigen.
Nach einer Stunde kehrte ich zurück,
stieg ahnungslos in den Wagen,
wendete langsam, weil diese Nebenstrasse
doch sehr schmal war und fuhr zügig los.
Noch bevor ich merkte, dass mit den Reifen etwas nicht stimmte
kam auch schon die S-Kurve,
die mich vollends ins Schleudern brachte.
Ich überschlug mich und wurde von einer jungen Birke aufgefangen...
davor und dahinter ging es 50 m zum Fjord runter.
Mein Schutzengel muss riesengrosse Flügel gehabt haben,
denn nur so lässt es sich erklären,
dass ich nicht links oder rechts der Birke 50 m tiefer stürzte,---
dass ich bis auf ein paar Prellungen keine Verletzungen hatte,---
und dass genau in diesem Moment
eine Autofahrerin vorbei fuhr und anhielt.
( auf dieser Strasse sieht man in 24 Stunden
vielleicht 1 oder 2 Fahrzeuge)
Sie brachte mich sofort ins Krankenhaus,
informierte auf meinen Wunsch die Polizei,
die auch schnell bei mir war.
Mit ihnen fuhr ich zurück zum Wrack,
um alles Wertvolle aus dem Wagen zu bergen,
bevor selbiger geborgen und auf einem Werkstatthof
abgestellt wurde.
Jetzt erst erkannte man das Ausmass des Totalschadens,
sowie auch dessen Ursache… !!!
Zwei Reifen auf der Beifahrerseite
wiesen je einen sehr geraden Schnitt auf ….!

Nach 2 Tagen kamen meine anderen 4 Freunde,
mit denen wir, nachdem alles was zu entbehren war,
in eine grosse Holzkiste verpackt
und auf die Bahn Richtung Duisburg gebracht wurde,
weiter, Richtung Nordkap und Finnland.
( Ich laß mir wegen solcher Kleinigkeiten
nicht den Urlaub verderben !!! )
Mein Käfer war tot und kam zur letzten heissen Ruhe
ins neuen Stahlwerk
von Mo i Rana…………..
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2. Das waren die Vor- und Nachteile des Autos.

Nun ja, der Käfer mit dem luftgekühlen Boxermotor
war für die damalige Zeit schon ein besonderes Auto,
das ganz gleich in welchem Gelände man fuhr
nie wegen Überhitzung des Motors liegen blieb.
Außerdem benötigte man für kleine Reparaturen
nur ein Minimum an Werkzeugen.
In den Skandinavischen Ländern
besonders in Finnland gab es ein riesiges Angebot
an VW-Werkstätten mit einem Super-Service.
Der Nachteil ist natürlich der nicht sehr große Stauraum
vorne unter der Haube und hinten hinter der Rückbank.
Doch mit 2 Personen plus Dachgepäckträger,-
plus Rückbank vorne und dahinter
läßt sich auch die größte Strecke bewältigen.
Wir hatten mit unserem Gepäck für 4 - 5 Wochen sogar noch Platz für 100 Dosen Wickühler Pils,- 6 Stangen Zigaretten,- 20 Flaschen Schnaps,- zum Umtausch für Rentierfelle, Rentiergeweihe,-
und allerlei Accessoires der Lappen in Lappland !!!
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3. Diese Sachen hatte ich fast immer mit dabei.

In Ermangelung eines eingebauten Radios,
hatte ich natürlich immer das notwendige Kofferradio
samt Klemmantenne dabei.
Außerdem, zumindest in der warmen Jahreszeit,
mußte ein kleiner Campingtisch mit 2 - 4 Klappstühlen,
sowie ein kleiner Grill mit Holzkohle unter die Haube.
Was gibt es schöneres, als da zu picknicken wo es uns gefällt ?
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4. Das war mein schönstes Erlebnis mit dem Auto.

Schöne Erlebnisse mit dem Käfer hatte ich viele,-
z.B. machten wir in den sechziger Jahren sog. ,,Lustfahrten,,
nach Holland.
Das dortige Preisniveau, nicht nur für Lebensmittel aller Art,
sondern auch für Genußmittel wie Zigaretten,- Kaffee,- Tee,- Alkohol,- Benzin, machten solche ,,Schmuggelfahrten,, doch erst lustig.
Auf solch einer Fahrt mit 4 Personen im Käfer erlebten wir stets
,,Unterhaltung pur,, .
Im abtrennbaren Seitenfutter des Käfers verstauten wir oft
8 Stangen Zigaretten,- diverse Flaschen Alkohol und Kaffee.
Den vor der Fahrt leergefahrenen Tank füllten wir randvoll mit Sprit.
Jeder meiner 3 Freunde und ich verspeisten vor der Rückfahrt
4-5 dicke Knoblauchzehen,- und rauchten bei geschlossenen Fenstern wie die Weltmeister Zugaretten. !!!!!
Am deutschen Zoll angekommen schauten wir dem nahenden Zollbeamten unschuldig ins Gesicht und gaben seinem Wunsch,
doch das Seitenfenster bitte zu öffnen nach,.........
Nachdem er leicht die Mimik veränderte und den Abstand zu uns vergrößerte, hatte er nur eine Frage nach Zollgut,
die wir mit unschuldigen Blick mit Hinweis
auf die vier geöffneten Zigarettenschachteln beantworteten,
auch mit dem Hiweis, daß wir gerade vom asiatischen Essen kamen. !!!
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5. Das ist mein Traumauto.

Mein erstes Auto war ein Käfer,- ein sehr robustes Auto,-
ein sehr zuverlässiges Auto, ein sehr wirtschaftliches Auto,-
aber es war nicht mein Traumauto ansich.
Nach diesem Käfer hatte ich für ein halbes Jahr einen gebrauchten Porsche. Damals war es, bis mir jemand reinfuhr, mein Traumauto.
Heute ist es ein Mercedes,- ich kann auch hier nicht sagen,
daß es mein Traumauto ist.
Ein Auto ist für mich nur ein Gerät,
mit dem ich gut und moderat
von A nach B fahren kann,
----- mehr nicht----- !
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Autor:

Jürgen Daum aus Duisburg

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