Kirchenland in Narrenhand? Hamborner Katholiken demonstrierten in Essen

Ruhrbischof Overbeck begrüßt Angelika Hoffmann, Vorsitzende des Gesamtgemeinderates.
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  • hochgeladen von Claudia Brück

Für Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat der Protest der Duisburger Gemeinden St. Barbara und St. Norbert seit einigen Tagen ein Gesicht: Rund 100 Menschen hatten sich in der vergangenen Woche vor dem Kardinal-Hengstbach-Haus in Essen-Werden versammelt, um dem Bischof ihren Unmut wegen der von ihm geplanten Kirchenschließungen von Angesicht zu Angesicht kund zu tun.

Die Gelegenheit dafür war günstig, denn im Kardinal-Hengstbach-Haus fand an diesem Morgen eine Versammlung von Pfarrern aus dem gesamten Ruhrbistum statt.

Auf ihren Plakaten und mit gerufenen Parolen gingen die Demonstranten hart mit ihrem obersten Kirchenfürsten ins Gericht: „Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr unsere Kirchen klaut“, „Ohne Kirchen keine Steuer!“, „1,2,3 – Hamborn katholikenfrei“ oder „Kirchenland in Narrenhand“ hieß es unter anderem. Mit Trommeln, Ratschen und Trillerpfeifen machten die Aktivisten, darunter auch viele Mütter mit ihren Kindern aus dem von Schließung bedrohten Kindergarten in St. Barbara, zudem mächtig Lärm. Der wurde gehört: Nach etwa einer Stunde erschien Dr. Overbeck vor den Demonstranten und stellte sich den vielen kritischen und bohrenden Fragen. Versprechungen oder Aussagen, die einen Erhalt der beiden Kirchen oder auch nur einer in Aussicht gestellt hätten, machte der Bischof allerdings nicht. Stattdessen versuchte Overbeck in weichen Worten Verständnis für die schwierige Situation zu wecken, in der sich die katholische Kirche befindet und kündigte immerhin an, sich demnächst selbst ein Bild von den betroffenen Duisburger Gemeinden machen zu wollen. Priestermangel, schrumpfende Gemeinden und sinkende Kirchensteuereinnahmen – diese Fakten sind auch den Aktivisten aus St. Norbert und St. Barbara bekannt, trotzdem machten sie dem Bischof deutlich, dass sie die angedrohte Kahlschlag-Politik nicht akzeptieren werden. Am Ende der Aktion bleibt daher bei den meisten Protestlern aus Duisburg die Hoffnung, den Bischof zumindest nachdenklich gemacht zu haben. Ruhe unter den Hamborner Katholiken wird aber auch nach diesem Tag nicht einkehren: Die nächsten Protestaktionen gegen die Schließungspläne sind bereits in Arbeit.

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