Die Evangelische Kirche in Duisburg steht vor Umbrüchen und Herausforderungen
Synode stellte die Weichen für die Zukunft

Die Kreissynode, das Evangelische Kirchenparlament in Duisburg, fasste am Wochenende nachhaltige Beschlüsse, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Fotos: Reiner Terhorst
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Das Evangelische Kirchenparlament in unserer Stadt, die Kreissynode, tagte am Wochenende im Gemeindehaus Meiderich. In zweitägigen und jeweils mehrstündigen Beratungen wurden Entscheidungen auf den Weg gebracht, die den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden und auch etwas mit „Umbrüchen“ zu tun hat.

Die Aussprache zu den Berichten aus Gemeinden, Einrichtungen und Werken über die Arbeit der letzten zwölf Monate war der erste große Tagesordnungspunkt. So wurde der Jahresbericht von Superintendent Armin Schneider intensiv diskutiert. Er ging auf Ereignisse und Entwicklungen ein, die ihn, den Kirchenkreis und seine Gemeinden im letzten Jahr beschäftigten. Der Superintendent beleuchtete auch das Thema „Rechtspopulismus und rechte Gewalt“ Er sprach von beunruhigenden Beobachtungen und nannte die mit der Europawahl verbundene Plakataktion der Partei „Die Rechte“ und den Anschlag in Halle.

Mutig gegenüber
Stammtischparolen

Was die Wahlerfolge der AfD mit dem Anstieg antisemitischer Angriffe oder rechter Gewalttaten zu tun habe, sei für ihn klar. Schneider wörtlich: „Die AfD lässt bewusst zu, dass es an ihren Rändern fließende Übergänge zur rechtsradikalen Szene gibt.“ Er appellierte an die Synodalen: „Im Alltag sind wir alle gefragt. In unseren Gemeinden und Einrichtungen, in unserer Stadt und in unseren Quartieren setzen wir uns mit langem Atem für eine Kultur der Mitmenschlichkeit und der Toleranz ein, wir ducken uns vor Stammtischparolen nicht weg, sondern setzen ihnen mutig und beharrlich unsere Argumente, unsere Menschlichkeit und unseren Glauben entgegen.“

Dann ging es ans „Eingemachte“. So stand die Verabschiedung verschiedener Haushaltspläne für das nächste Jahr an. Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter aus den 15 Gemeinden sowie berufene Mitglieder beschlossen den „Haushaltsplan Kirchensteuerverteilungsstelle 2020“. Mit 66.369 Mitgliedern in den 15 Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Duisburg kalkulieren der Kirchenkreis und seine Gemeinden über den Finanzausgleich der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Haushaltsjahr 2020 mit 180,19 Euro pro Gemeindeglied.

Dies entspricht einer Summe von knapp zwölf Millionen Euro Doch davon machen die Duisburger Kirchensteuergelder nur rund die Hälfte der Summe aus, die andere Hälfte erhält der Duisburger Kirchenkreis über eine Art Solidarausgleich aus einem Topf der Landeskirche, in den reichere Kirchenkreise Finanzmittel beisteuern und aus dem ärmere Kirchenkreise Ausgleichsmittel erhalten.

Weiterführende
Planungen

Anschließend verdeutlichte der aktuelle Bericht zum Pfarrstellenrahmenplan, dass es bei dem zu erwartenden Rückgang der Gemeindegliederzahlen im Bereich des Duisburger Kirchenkreises 2030 vermutlich höchstens noch die Hälfte der jetzigen Pfarrstellen geben werde. Nach den aktuellen Berechnungen hinsichtlich der erwarteten Mitgliederentwicklung wird die Region Nord in 2030 über 5,33 Pfarrstellen verfügen (derzeit sind es 11,01 Pfarrstellen). Die Region Mitte wird laut Prognose 2030 über 3,73 Pfarrstellen verfügen (derzeit 7,04). Die Gemeinden der Süd-Region verfügen im Jahr 2020 über 9,51 Pfarrstellen. Die Prognose für 2030 geht von 5,36 aus.

Da Pfarrernachwuchs fehle, dürfte es jedoch schwer werden, die verbleibenden Pfarrstellen zu besetzen. Durch anstehende Verrentungen werden bis 2030 allein 21 Gemeindestellen und neun kreiskirchliche Pfarrstellen vakant. Welche Pfarrstellen in den Gemeinden und im Kirchenkreis auch 2030 erhalten bleiben und besetzt werden sollen, ist Teil der weiterführenden Planungen.

Blick nach vorne
ebnet den Weg

Bei der Tagung der Synode ging es auch um das Thema „Wahl einer Superintendentin oder eines Superintendenten im Hauptamt“. Die Grundsatzentscheidung zum Wechsel vom „Nebenamt“ zum „Hauptamt“ hatte die Synode bereits auf ihrer Tagung im Juni getroffen. Jetzt wurde den Synodalen ein Zeitplan und das Anforderungsprofil präsentiert. Nach Vorstellungsgesprächen sollen mögliche Bewerberinnen und Bewerber Ende August des nächsten Jahres in Gottesdiensten Probepredigten halten, wo sich alle Synodalen und Interessierte ein erstes Bild der Kandidierenden machen können. Am 25. September 2020 kommen die Synodalen dann zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, bei der es ausschließlich um die Nachfolge von Superintendent Armin Schneider geht.

Die Synodalen beschlossen zudem, dass zwei größere Veranstaltungen organisiert werden sollen. Im nächsten Jahr gibt es erneut einen Patentag, bei dem Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren einen ganz Tag füreinander Zeit haben und dabei die Taufe als Gottesgeschenk erleben können. Am Samstag, 26. Juni 2021 (!), schließlich wollen der Evangelische Kirchenkreis Duisburg und seine 15 Gemeinden gemeinsam mit evangelischen Einrichtungen und Werken wieder ein beeindruckendes Fest des Glaubens und der Verbundenheit feiern. Den letzten Kreiskirchentag gab es 2017 anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“.

Personen und
Persönliches

Die Synode verabschiedete mehrere ihrer Mitglieder. Diese haben aus unterschiedlichen Gründen das letzte Mal an einer Tagung des evangelischen Kirchenparlamentes teilgenommen: Pfarrerin Ulrike Schneider, Pfarrerin Doris Steilner-Jabs, Pfarrer Tijmen Aukes und Pfarrer Martin Nadolny wegen des bevorstehenden Ruhestandes. Weitere vier Mitglieder scheiden wegen des Erreichens der Altersgrenze von 75 Jahren aus: Helga Kluth, Margret Thummes, Jörg-Holger Ibsch und Jörg Hoffmann, der minutenlange stehende Ovationen erhielt, als Presybter ihrer Gemeinden sowie German Bensch und Reinhard Luderer als berufene Fachvertreter der Synode.

Die Kreissynode, das Evangelische Kirchenparlament in Duisburg, fasste am Wochenende nachhaltige Beschlüsse, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
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Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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