„Bürger-Spaziergänge“ durch den Stadtbezirk Hamborn setzen Zeichen
„Ein Miteinander auf Augenhöhe“

Hamborns Bezirkspolitiker setzten ihre Ortsteil- und Bürgerspaziergänge fort. Jetzt ging es durch das Viertel an der Kreuzeskirche in Marxloh. Besuche und Gespräche am August-Bebel-Patz standen ebenfalls an. 
Fotos: Reiner Terhorst
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  • Hamborns Bezirkspolitiker setzten ihre Ortsteil- und Bürgerspaziergänge fort. Jetzt ging es durch das Viertel an der Kreuzeskirche in Marxloh. Besuche und Gespräche am August-Bebel-Patz standen ebenfalls an.
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„Wir reden nicht davon, dass wir die Sorgen der Bürger ernst nehmen, sondern wir handeln danach. Wir suchen von uns aus das Gespräch mit den Bürgern.“ Hamborns Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer (CDU) erläutert mit diesen Sätzen die Idee seiner „Ortsteil- und Bürgerspaziergänge“ durch den Stadtbezirk.

Seit Ende März ist der „erste Bürger Hamborns“ in Amt und Würden und hat seitdem bereits einiges auf den Weg gebracht, neue Impulse gegeben und Zeichen für ein „Miteinander auf Augenhöhe“ gesetzt. Zu seinen Ideen gehören die „Ortsteil-Spaziergänge“, bei denen er den Bürgern auf den Zahn fühlen und mit ihnen ins Gespräch kommen, sie vor allem „mitnehmen“ will. Mitnehmen will er auch seine Stellvertreter Martina Will und Claus Krönke (beide SPD) sowie alle Mitglieder der Bezirksvertretung Hamborn und weitere Kommunalpolitiker aus dem dem Rat und den örtlichen Parteivorständen.

Ein erster Spaziergang fand vor einigen Wochen in Alt-Hamborn statt. An der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule hatte Schulleiter Karl Hußmann zahlreiche Räume gezeigt und verdeutlicht, dass die Schule aus allen Nähten platzt. Die Schule, die für sechs Züge eingerichtet wurde, verfügt seit drei Jahren über sieben Züge. Um die gute schulische Arbeit zu gewährleisten, bestünde dringend Handlungsbedarf. Jungbauer zum Wochen-Anzeiger: „Aus meiner persönlichen Sicht ist eine Erweiterung auf dem Schulgelände wesentlich geeigneter als eine Dependance an der ehemaligen Comenius-Schule.“

Nicht zurückgehalten

Auf der Jägerstraße hatten sich die teilnehmenden Bezirkspolitiker mit rund 15 Anwohnerinnen und Anwohnern über deren Probleme unterhalten. Die hielten mit ihrer Meinung nicht zurück. Angesprochen wurden Rattenplage, Vermüllung, Parken und Befahren außerhalb der zulässigen Zeiten, Parken auf dem Shared-Space-Platz, dem verkehrsberuhigten Bereich am Hamborner Altmarkt sowie Art und Umfang der Sondernutzungen der Außengastronomie und der Verkaufsstände auf Jägerstraße und rund um den Altmarkt.

Insbesondere der kostenfreie WLAN-Zugang führe aus Sicht der Betroffenen dazu, dass sich weit nach Ladenschließungszeiten zahlreiche Personen lautstark auf der Jägerstraße aufhalten. Marcus Jungbauer: „Als Bezirkspolitiker sollten wir hier gemeinsame Lösungen mit der Verwaltung finden, damit man respektvoll miteinander umgeht und bestehende Regelungen beachtet.“

Der Bezirksbürgermeister versprach zudem, dass die „Spaziergänge“ fortgesetzt würden. Gesagt, getan. Jetzt ging es durch einen Teil von Marxloh. Dabei stand zunächst das Viertel um die Evangelische Kreuzeskirche auf dem Programm. Vielleicht hatte Jungbauer auch Luthers Satz „Wir müssen dem Volk aufs Maul schauen“ im Sinn, denn es gab intensive Gespräche mit den älteren Damen im alten Pfarrhaus und heutigen Begegnungszentrum an der Karl-Marx-Straße, die gerade vom Turnen kamen und sich bei Kaffee und Kuchen stärkten. Auch hier waren Müll, rücksichtsloser Umgang von Mitbürgern und der Mangel an Parkplätzen Thema.

Gelegenheit genutzt

Pfarrer Jens Dallmann nutzte zudem die Gelegenheit, den Politikern Maßnahmen und Aktionen vorzustellen, die die Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh am Standort Kreuzeskirche in absehbarer Zeit durchführt. Das Außengelännde der Kirche wird neugestaltet, die komplette Umzäunung, von vielen Marxlohern „Affenkäfig“ genannt, wird teilweise zurückgebaut. Dallmann sprach von der Zukunft der Kirche und der Gemeinde, von vielen Konzerten und Gesprächen in der Kreuzeskirche und einer bevorstehenden Ausstellung, deren Vorbereitung fast abgeschlossen ist. Selbstverständlich stehe der Stadtteil dabei im Mittelpunkt.

Weiter ging es dann zum August-Bebel-Platz, wo man mit der sogenannten „Trinkerszene“ ins Gespräch kam, ohne „Scheuklappen“ und mit klaren Worten. Auf der Kaiser-Wilhelm-Straße besuchten die Kommunalpolitiker Herrenausstatter und Juweliere und sprachen mit Vertretern des Werberings. Alle zusammen haben in dem Bereich viel vor. Fassaden sollen herausgeputzt werden. Eine „Flaniermeile“ solle dort (wieder) entstehen, die auch auswärtige Besucher nach Marxloh locken werde.

"Marxloh Teil II" folgt

Die Reihe der Spaziergänge wird auch künftig fester Bestandteil der Hamborner Politik sein. Am 30. August folgt „Marxloh Teil II“. Dann geht es unter anderem um die dortige Schulsituation. Die Stadtteile Neumühl, Marxloh und Röttgersbach stehen ebenfalls im Blick des „Polit-Spaziergängers“ Marcus Jungbauer.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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