"INTAKT" gegründet: Bündnis zum Schutz der Bäume in Duisburg

Rund 3.000 Banderolen wurden im Duisburger Stadtgebiet in der Nacht von Samstag, 21. April, auf Sonntag um alte Bäume gebunden. Genau so viele Bäume sollen ungefähr schon seit fehlender Baumschutzsatzung gefällt worden sein, so das Aktionsbündnis "INTAKT".
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  • Rund 3.000 Banderolen wurden im Duisburger Stadtgebiet in der Nacht von Samstag, 21. April, auf Sonntag um alte Bäume gebunden. Genau so viele Bäume sollen ungefähr schon seit fehlender Baumschutzsatzung gefällt worden sein, so das Aktionsbündnis "INTAKT".
  • Foto: Hannes Kirchner
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Der 25. April ist der internationale Tag des Baumes. Tragisch, wenn man bedenkt, dass aktuell im Stadtgebiet Duisburg immer mehr Bäume fallen.

An der Sechs-Seen-Platte gibt es Bebauungspläne, im Stadtgebiet darf nach Lust und Laune gefällt werden, seit die Baumschutzsatzung außer Kraft gesetzt wurde und Bäume nicht mehr unter Schutz stehen. Doch Bäume und Wälder sind die grüne Lunge der Stadt, denn sie produzieren Sauerstoff.
Bereits seit einiger Zeit arbeiten Initiativen und Parteien daher an der Gründung eines Aktionsbündnisses für ein ökologisches Duisburg. Das Bündnis tritt für den Erhalt von Freiflächen und die Verbesserung der Umwelt- und Lebensbedingungen ein. Was es dabei zu verhindern gilt: Die Abholzung der Bäume, die seit der Abschaffung der Baumschutzsatzung nicht mehr geschützt sind. Ja, es wird nicht einmal mehr nachgehalten, wieviele Bäume gefällt werden. Gerade in einer Stadt, die sich für Nachhaltigkeit rühme, sei dies pure Ironie, sind sich alle einig.
Am 21. April wurde nun die Gründung des Aktionsbündnisses "INTAKT" bekanntgegeben. Unter anderem waren die Sprecherin des Bündnisses Melanie Schmidt, Gerd Schwemm von den Grünen Duisburg, Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg und Udo Hase von der Klimavernetzung Ruhr und ebenfalls Sprecher des Bündnisses anwesend.
Geschätzt über 3.000 Bäume wurden bereits in Duisburg gefällt, ungefähr genauso viele wurden nun von Bündnispartnern im Rahmen der Aktion "INTAKT - wem gehört die Stadt" mit Banderolen umwickelt.

Proteste schon bei Baumfällungen an der Mercatorstraße

15 Hektar Wald sollen gefällt, 75 Hektar sollen bebaut werden, teilweise im Landschaftsschutzgebiet. "Die Linke war von Anfang an dabei und hat sich bereits gegen die Baumfällungen an der Mercatorstraße eingesetzt, die trotz heftigem Bürgerprotest, unter Polizeischutz, durchgeführt wurden", so Horst Werner Rock von den Linken.
"Straßen.NRW holzt ab, die Bundesbahn holzt ab, jetzt beginnen auch die Wohnungsgenossenschaften abzuholen. Dürfen die das? Die Antwort ist leider ja", so Kerstin Ciesela vom BUND Duisburg. "Doch wir müssen an die Menschen denken, die hier leben!" Gerd Schwemm von den Grünen: "Vor genau drei Jahren wurden die Platanen auf der Mercatorstraße abgeholzt, trotz tausender Unterschriften." Auch Sebastian Ackermann von den Jusos ist mit von der Partie: "Ich habe einen schweren Stand, denn meine Mutterpartei hat die Baumschutzsatzung abgeschafft, doch wenn das mit den Baumfällungen so weiter geht, erben wir eine Wüste. Das müssen wir verhindern!"
Das Bündnis INTAKT will Duisburg eine Stimme geben und für alle diejenigen Bürger eintreten, deren Wunsch überhört wird. Die Banderolen-Aktion ist eine von weiteren. Ziel ist es, langfristig, die Baumschutzsatzung wieder einzuführen. "Die Banderolen sollen hängen bleiben, bis wir wieder eine Baumschutzsatzung haben", so Melanie Schmidt. Im Duisburger Stadtgebiet liegen zudem Unterschriftenlisten aus. "Wir haben das Gefühl, die Politik vertritt nicht mehr die Interessen der Bürger." 

Text: Janina Schulze

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