Neues Teilhabezentrum in Marxloh soll die Interesssen der Jüngsten erforschen
„Gebt den Kindern das Kommando!“

Jetzt fiel der Startschuss zum vom Land NRW und der EU geförderten Projekt „Teilhabezentrum Marxloh – Bewegung schafft Begegnung“, das nach wissenschaftlicher Auswertung Signalwirkung für die Stadt und die Region haben soll.
Fotos: Reiner Terhorst
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  • Jetzt fiel der Startschuss zum vom Land NRW und der EU geförderten Projekt „Teilhabezentrum Marxloh – Bewegung schafft Begegnung“, das nach wissenschaftlicher Auswertung Signalwirkung für die Stadt und die Region haben soll.
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Es hatte einen Hauch von den Fimfestspielen in Cannes oder der Berlinale, als einige Marxloher Kinder bei ihrer ganz persönlichen Filmpremiere gefeiert wurden. Ihr Filmpalast war die „Arche“ an der Pauluskirche. Dort wurde zugleich das Teilhabezentrum Marxloh offiziell eingeweiht, das ein Pilot- und Vorzeigeprojekt für Duisburg und die Region werden könnte.

Die Kinder waren stolz wie Oskar. Sie durften in dem Streifen etwas sagen, sie sollten etwas sagen und sie hatten etwas zu sagen. Und genau da setzt der dreiminütige Film an, der inwischen auch ein Renner auf Youtube geworden ist. Hier kommen nämlich Kinder zu Wort, die „das Blaba der Erwachsenen satt haben“ und ihre Zukunft, ihr Wohn- und Lebensumfeld selber in die Hand nehmen und zumindest mitgestalten wollen.

Zusammenhalt im Quartier
stärken und verbessern

Hier fällt einem sofort Grönemeyers „Gebt den Kindern das Kommando“ ein. Fabian, Luca, Jakub, Fabia und die anderen kleinen Filmstars träumen von einem Marxloh, in dem das Leben wieder lebenswert ist, wo Zusammenhalt obenan steht. „Zusammenhalt im Quartier mit Bewegung, die Begegnung schafft“, das ist auch das Motto und das Ziel, das sich das neue Teilhabezentrum auf die Fahnen geschrieben hat. Wie das geschehen kann, soll durch das vom Land NRW und dem Europäischen Sozialfonds geförderte „Teilhabe-Projekt“ noch erforscht werden.

Bei knisterndem und duftendem Popcorn, wie es sich halt für ein Film-Event gehört, wurde Heike Priebe, Geschäftsführerin der Sozialen Dienste Marxloh gGmbh, konkret. Man habe sich gemeinsam mit dem Runden Tisch Marxloh beim Land und der EU beworben, dieses Projekt duchführen zu können und man bekam den Zuschlag. Dadurch konnte das Teilhabezentrum jetzt auf den Weg gebracht werden.

Der Kurzfilm war Einstieg und Botschaft. In nur einem Tag wurde er von Thomas Mielke vom Runden Tisch Marxloh und dem Filmemacher Martin Lukas gemeinsam mit den Marxloher Jung-Schauspielern erstellt. Eine Schlüsselszene darin zeigt, wie schnell die Kinder sich einen Bolzplatz selbst gebaut haben, während die Erwachsenen noch kontrovers über Gestaltung, Material und Aussehen disktutiert haben.

Chancengerechtigkeit für
Kinder und Jugendliche

Wie man Kinder besser in Entscheidungen einbeziehen kann, soll durch das Teilnahbezentrum erforscht werden. Durch die Fördermittel wurden drei Projektmitarbeiter eingestellt. Sandra Hentschel, Ruveyda Selvi und André Korbas sollen nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe mit den Kindern für gleichberechtigte Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche im Stadtteil sorgen.

Aufzeigen, unterstützen, fördern, weiterentwicleln lauteten ihre Arbeitsschwerpunkte. Die Kinder im Teilhabezentrum sollen sogar ein eigenes Büro bekommen. Der geplante Ausbau von Bildungs-, Sport- und Freizeitangeboten für die kleinen Bewohner könne bei wissenschaftlicher Auswertung nach Projektbeendigung im Jahr 2022 zudem Signalwirkung für die Gesamtstadt haben.

Aufgabe des Teilhabezentrums ist das Aufzeigen und Analysieren von vorhandenen Teilhabeangeboten im Stadtteil und die Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Ein weiteres Projektziel ist zudem die Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut im Quartier. „Außerdem“, so Sandra Hentschel, „wollen wir neue Freiräume für Kinder aufspüren.“

Marxloh und Duisburg
sollen besser werden

Neue spielrische Freiräume gibt es bereits auf dem Außengelände des Teilhabezenrum. Dort ist mit Hilfe der „Aktion Mensch“ Duisburgs erster Inklusions-Spielplatz entstanden, dem weitere folgen sollen. Das erlebte und gelebte Miteinander und Füreinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen sei zudem wichtig für die nachhaltige Förderung eines ausgeprägten Sozialverhaltens. „Filmstar“ Luca bringt es auf den Punkt: „Marxloh und Duisburg sollen besser werden.“

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