Super-Wahlsonntag: OB Link bleibt mit knapp 57 Prozent im Amt - Duisburger stimmen mit knapp über 51 Prozent gegen das DOC - beide SPD-Kandidaten wieder im Bundestag

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Wo: Rathaus Duisburg, Burgplatz 19, 47051 Duisburg auf Karte anzeigen

Sonntag, 24. September: Duisburg hat gewählt. Im Wahlinformationszentrum im Duisburger Rathaus beginnt  für die hier versammelten Vertreter aus Politik und Gesellschaft das lange Warten auf die Ergebnisse der Dreifach-Wahl. Wer hat künftig im Bund das Sagen - und mit wem? Wer wird Duisburgs neuer Oberbürgermeister? Wie entscheiden sich die Duisburger in Sachen Designer Outlet Center (DOC)?

Hier klicken: der aktuelle Stand der Duisburger Auszählung

Montag, 25. September: Das vorläufige Endergebnis der beiden Wahlen und des Bürgerentscheids am 24. September liegt nun vor.

Bei der Oberbürgermeisterwahl wurde Amtsinhaber Sören Link von der SPD mit 56,88 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Eine Stichwahl ist damit nicht erforderlich. Gerhard Meyer, Kandidat von CDU/Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Junges Duisburg und Bürgerlich-Liberale, erreichte 25,73 Prozent, Erkan Kocalar, DIE LINKE, bekam 5,92 Prozent, Thomas Wolters, FDP, erreichte 5,69 Prozent, Melanie Händelkes, NPD, erzielte 3,35 Prozent und Einzelbewerber Yasar Durmus bekam 2,44 Prozent.

Bei der Bundestagwahl wurde im Wahlkreis 116 Duisburg II Mahmut Özdemir von der SPD mit 34,73 Prozent gewählt; im Wahlkreis 115 Duisburg I wurde Bärbel Bas von der SPD mit 38,27 Prozent gewählt.

Auch das Ergebnis des Bürgerentscheids zum Designer Outlet Center (DOC) liegt vor. Hier stimmten 51,09 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit „Ja“ und 48,91 Prozent mit „Nein“. Das Quorum (Mehrheit entspricht mindestens 10 Prozent der Wahlberechtigten) wurde erreicht. Das bedeutet, dass das Bürgerbegehren erfolgreich war, der Grundsatzbeschluss des Rates aufgehoben wird und die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens unterbleibt.

Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl betrug 68,68 Prozent, bei der OB-Wahl 62,27 Prozent und beim Bürgerentscheid 59,93 Prozent.

Das amtliche Endergebnis wird durch den Kreiswahlausschuss am 27.9. (für die OB-wahl und den Bürgerentscheid) sowie am 29.9. (für die Bundestagswahl) festgestellt.

02.40 Uhr: Jetzt also. Die Duisburger stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 59,93 Prozent mit  (380 von 380 Schnellmeldungen) 51,09 Prozent gegen das DOC, mit 48,91 dafür. Das Quorum ist erreicht. Mindestens 10 Prozent  der Abstimmungsberechtigten haben mit "Ja" gestimmt. Die "Ja"-Stimmen (also dagegen) überwiegen. Die Initiative "Ja zu Duisburg" war erfolgreich.

00.24 Uhr: Stand bei 370 von 380 Schnellmeldungen in Sachen DOC: unverändert 50,95 dagegen, 49,05 dafür.

23.18 Uhr: Die knappe Mehrheit für die DOC-Gegner bleibt stabil. Bei 360 von 380 Schnellmeldungen stimmen 50,95 Prozent gegen das DOC, 49,05 Prozent sind für das Designer Outlet Center.

22.37 Uhr: Stand bei 350 von 380 Schnellmeldungen: 50,91 Prozent gegen das DOC, 49,09 Prozent dafür. Die Zitterpartie geht weiter.

22.15 Uhr: Auch Mitorganisator Frank Oberpichler ist erleichert: "Ich hab' immer damit gerechnet, dass es extrem knapp wird. Wir haben halt leicht die Nase vorn, zum Glück!" Akueller Stand derzeit: 340 von 380 Schnellmeldungen 50,92 Prozent gegen das DOC, 49,08 für das DOC.

21.55 Uhr: "Warum gratuliert uns keiner?", fragt Gerd Schwemm. Das traut sich zu diesem Zeitpunkt wohl niemand.

21.49 Uhr: Sehr angespannt verfolgt Gerd Schwemm, einer der Organisatoren des Bürgerentscheids gegen das DOC, die Abstimmung. "Ich war sicher, dass es deutlicher wird. Wir haben aber gemerkt, dass der Investor kurz vor Schluss ordentlich gepowert hat, zum Teil mit Falschmeldungen hinsichtlich zu erwartender Arbeitsplätze."

21.46 Uhr: 306 von 380 Schnellmeldungen: 50,87 gegen das DOC, 49,13 für das DOC. Wird es noch einmal spannend?

21.44 Uhr:
304 Wahllokale: 50,9 gegen das DOC, 49,1 für das DOC.

21.42 Uhr: Wenn die Ergebnisse weiter so flott reinkommen, dürfte der Bürgerentscheid in der nächsten halben Stunde entschieden sein.

21.39 Uhr: 297 von 380: 50,89 gegen das DOC, 49,11 für das DOC.

21.34 Uhr: Bürgerentscheid: 290 von 380 Wahllokale 50,83 gegen das DOC, 49,17 für das Doc. Es bleibt spannend. Knapp 53 Prozent der Wahlberechtigten haben abgestimmt.

21.25 Uhr: 271 von 380 Wahllokale ausgezählt: 50,92 gegen das DOC, 49,08 für das DOC. Im Moment vergrößert sich also der Abstand.

21.22 Uhr: Wahlkreisleiterin Dr. Dörte Diemert gibt gerade bekannt, dass die Auszählung des Bürgerentscheid nach Auszählung von 150 von 380 Wahllokalen nahezu fifty-fifty steht, oder ganz genau: gegen das DOC 50,58, für das DOC 49,42. Das kling nach einer langen, spannenden Nacht.

21.20 Uhr: Im Moment ist es im Rathaus eher ruhig. Einzelne TV-Sender interviewen Sören Link. Jetzt wartet alles gespant auf die ersten Ergebnisse in Sachen Bürgerentscheid. Mit ihnen ist gegen 21.30 Uhr zu rechnen. Nach dem guten Ergebnis von Sören Link spekulieren viele darauf, dass sich auch in Sachen DOC viele Wähler der Meinung Links angeschlossen haben. Man darf gespannt sein.

21 Uhr: "Mit so einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Ich bin zutiefst dankbar, überwältigt, stolz, emotional sehr berührt von dem großen Vertrauensbeweis der Wählerinnen und Wähler. Ich fühle mich bestätigt, den Kurs der letzten Jahre in der Zukunft fortzuführen." OB Sören Link strahlt. Die Themen Sicherheit, Sauberkeit, Arbeitsplätze, Bildung, Image der Stadt sollen weiterhin wichtiger Bestandteil seiner Politik sein.

20.43 Uhr: "Die Wahl ist so ausgegangen, wie die Bürger das letztendlich wollen. Ob die das nach acht Jahren Amtszeit auch noch so sehen, wird sich zeigen." OB-Kandidat Gerhard Meyer hätte gerne Duisburg mitgestaltet, will nun aber nicht mehr in der Politik bleiben. "Ich war vorher kein Politiker und werde nun keiner bleiben." Nun müsse Link liefern. "Ich hoffe, dass es gut für Duisburg ist."

FDP-Kandidat Thomas Wolters gratuliert dem alten und wohl auch neuen OB. Dass es, so sieht es wohl nach der Auszählung von 185 Stimmlokalen aus, keine Stichwahl gibt, überrascht ihn. "Das fühlte sich in den letzten Tagen anders an, aber man muss den Wählerwillen akzeptieren."

20.40 Uhr: Erster Satz von Sören Link: "Ich bin gerührt, einfach überwältigt."

20.30 Uhr: Im Ratssaal bricht Riesenjubel aus. Der amtierende und wohl auch künftige Oberbürgermeister Sören Link kommt mit seiner Frau Sonja unter Blitzlichtgewitter herein. Er atmet tief durch, sieht geschafft, aber glücklich aus. Bevor er das Mikrofon ergreift, muss er erst einmal zahlreiche Händeln schütteln und sich durch ein Spalier seiner Anhänger "durchkämpfen".

20.25 Uhr: Die Bundestagswahl scheint auch für Duisburg gelaufen zu sein. Zwar ist der  Abstand zwischen SPD und CDU geringer geworden, doch scheinen beide Wahlkreise nach wie vor an die SPD zu gehen. Viele Parteifunktionäre und Kandidaten sind bereits zu den jeweiligen Wahlpartys ihrer Anhänger gegangen. Kern- und Streitfrage zugleich: Wer hat die AfD so groß gemacht?

20.11 Uhr: Mehr als die Hälfte der Wahllokale sind in Sachen Bundestagswahl ausgezählt. Und danach ziehen die beiden Duisburger SPD-Angeordneten Bärbel Bas (Wahlkreis Duisburg I) und Mahmut Özdemir (Wahlkreis Duisburg II) auch wieder direkt in den Bundestag ein. Doch Jubel sieht anders aus. Bärbel Bas: "Eigentlich ist man glücklich, dass man gewählt ist. Bei den SPD-Ergebnissen im Bund will aber keine rechte Freude aufkommen." Mahmut Özdemir bereitet der starke rechte Balken im Duisburger Norden Sorgen. "Den müssen wir ernst nehmen, die Wähler ernst nehmen. Aber das Konzept der AfD ist nicht ernst zu nehmen. Wir werden realistische Konzepte erarbeiten, um die Probleme anzugehen."

20 Uhr: Als letztes wird der Bürgerentscheid ausgezählt. Deshalb heißt es weiter warten, um zu erfahren, ob die Duisburger das DOC wollen oder nicht.

19.39 Uhr: Nach Schnellmeldungen von 35 der insgesamt 380 Wahllokale liegt Sören Link (SPD) mit 56,32 Prozent vorne, Gerhard Meyer (parteilos, unterstützt durch CDU, Grüne, Junges Duisburg und Bürgerlich Liberale) kommt auf 22,43 Prozent, Erkan Kocalar (Linke) bei 7,75 Prozent, Thomas Wolters (FDP) bei 5,48 Prozent, Melanie Händelkes (NPD) bei 3,84 Prozent und Yasar Durmus ("Wir sind Duisburg", Einzelbewerber) bei 4,18 Prozent.
Setzt sich dieser Trend fort, ist eine Stichwahl in 14 Tagen unnötig.

19.32 Uhr: Erste Ergebnisse für die OB-Wahl: Sören Link nach 25 von 380 Wahllokalen mit über 50 Prozent vorn.

19.07 Uhr: Jetzt gibt es auch erste Ergebnisse aus Duisburg. Es sind 17 Wahllokale von 380 ausgezählt. Das Ergebnis der ersten Schnellmeldungen: CDU 21,97 Prozent,  SPD 37,04,  Grüne 4,81,  Linke 10,43,  FDP 6,09 und AfD 16,52 Prozent.

18.54 Uhr: Bürgermeister Erkan Kocalar, OB-Kandidat der Linken, nennt die Zahlen der AfD "erschreckend". Die Partei hätte mit populistischen Themen gepunktet, die das Land politisch nicht voranbrächten. Für seine Partei hätte er mehr erwartet, weil sie auf viele wichtige soziale Themen aufmerksam gemacht hat. "Ich hatte gehofft, wir werden drittstärkste Kraft."

18.47 Uhr: Die Bundestagskandidaten der Grünen, Felix Banaszak und Anna vonSpiczak: "Wir sprechen mit den Parteien, die uns einladen. Ein Regierungsprogramm muss allerdings unsere Handschrift tragen."

18.40 Uhr: "Das ist eine herbe Niederlage für uns, aber auch für die Union", meint SPD-MdB Mahmut Özdemir, "mal sehen, ob im Laufe des Abends noch andere Optionen offen sind, mit uns, den Grünen und FDP oder Linken."

18:26 Uhr: Erste Hochrechnung - demnach liegt die CDU bei 32,7 Prozent, die SPD bei 20,2, die Linke bei 8,9, die FDP bei 10,5, die Grünen bei 9,4 und die AfD bei 13,4 Prozent.

18.22 Uhr: Stolz und froh zeigt sich Duisburgs FDP-Chef und OB-Kandidat Thomas Wolters über das prognostizierte Abschneiden der Liberalen im Bund: "Viel mehr als erwartet. Mein persönlicher Tipp lag bei 8 Prozent. Und ganz am Anfang ging's um den Wiedereinzug in den Bundestag."

18.20 Uhr: Volker Mosblech, CDU-MdB für den Duisburger Norden: "Wir bleiben mit Riesenabstand stärkste Fraktion. Wir werden mit den demokratischen Parteien reden und dann weiter eine stabile Regierung unter Führung von Angela Merkel bilden, zum Wohl unseres Landes."

18.13 Uhr: Frank Börner, SPD-MdL: "Es kann nicht sein, dass die AfD größte Oppositionspartei im Bundestag ist. Also müssen wir die Opposition!"

18 Uhr: Erste ARD-Prognosen für die Bundestagswahl. Die CDU kommt auf Bundesebene demnach auf  34,1 Prozent, die SPD auf 20 Prozent, die Grünen auf 9,5, die FDP auf 10,5, die Linken auf ), die AfD auf 13,5 Prozent - ein Paukenschlag! Betretene Gesichter. Zumal die Zahlen für CDU und SPD sich nach unten verschlechtern.

SPD-Bürgermeister Manfred Osenger enttäuscht: "Eine hohe Wahlbeteiligung hilft der SPD auch nicht mehr!"

Eins steht bereits vorab fest: Die Wahlbeteiligung liegt auch in Duisburg höher als bei der Bundestagswahl vor vier Jahren. Laut einer Stichprobe des NRW-Landeswahlleiters hatten bis Mittag in den Wahllokalen 20,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuzchen gemacht. 2013 waren es zu diesem Zeitpunkt 19,7 Prozent.
Um 16 Uhr liegt die Wahlbeteiligung in Duisburg 57 Prozent inklusive Briefwahl (2013: 54 Prozent). Duisburger berichteten sogar von langen Schlangen vor den Wahllokalen, bis zu eine Stunde in der Wartezeit. Das dürfte aber auch der OB-Wahl und dem DOC-Bürgerentscheid geschuldet sein.

Alle Fotos: Frank Preuß

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