Uwe Heider, der Bezirksbürgermeister von Hamborn

Uwe Heider heißt der Bezirksbürgermeister von Hamborn. Die Repräsentation des Duisburger Stadtbezirks sowie die Leitung der Sitzungen der Bezirksvertretung sind dabei die wichtigsten Aufgaben des ehrenamtlich tätigen Politikers.

Der gelernte Gas- und Wasserinstallateurs und Elektrikers ist seit 1994 Bezirksvertreter. Er war siebeneinhalb Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD und ist seit 2005 Bezirksbürgermeister. "Es ärgerte mich, daß die Leute den Stadtteil immer nur schlechtreden, aber nie über seine Stärken sprechen," blickt er auf seine Motivation zurück, warum er sich in der Lokalpolitik engagieren wollte.

Alt-Hamborn, Neumühl, Röttgersbach, Marxloh und Obermarxloh sind die Stadtteile, die zu diesem nördlich der Ruhr gelegenen Stadtbezirk gehören.

Und was sind - für Heider - die Stärken des Stadtbezirks? "Wir haben kleine Nebenzentren mit gewachsenen Strukturen. Die Bürger engagieren sich in Vereinen. Wir haben hier rund 80 bis 90 Vereine, in denen sich rund 10.000 Menschen organisieren. Die Bereiche Freizeit und Brauchtum stehen dabei im Vordergrund. Die Menschen haben dabei eine offene, manchmal auch direkte Art. Sie sagen, was ihnen nicht gefällt. Wenn wir Politiker ihnen mit offenen Ohren zuhören, können wir versuchen, ihnen auch zu helfen. Hamborn ist ein grüner Stadtbezirk, wenn nicht gar der grünste Stadtbezirk von Duisburg." Der Stadtwald, der Jubiläumshain, der Iltispark, der Mattlerbusch und die Renaturierung der Emscher sind für ihn Belege dafür.

Es gibt einen Ratsbeschluß: Hamborn ist das 2. Hauptzentrum Duisburgs. Daher stehen in absehbarer Zukunft zwei Großprojekte auf der Tagesordnung.

Am Altmarkt gibt es einen Wochenmarkt, und zwar immer dienstags, donnerstags und samstags. "Man sagt ihm nach, er sei einer der größten am Niederrhein und im Ruhrgebiet," berichtet Heider. Dort soll der "Altmarkt-Center" gebaut werden und mit ihm ein Einkaufsmarkt entstehen. Die geplante Einkaufsfläche liegt bei 12.000 bis 15.000 Quadratmeter. Die Firma itg aus Düsseldorf will dieses Projekt realisieren. "Sie hat schon 70 Einkaufszentren in ganz Deutschland realisiert," berichtet Heider.

Ein anderes Projekt wird das Factory Outlet rund um die Rhein-Ruhr-Halle sein. "Ich bin kein Fachmann. Ich weiß nicht, ob die Sanierung wirklich 20 Millionen Euro gekostet hätte. Wäre sie über die Jahre hinweg richtig saniert worden, wären die Kosten nicht so hoch gewesen. Sie wurde nie richtig vermarktet. Die Halle ist ebenerdig angelegt. Sie wäre damit sehr gut für Fernsehsendungen nutzbar gewesen. Die Halle wurde aber nie richtig vermarktet. Sender wie ARD und ZDF wären gerne gekommen."

Es sind diverse kleinere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 400 bis 500 Quadratmeter angedacht. Factory Outlet heißt auf Deutsch "Direktverkauf vom Hersteller". Damit sind Textilhersteller gemeint. Sie vertreiben aber nicht die aktuelle Mode aus diesem Jahr, sondern die Ausschußmode des vergangenen Jahres zu einem billigen Preis. "Anscheinend kann man auch damit Geld verdienen," berichtet Heider.

Wir unterhalten uns auch darüber, daß derzeit Handel und Dienstleistungen bei uns in Duisburg gefördert werden. Das produzierende Gewerbe wird derzeit - zumindest von der offiziellen Duisburger Wirtschaftspolitik - vernachlässigt. Sträflich vernachlässigt? Ja, wahrscheinlich ist dies so. Daß ein Händler nur das verkaufen kann, was jemand anders herstellt, scheint sich noch nicht heraumgesprochen zu haben. Daß es Fachleuchte geben muß, die in der Lage sind, zeitgerecht Reparaturen durchzuführen, scheint auch vernachlässigt zu werden. Und daß das produzierende Gewerbe Signale auf den Arbeitsmarkt senden kann (und zwar dahingehend, daß auch handwerklich geschickte Leute gebraucht werden), wird erst gar nicht gesehen.

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Duisburger Marketing-Gesellschaft kann sich der Bezirksbürgermeister am Ende des Gesprächs dann doch nicht verkneifen. "Die DMG macht nur Werbung für die Innenstadt. Die Leute in Duisburg müssen aber begreifen, daß auch Hamborn ein sehenswerter Stadtteil ist."

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