Bildungspolitik - Absichten bedürfen auch Taten
Inklusion und Ganztagsbetreuung an unseren Schulen - eine skandalöse Augenwischerei?

Seit Jahren steht die Inklusion in den Schulen auf der Agenda der Bildungspolitik. Toll und auch gut. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die auf dem Papier in den Regelschulen inkludiert sind, machen zumeist in nur wenigen Stunden Bekanntschaft mit Sonderpädagogen. In den meisten Stunden des Schulalltags laufen sie irgendwie nebenher, werden verwahrt, auch wenn sich die Regelschullehrer größte Mühe geben. Eine andauernde Doppelbesetzung der Inklusionsklassen mit einem Regelschullehrer und einem Förderschullehrer sind die Seltenheit. Es fehlt einfach an Lehrpersonal. Kinder in den Förderschulen werden oftmals besser gefördert als in den Regelschulen.

Und dann strebt die Politik die Ganztagsbetreuung an, die bis 2025 in den Grundschulen umgesetzt sein soll. Schon jetzt beklagen die Lehrerverbände akuten Personalmangel und prognostizieren für die kommenden Jahre noch schlimmere Verhältnisse. Quereinsteiger als Lösung? Fragwürdig.
Woher soll das erforderliche qualifizierte Lehrpersonal in ausreichender Menge kommen? Und was die äußeren Voraussetzungen wie Räumlichkeiten betrifft, sind gerade die klammen Kommunen oft überfordert.

Es mangelt an Menschen, die das Lehramt studieren. Und nicht, weil sich zu wenige Menschen dafür interessieren, sondern weil die bereitgestellten Studienplätze an unseren Hochschulen noch immer zu rar sind. Woher sonst kommt der hohe Numerus Clausus für die Lehramtsstudiengänge, als ob wir höchstgebildete und höchstintelligente Menschen, geniale Wissenschaftsaspiranten an unseren Schulen bräuchten. Nein, wir brauchen Menschen, die dem Kind zugewandt sind, die fundamentale Techniken der Wissensvermittlung beherrschen, die in ihren Fächern über das Grundwissen verfügen und es reflektieren können, die eine Persönlichkeit mitbringen, die Unterricht erfolgreich machen kann. Kurz: Wir brauchen keine Einsteins in den Schulen. Die sind woanders besser aufgehoben.

Aber vielen, die das Zeug haben, gute Lehrer zu sein, wird der Weg in den Beruf verwehrt, obgleich der Lehrermangel bereits seit Jahren akut ist. Und solange die Politik nicht dafür sorgt, diesen Menschen den Zugang zu ermöglichen, bleiben viele politische Absichten absolute Augenwischerei. Solange täuscht man mehr oder weniger abgesicherten Unterricht vor, bei Klassen, die die Schülerzahl 30 längst überschritten haben.

Wir brauchen in unserem Bildungssystem endlich Bedingungen, unter denen bei jedem Kind endlich das Potenzial herausgekitzelt werden kann, das in ihm steckt.

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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