Fuchsienausstellung Adieu – Hallo Sommer-Event: Duisburgs Blumenfreunde schöpfen Hoffnung
„Irgendwie geht es doch immer weiter!“

Die Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Hamborn haben nicht nur den imposanten Bauerngarten angelegt, der längst vielen Schulen in Duisburg als „offenes Klassenzimmer“ im Biologieunterricht dient. Sie sorgen auch künftig dafür, dass hier weiterhin „blühendes Leben“ herrscht.
Fotos: Reiner Terhorst
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  • Die Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Hamborn haben nicht nur den imposanten Bauerngarten angelegt, der längst vielen Schulen in Duisburg als „offenes Klassenzimmer“ im Biologieunterricht dient. Sie sorgen auch künftig dafür, dass hier weiterhin „blühendes Leben“ herrscht.
    Fotos: Reiner Terhorst
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„Das fuchst mich ja irgendwie, dass das die letzte Fuchsienausstellung im Botanischen Garten Hamborn gewesen sein soll.“ Herbert Erkenrath, eigens aus dem westfälischen Ahaus angereist, musste über sein spontanes Wortspiel schmunzeln. Aber schnell wurde der Blumenliebhaber wieder ernst, denn es war ja bekannt, dass es die letzte imposante Schau dieser Art auf Duisburger Boden sein würde. Wirklich?

Die Ausstellung, deren diesjährige und inzwischen 23. Auflage am Sonntagabend zu Ende ging, lockte Jahr für Jahr viele Besucher aus ganz NRW und dem benachbarten Ausland in den Duisburger Norden und war einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Gesamtstadt. Die Fuchsienfreunde Rhein-Ruhr haben stets viel Kraft und Energie an den Tag gelegt, diese fast zehntägige Ausstellung mit Leben zu füllen. „Aber“, so die Vorsitzende Sigrid Gentzmer im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger, „viele unserer engagierten Mitglieder und Fuchsienzüchter sind inzwischen 80 Jahre und älter. Der Aufwand ist einfach zu groß geworden. Wir schaffen das so nicht mehr.“

Neuerlicher
Besucherrekord

Schließlich sei es immer ein Anliegen gewesen, die Qualität der Ausstellung, mit der sich Duisburg fast bundesweit einen guten „blumigen“ Ruf erworben hat, beizubehalten und nach Möglichkeit noch zu steigern. Das war ihnen in den vielen zurückliegenden Jahren gelungen. Jetzt gab es erneut einen Besucherrekord. Immer mehr „Mitmacher“ und Besucher waren mit von der Partie.

So führen seit dem vergangenen Jahr die Evangelischen Kirchengemeinden Neumühl, Hamborn und die Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh am Abschlusstag der Ausstellung einen gemeinsamen Gottesdienst unter freiem Himmel durch, an dem jetzt fast 300 Menschen teilnahmen und, so freuten sich die Pfarrerinnen Anja Buchmüller-Brand, Birgit Brügge und Elke Banz, „mit Lob, Dank und Anerkennung wahrlich nicht sparten und hoffen, dass dieser Gottesdienst im nächsten Jahr wieder stattfindet.“ Und, das wurde am Sonntagnachmittag bereits deutlich: „Die Weichen sind gestellt.“

Letztlich lebt ja auch der Botanische Garten vom Engagement vieler Menschen und Institutionen. Wenn es auch eine mehrtägige Fuchsienausstellung in dieser Form nicht mehr geben wird, so soll künftig zum Einstieg in die Sommerferien ein Wochenende im Botanischen Garten Hamborn weiterhin ganz im Zeichen von Blumen und Natur stehen.

Viele Aktive
stehen bereit

Die Kirchengemeinden stehen bereit, die Förderer und Freunde des Botanischen Gartens Hamborn, die ihre Arbeit fortsetzen werden und den von ihnen dort angelegten Bauerngarten weiterhin hegen und pflegen, ebenfalls. Deren Vorsitzende Angelika Hanisch meinte zu unserer Redaktion: „Die Bonsaifreunde, die Dahlienfreunde, die Gesellschaft für Aquarienkunde, die Imker, die Quilt-Ladies und viele mehr wollen da mitmachen.“

Und Sigrid Gentzmer lächelte vielsagend. Ernst Zöhrer von den Fuchsienfreunden füllt dieses Lächeln mit Worten: „Für ein Wochenende und ohne die große Schlepperei und Organisiererei ist da wohl was machbar. Aber das müssen wir mit allen noch intensiv besprechen.“ Er hatte wohl noch den Satz des aus Hannover gekommenen Vorsitzenden der Deutschen Fuchsien-Gesellschaft, Hans-Jürgen Schnur, im Ohr. Als dieser am Sonntag eine Neuzüchtung von Hartwig Schütt aus Cuxhaven auf den Namen „Steigerlied“ taufte, sagte er: „Was die Fuchsienfreunde Rhein-Ruhr geleistet haben, ist vorbildlich für das ganze Ruhrgebiet. Daher ist der Namen Steigerlied für die Neuzüchtung auch mehr als treffend. Wenn es auch so groß nicht mehr weitergeht, irgendwie geht es aber immer weiter.“ Er scheint Recht zu behalten.

Zeichen setzen
für Hamborn

Neben der Fuchsientaufe war der Gottesdienst ein wahrer Höhepunkt des Abschlusstages. Das Gottesdienst-Thema „Da blüht uns was“ haben die drei Pfarrerinnen aus der Region Nord mit ihren Teams mit- und einnehmend umgesetzt. Musikalische Höhepunkte gab es dabei durch Lutz und Doris Peller.

Zugleich war der Gottesdienst ein flammender Appell, sich für die Bewahrung der Schöpfung aktiv und engagiert einzusetzen. Es gab zwischendurch oft großen Szenenapplaus, für einen Gottesdienst nicht unbedingt üblich. Es kam gut an, dass die Kirche zu den Menschen geht und somit Zeichen gesetzt hat.

Und Zeichen setzen wollen die Aktiven im Botanischen Garten Hamborn für Duisburg, die Region und die vielen Gäste auch nah und fern auch im nächsten Jahr, wenn auch in „abgespeckter“ Form.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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