IG BAU begrüßt Wiedereinführung der Meisterpflicht

Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender IG BAU
  • Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender IG BAU
  • Foto: IG BAU Alexander Paul Englert
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Zum Plan der Großen Koalition, die Meisterpflicht in mehreren Handwerksberufen wieder einzuführen, erklärt Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender der
IG BAU:

Heute ist ein guter Tag fürs Handwerk. Die Experten der Koalition haben sich für die Wiedereinführung der Meisterpflicht ausgesprochen – jedenfalls in Teilen.

Die Teilreparatur, die jetzt kommen soll, war längst überfällig. Und sie darf auch noch nicht der Endpunkt sein – das Handwerk ist noch längst nicht am Ziel.

Es hat über 5.700 Tage gedauert, bis Deutschland wieder zum Meisterbrief für Fliesenleger zurückgefunden hat. Nach der Abschaffung der Meisterpflicht für insgesamt 93 Gewerke durch Arbeits- und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement unter Rot-Grün in 2004 haben drei GroKos und eine schwarz-gelbe Koalition im Bund dieses drängende Thema knapp 15 Jahre lang ignoriert.

Ebenso die extreme Zunahme von Ein-Mann-Firmen im Fliesenlegerbereich mit Kombiwagen und Do-it-yourself-Know-how. Die Zahl der Betriebe in der Branche wuchs von 12.400 Ende 2003 auf 69.300 Ende 2018 – eine regelrechte Explosion.

Gleichzeitig haben wir eine Implosion der Qualität erlebt. Das Schlagwort vom „Pfusch am Bau“ bringen sehr viele Menschen zuerst mit dem Fliesenleger-Solo-Unternehmer in Verbindung.

Vom ersten Tag an hat die IG BAU aus guten Gründen dagegengehalten und Tacheles geredet: Die Wiedereinführung der Meisterpflicht ist für die Gewerkschaft immer ein Muss gewesen. Die Meisterpflicht, die jetzt vom Fliesenleger bis zum
Schildermacher für Leuchtreklame zurückkommt, ist ein erster, wichtiger Schritt.

Andere Handwerksbereiche müssen hier allerdings noch folgen. Mit der aktuellen Entscheidung zeigt die Politik, dass sie in der Lage ist, Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren. Damit gewinnt die Koalition auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung. Nur die Meisterpflicht ist ein Garant für die Qualität am Bau. Sie ist ein Garant für qualifizierten Nachwuchs – und damit für die Perspektive am Bau. Und sie ist ein Garant für fairen Lohn – und schiebt den Dumpinglohn-Exzessen in der Bauwirtschaft einen Riegel vor.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt

Autor:

Theodor Groesdonk aus Duisburg

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