CDU und Linke kritisieren provisorische Anti-Terror-Poller
"Schildbürgerstreich"

"Ungeeignete" Poller erschweren Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern den Besuch der Innenstadt.
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  • "Ungeeignete" Poller erschweren Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern den Besuch der Innenstadt.
  • Foto: Frank Preuß
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Die rund 160 fest eingebauten Sicherheitspoller aus (Edel-)stahl, die Weihnachtsmarktbesucher, Kunden und Händler vor Anschlägen schützen sollen, lassen auf sich warten. Das sorgt für Ärger.

CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler spottet: „Wenn Weihnachten längst vorbei ist, werden diese Poller wohl eingebaut …“. Ursprünglich wollte die Stadt bereits Anfang September mit dem Einbau der Stahlpoller beginnen. Doch jetzt werde erst aufwändig geklärt, dass dadurch keine Leitungen Schaden nehmen - mittels Gutachten, „Suchschachtungen“.
Die CDU-Fraktion stellt fest: „Versprochen hat die Stadt stählerne Poller, die für Fußgänger durchlässig sind. Erhalten haben die Duisburger Bürger jetzt aber sperrige provisorische Ersatzpoller, die den Zugang zu Weihnachtsmarkt und Königsstraße erheblich erschweren". Vor allem zwei Gruppen von Bürgern müssten „draußen“ bleiben: Eltern mit ihren Kinderwagen, aber auch behinderte Mitmenschen mit ihren Rollstühlen. Längst hätten sich schon viele Bürger bei der CDU-Fraktion beschwert. "Wir fragen uns: Sollen Eltern und Behinderte oder ältere Mitmenschen jetzt etwa ihren Kinderwagen, ihre Rollstühle und Rollatoren über die Sperren hinweg heben, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen oder hat man bestimmte Bürger hier einfach vergessen?“, so Enzweiler ironisch.
Die Antwort des Fraktionschefs: „Das ist ein echter Schildbürgerstreich der Verwaltung! Da wurde mal wieder nichts zu Ende gedacht! Ungeeignete Poller an jeder Ecke auf dem Weihnachtsmarkt – da wackelt wirklich der Baum! Diese Fehlentscheidung ist nur mit ganz viel Glühwein zu ertragen!“

"Da wurde nichts zu Ende gedacht"

„So wie die Poller stehen, diskriminieren sie einen erheblichen Teil der Duisburger Bevölkerung“, ist auch Helga Hermes, inklusionspolitische Sprecherin der Duisburger Linken, überzeugt. „Aufgebrachte Betroffene haben uns angesprochen, dass sie durch die Anti-Terror-Poller erhebliche Schwierigkeiten haben, in die Duisburger Innenstadt zu gelangen. An vielen Stellen passt kein Rollstuhl durch die Sperren. Gleiches gilt übrigens auch für Eltern mit Kinderwagen, Senioren mit elektrischen Rollstühlen, Scootern und so weiter. Diese Personengruppen müssen weite Umwege auf sich nehmen, wenn sie den Weihnachtsmarkt besuchen wollen. Das kann doch kein Zustand für eine Stadt wie Duisburg sein. Wenn es eng wird, können ältere Leute auch stürzen.“
„Die Panik-Poller schützen nicht wirklich, im Gegenteil gefährden sie die Weihnachtsmarktbesucher“, kritisiert Lukas Hirtz, Kreissprecher der Linken Duisburg. „Viel mehr als Symbolpolitik sind die Sperren nicht. Statt die Menschen zu schützen, gefährden diese Sperren das Leben der Menschen: Denn Rettungswagen kommen nur mit großer Verzögerung in die Innenstadt oder gar nicht. Wenn wir schon solche Sperren haben, sollten die weder Menschen noch Rettungswagen oder Lieferverkehr in solchem Maße behindern.“

"Ungeeignete" Poller erschweren Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern den Besuch der Innenstadt.
Bis zum Einbau der, teils versenkbaren, Edelstahl-Poller schützen unter anderem diese mobilen "Leuchtturm"-Poller die City.

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