Wieder Personenverkehr auf der „Walsumbahn"?
Politik und VRR wollen die „Walsumbahn“ reaktivieren – die Umsetzbarkeit wird nun geprüft

Die Unterzeichner der Absichtserklärung halten demonstrativ Schilder der geplanten Bahnstrecke in die Höhe. Foto: Frank Preuß
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  • Die Unterzeichner der Absichtserklärung halten demonstrativ Schilder der geplanten Bahnstrecke in die Höhe. Foto: Frank Preuß
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Ein erster Schritt in Richtung einer Reaktivierung der Walsumbahn wurde gemacht. Bei einem Treffen im Mercatorsaal des Duisburger Rathauses unterzeichnete OB Sören Link gemeinsam mit Vertretern der Städte Wesel und Oberhausen sowie des Verkehrsbundes Rhein-Ruhr (VRR) einen „Letter of Intent“. Dies ist eine Absichtserklärung, bei der Machtbarkeitsprüfung zur Wiederbelebung der Bahnstrecke Voerde-Oberhausen zu kooperieren. Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst war vor Ort und bekräftigte dieses Vorhaben.

Wohl nicht jeder Duisburger wird wissen, dass es einmal Minutensache war, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Walsum in die City zu fahren. Woher auch? Die Zeiten, in denen die Schienenstrecke „Walsumbahn“ zwischen Wesel und Oberhausen noch von Personenzügen befahren wurde, liegen mittlerweile 36 Jahre zurück. Seit 1983 rollen allein noch Güterwaggons auf den Schienen, die den Walsumern viele Jahre als direkte Anbindung an den Hauptbahnhof dienten. Nun aber könnte die Walsumbahn ein spätes „S-Bahn-Comeback“ erleben, so zumindest die Hoffnung aller Beteiligten, die ihre Kooperation in Sachen Reaktivierung erklärten.

Die Idee, die Walsumbahn wieder für den Personennahverkehr zu nutzen ist keine neue: zwei vorherige Anläufe sind in den letzten Jahren bereits ins Leere gelaufen. Doch diesmal, das betonte auch OB Sören Link, seien die Voraussetzungen andere, da man das Ziel einer Wiederinbetriebnahme in viel engerer Zusammenarbeit verfolge. Und in der Tat zeigte die Anwesenheitsliste an diesem Tag, dass das gemeinsame Interesse groß ist. Neben Sören Link kamen Daniel Schranz, OB der Stadt Oberhausen, der Landrat des Kreises Wesel, Dr. Ansgar Müller sowie Frank Heidenreich und Ronald Lünser vom Vorstand des VRR im Rathaus zusammen und besiegelten ihre Zusammenarbeit.

Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst machte deutlich, wie wichtig solche Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs seien: „Deutschland muss wieder Bahn-Land werden! In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der Pendler um knapp 20 Prozent gestiegen, ohne dass die Infrastruktur dementsprechend ausgebaut worden ist. Deshalb muss Tempo auf das Thema.“

Jetzt muss Tempo aufs Thema

Bei Reaktivierungsvorhaben wie bei der Walsumbahn wird eine Doppelstrategie verfolgt: Zum einen sollen damit andere Linien und Verkehrsstrecken entlastet werden, und zum anderen soll den Menschen aus ländlichen Räumen die Möglichkeit einer schnellen und klimafreundlichen Verkehrsanbindung an die umliegenden Stadtzentren geboten werden. Damit das Ziel erreicht wird und ab 2025 die S-Bahn wieder in Walsum Halt macht, müssen einige Bedingungen erfüllt werden: „In der Machbarkeitsstudie muss nun geprüft werden, ob eine Reaktivierung der Walsumbahn wirtschaftlich und technisch umsetzbar ist“, erklärte Hendrik Wüst. Konkret bedeutet dies zu prüfen, mit welchen Geldern ein Ausbau der Bahnstrecke sowie Lärmschutzmaßnahmen, die Instandsetzung von Haltestellen etc. finanziert werden könnten. Ronald Lünser betonte, dass eine weitreichende Unterstützung des Landes NRW dabei unerlässlich sein werde.

Sören Link machte abschließend klar, welche Bedeutung eine Wiederbelebung der Walsumbahn für die Stadt Duisburg hätte: „Wir sind eine Scharnier-Stadt zwischen dem Niederrhein und dem Ruhrgebiet, die Walsumbahn würde einen Lückenschluss für die Menschen im Duisburger Norden und den Nachbarstädten bedeuten. Eine Reaktivierung dieser Strecke wäre ein Meilenstein für die Region.“

Autor:

Sascha Mangliers aus Duisburg

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